US-Eröffnung: Schwach nach Wahlsieg von Obama

«Nun ist wieder mehr der Alltag mit Finanzkrise und Rezession eingekehrt», sagte ein Händler auf dem New Yorker Parkett. Wohin die Reise an den für die weltweiten Aktienmärkte tonangebenden US-Börsen jetzt geht, hängt laut Experten vor allem von der Bewältigung der Krise ab.


Der Dow-Jones-Index sank zuletzt um 1,05 Prozent auf 9.524,05 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,79 Prozent auf 997,77 Zähler. Der NASDAQ Composite-Index fiel um 1,11 Prozent auf 1.760,3 Punkte. Der NASDAQ 100 verlor 1,24 Prozent auf 1.361,31 Zähler.


Nach dem Wahlsieg Obamas würde am Markt nun die bevorstehende harte Arbeit gesehen und die schwierigen ökonomischen Bedingungen, hiess es zur Begründung. Zudem rechnen Händler angesichts der Kursgewinne an den Vortagen mit Gewinnmitnahmen.


Die Stimmung der Einkaufsmanager hatte sich im Dienstleistungssektor im Oktober stärker eingetrübt als befürchtet. Der entsprechende Index war von 50,2 Punkten im Vormonat auf 44,4 Punkte gesunken. Volkswirte hatten zuvor mit einem Rückgang auf 48,0 Punkte gerechnet. Auch die Beschäftigung im Privatsektor war im Oktober dem Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) zufolge weiter gesunken. Die Zahl der Beschäftigten fiel zum Vormonat um 142.000.


Der Medienkonzern Time Warner kürzte wegen der Schwäche im Verlagsgeschäft seine Prognosen für das Gesamtjahr. Im dritten Quartal war der Überschuss im Konzern von 1,09 auf 1,07 Milliarden Dollar gefallen. Der Umsatz stagnierte mit 11,7 Milliarden Dollar auf Vorjahresniveau. Der Gewinn je Aktie vor Sonderposten belief sich auf 31 Cent und übertraf die Schätzungen der Analysten. Die Aktie stieg um 2,03 Prozent auf 11,05 US-Dollar.


Der weltweit zweitgrösste PC-Hersteller Dell greift bei seinem Konzernumbau nochmals massiv zum Rotstift. Über den bereits erfolgten Abbau von zehn Prozent der Stellen hinaus will Dell nun noch mehr einsparen. Geplant seien unter anderem neue Abfindungsangebote sowie unbezahlte freie Tage, sagte ein Dell-Sprecher dem «Wall Street Journal». Die Aktie reagierte mit plus 1,01 Prozent auf 13,06 Dollar auf die Ankündigung.


Der grösste US-Anleiheversicherer MBIA meldete für das dritte Quartal einen operativen Verlust von 2,22 Dollar je Aktie. Die Aktie stürzte um 19,98 Prozent auf 8,37 Dollar ab. Aktien des Branchenkollegen AMBAC Financial brachen ebenfalls ein. Sie verloren 25,29 Prozent auf 2,54 Dollar. AMBAC hatte den Verlust im dritten Quartal von 3,53 auf 8,45 Dollar ausgedehnt.


Der US-Flugzeugbauer Boeing bekommt seine Probleme beim neuen Hoffnungsträger 787 «Dreamliner» nicht in den Griff und muss den bereits mehrfach verzögerten Erstflug erneut verschieben. Für den weiteren schweren Rückschlag sorgten fehlerhafte Nieten für den Flugzeugrumpf und ein eben beendeter zweimonatiger Mechaniker-Streik. Dem Rivalen des europäischen Airbus-Konzerns drohen nun zusätzliche milliardenschwere Umsatzausfälle sowie Strafzahlungen. Die Aktie sank mit minus 4,40 Prozent auf 50,88 Dollar ans Ende des Dow Jones. (awp/mc/pg/31)

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