US-Eröffnung: Anfangsverluste etwas eingedämmt – Banken klettern

Der marktbreite S&P-500-Index verlor 1,39 Prozent auf 823,88 Punkte. An der Technologiebörse NASDAQ fiel der Composite-Index um 1,30 Prozent auf 1.585,76 Zähler. Der NASDAQ 100 büsste 1,69 Prozent auf 1.290,85 Punkte ein.


In der Ölbranche drückte laut Händlern die rückläufige Preisentwicklung für das «schwarze Gold» auf die Stimmung, im Finanzsektor zu Handelsbeginn ein negativer Pressebericht zu toxischen Wertpapieren der Branche. Zudem warteten die Anleger gespannt auf den Beginn der US-Berichtssaison, den traditionell nach Börsenschluss Alcoa einläutet.


Die Aktie des Aluminiumkonzerns musste schon vor der Zahlenvorlage Verluste von 3,67 Prozent auf 7,62 US-Dollar hinnehmen und war damit stellvertretend Sündenbock für eine schwach erwartete Berichtssaison. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Quartalsverlust je Aktie (EPS) von 0,54 Dollar und einem Umsatz von 4,11 Milliarde Dollar. Im Vorjahr hatte Alcoa bei einem Umsatz von 7,38 Milliarden Dollar noch ein EPS von plus 0,44 Dollar erzielt.


Für General Motors (GM) ging es am Dow-Ende um 7,05 Prozent auf 2,11 Dollar bergab. Der krisengeschüttelte US-Autobauer hat seine Vorbereitungen auf eine mögliche Insolvenz als letzten Rettungsweg laut US-Medien nochmals beschleunigt. Zugleich suche der Verwaltungsrat der Opel-Mutter unter Hochdruck nach noch mehr Einsparungen als bisher geplant. US-Präsident Barack Obama machte weitere Milliardenhilfen von zusätzlichen Einschnitten abhängig. Sein Ultimatum für einen neuen GM-Sanierungsplan läuft Ende Mai ab. Bislang hatte der Konzern unter anderem einen Schuldenabbau um fast die Hälfte und die Streichung weiterer 47.000 Jobs auf unter 200.000 weltweit angepeilt.


Bei Ölwerten gab es angesichts der zuletzt gefallenen Notierungen für den wichtigen Rohstoff Kursverluste. So fielen Exxon Mobil um 2,36 Prozent auf 38,40 Dollar, und Chevron Corp. verbilligten sich um 1,83 Prozent auf 68,61 Dollar. ConocoPhillips mussten Abschläge von 2,48 Prozent auf 40,14 Dollar hinnehmen.


Bankentitel konnten sich indes deutlich erholen und gehörten nach den deutlichen Anfangsverlusten teilweise zu den besten Werten im Dow Jones. Anfangs hatte ein Bericht der britischen Zeitung «The Times» belastet, wonach der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet, dass sich die Summe toxischer Wertpapiere in den Bilanzen von Banken und Versicherungen auf bis zu vier Billionen US-Dollar erhöht haben könnte. Citigroup legten zuletzt dennoch um 4,41 Prozent auf 2,84 Dollar zu und eroberten damit den ersten Platz im Leitindex. Für Bank of America ging es um 0,53 Prozent auf 7,52 Dollar hoch. JPMorgan verloren zuletzt noch 1,70 Prozent auf 27,72 Dollar.


Ein negativ aufgenommener Pressebericht liess American International Group (AIG) um 2,73 Prozent auf 1,07 Dollar abrutschen. Der grösstenteils verstaatlichte US-Versicherer hat laut «Wall Street Journal» (WSJ) zwar etwa ein halbes Dutzend Interessenten für sein Vermögensverwaltungsgeschäft gefunden. Die Gebote für die Sparte lägen aber deutlich unter dem üblichen Preis, heisst es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Statt ein bis zwei Milliarden US-Dollar, wie normalerweise für eine Sparte dieser Grösse üblich, hätten die Interessenten lediglich Gebote zwischen 400 und 800 Millionen Dollar abgegeben. AIG will mit dem Verkaufserlös einen kleinen Teil der 173 Milliarden Dollar umfassenden Staatshilfe zurückzahlen.


Sun Microsystems gaben nach dem Kurssturz vom Vortag um weitere 3,04 Prozent auf 6,38 Dollar nach. Nach dem Abbruch der Gespräche über eine Milliarden-Übernahme durch IBM gerät der Server-Spezialist zunehmend unter Druck. Einem künftigen Alleingang stehen eine sinkende Nachfrage nach Servern und wegbrechende Aufträge entgegen. Einen anderen Kaufinteressenten zu finden, dürfte Sun ebenfalls vorerst schwer fallen. Branchenbeobachter spekulieren bereits über einen möglicherweise anstehenden Führungswechsel in dem Unternehmen. IBM-Titel verloren 1,91 Prozent auf 99,62 Dollar.


Negative Nachrichten sorgten bei Applied Materials für Verluste von 5,62 Prozent auf 10,91 Dollar. Dem Chipausrüster hatte in seiner Solarsparte ein grosser Kunde aus China das Auftragsvolumen um mehr als 85 Prozent gekürzt. (awp/mc/pg/26)

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