US-Eröffnung: Schwächer – Besseres Konsumklima stützt nur kurz

Volkswirte hatten mit einer Bestätigung des vorläufigen Wertes von 75,5 Punkten gerechnet. Nach zwischenzeitlichem Dreh ins Plus knüpfte der Dow Jones Industrial Average (DJIA) jedoch an die jüngsten Verluste an und gab um 0,36 Prozent nach unten auf 10.116,60 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index rutschte um 0,18 Prozent ab auf 1.071,71 Punkte. Auch an der Nasdaq gab es weitere Verluste: Der Nasdaq-100-Index sank um 0,57 Prozent auf 1.834,00 Punkte, der Composite-Index notierte 0,33 Prozent niedriger bei 2.210,22 Punkten.


Vor allem Finanzwerte profitierten zudem von einem gemeinsamen Gesetzentwurf für die umfassendste Finanzreform in den USA seit der Grossen Depression vor 80 Jahren, auf den sich Vertreter von Senat und Repräsentantenhaus US-Medien zufolge geeinigt haben. Vorgesehen sind schärfere Kontrollen für Finanzinstitute, mehr Macht für Kontrolleure und grösseren Schutz für Verbraucher. Der Handel mit komplexen Finanzinstrumenten etwa soll schärferen Regeln unterworfen werden. «Endlich wissen wir, woran wir sind», sagte Chris Hobart von der Hobart Financial Group. Das sei positiv, auch wenn die Reform die Profitabilität der Banken beeinträchtigen werde. Ein Händler gab zu Bedenken, dass noch beide Kammern des Kongresses über die Vorlage abstimmen müssen, bevor Präsident Barack Obama das Gesetz unterzeichnet. Aktien von JPMorgan setzten sich mit plus 1,53 Prozent auf 38,61 Dollar an die Dow-Spitze, gefolgt von Aktien der Bank of America mit einem Aufschlag von 1,33 Prozent auf 15,22 Dollar.


Die Aktien von Merck & Co. verbesserten sich um 0,67 Prozent auf 35,85 Dollar, nachdem das Medikament Brinavess gegen Herzrhythmusstörungen von der europäischen Arzneimittelbehörde die Zulassung erhalten hat. Am Indexende lagen Intel mit minus 1,38 Prozent auf 20,04 Dollar.


Gemischte Vorzeichen gab es nach Zahlen vom Vorabend. So kletterten Papiere des Software-Konzerns Oracle um 2,52 Prozent auf 22,78 Dollar. Der Umsatz war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39 Prozent auf 9,5 Milliarden Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit scheint Oracle den Zukauf des Grossrechner-Spezialisten Sun verdaut zu haben. Die Societe Generale beliess es bei seiner «Buy»-Einstufung und einem Kursziel von 31,00 Dollar. Das solide Zahlenwerk werde helfen, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.


Aktien des Blackberry-Herstellers Research In Motion (RIM) gingen indes um 7,46 Prozent auf 54,22 Dollar in die Knie. Das Unternehmen hatte zwar im ersten Geschäftsquartal deutlich besser abgeschnitten als im Jahr zuvor, nach Meinung von Börsianern waren die Absatzzahlen aber dennoch enttäuschend. Zudem wachsen bei RIM die Sorgen, dass Apple bald vorbeiziehen könnte. (awp/mc/gh/29)

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