US-Ausblick: Schwach – Bondversicherer und Arbeitsmarktdaten

Der wegen der Kreditkrise mit massiven Finanzproblemen kämpfende US-Anleiheversicherer MBIA hatte nach Milliardenabschreibungen im Schlussquartal 2007 einen Rekordverlust verbucht. Vor Börsenbeginn belasteten zudem Daten vom US-Arbeitsmarkt die Futures. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche überraschend deutlich gestiegen.

Die Wirkung der kräftigen Zinssenkung der US-Notenbank um 50 Basispunkte war am Vorabend weitgehend am Aktienmarkt verpufft. Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) hatte mit einem Minus von 0,30 Prozent auf 12.422,83 Zähler geschlossen. Am Donnerstag lag der Future auf den US-Leitindex gegen 14.45 Uhr mit 0,94 Prozent im Minus bei 12.278 Punkten. Der Future auf den S&P-500-Index verlor 1,07 Prozent auf 1.336,00 Zähler. Der marktbreite Index hatte zur Wochenmitte 0,48 Prozent niedriger bei 1.355,81 Punkten geschlossen. Der Future auf den NASDAQ 100 verlor 1,20 Prozent auf 1.789,75 Zähler. Das technologielastige Börsenbarometer war am Mittwoch mit plus 0,05 Prozent bei 1.808,51 Zählern aus dem Handel gegangen.

Neben den Erstanträgen für Arbeitslosenhilfe standen auch andere Daten von Konjunkturseite an: Die Arbeitskosten waren im vierten Quartal wie erwartet höher. Am Freitag wird der offizielle Arbeitsmarktbericht vorgelegt. Daneben sind in den USA im Dezember sowohl die Einkommen als auch die Ausgaben der privaten Haushalte stärker als erwartet gestiegen gestiegen. Kurz nach Handelsbeginn steht ausserdem der Chicago Einkaufsmanagerindex auf dem Programm.

Nachrichten von Unternehmensseite waren teilweise wenig erfreulich. So reagierte der Markt enttäuscht über die Zahlen vom Amazon.com. Mit den Zahlen zum vierten Quartal erfüllte Amazon zwar die Erwartungen der Analysten und übertraf sie zum Teil sogar. Am Markt enttäuschten aber vor allem die Gewinnmargen, die eine wichtige Kenngrösse für die Experten sind, sagten Händler. Die Aktie rutschte vorbörslich um neun Prozent ab.


Starbucks gerieten vorbörslich ebenfalls unter Druck. Die Kaffeehaus-Kette drosselt ihre bisher rasante Expansion deutlich. Nach einem nur noch leichten Gewinnwachstum sollen in diesem Jahr weltweit wesentlich weniger neue Läden öffnen als bisher geplant. Weltweit sollen in diesem Jahr unter dem Strich nur noch 2.150 neue Läden öffnen statt der zunächst geplanten 2.500.


MBIA rutschten vorbörslich um fast acht Prozent ab. Händlern zufolge wird nach dem Rekordverlust von 2,3 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) am Markt spekuliert, dass die Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poors ihre Ratings für die beiden grössten US-Bondversicherer MBIA und Ambac senken wollen.


Procter & Gamble (P&G) gaben vorbörslich leicht nach. Der US-Konsumgüterkonzern hatte in seinem zweiten Geschäftsquartal seinen Gewinn zweistellig gesteigert und die Prognose für das Gesamtjahr leicht angehoben. Der Börsenbetreiber NASDAQ hatte die Markterwartungen mit einem Gewinn je Aktie von 0,46 Dollar leicht verfehlt. Die Übernahme des schwedischen Börsenbetreibers OMX OMH.FSE> durch die NASDAQ soll noch im ersten Jahresviertel abgeschlossen werden.


Colgate-Palmolive reagierten vorbörslich kaum auf die Vorlage von Geschäftszahlen. Der Konsumgüterkonzern hatte im vierten Quartal mit einem Gewinn von 0,91 US-Dollar die Schätzungen von befragten Analysten übertroffen. Auch Bristol-Myers Squibb hatte die Erwartungen der Wall Street nicht erfüllt. Branchenkollege Wyeth übertraf mit einem Umsatzplus von zehn Prozent auf 5,76 Milliarden Dollar die Schätzungen von Analysten.


Die Fastfoodkette Burger King hatte im zweiten Quartal mehr verdient und umgesetzt als von Analysten erwartet. Der Gewinn je Aktie kletterte von 28 auf 36 Cent. Experten hatten nur mit 32 Cent gerechnet.


Nach Börsenschluss berichtet der Internetdienstleister Google über sein viertes Quartal. Das rasante Wachstum des Internetkonzerns dürfte sich nach Einschätzung von Analysten im vierten Quartal verlangsamt haben. Daneben legen auch Anheuser-Busch und VeriSign ihre Zahlen vor. (awp/mc/gh)

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