US-Eröffnung: Verluste – Konjunkturdaten enttäuschen

Der Dow Jones sank im frühen Geschäft kurz unter die Marke von 8.000 Zählern und gab zuletzt 0,51 Prozent auf 8.016,87 Punkte nach. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 0,44 Prozent auf 854,97 Zähler. An der Technologiebörse NASDAQ ging es für den Composite-Index um 0,31 Prozent auf 1.648,15 Zähler nach unten. Der NASDAQ 100 verzeichnete Abschläge von 0,21 Prozent auf 1.333,80 Punkte.


Aktien von Finanzinstituten sorgten einmal mehr für Gesprächsstoff. Goldman Sachs bescherte der US-Finanzbranche mit einem überraschend hohen Milliardengewinn einen positiven Auftakt der Bilanzsaison. Anleger werten dies als weiteres Hoffnungszeichen für den möglichen Beginn einer Erholung der Banken von den Stürmen der Finanzkrise. Die Analysten aber reagierten uneinheitlich auf die Aussagen. Gewinn und Umsatz der Bank hätten zwar die Erwartungen der Fachleute klar geschlagen, sagte etwa David Trone, Analyst bei Fox-Pitt Kelton.


Die Bewertung der Aktien sei aber mit dem Blick auf die Fundamentaldaten, die insgesamt schwächer als von Trone erwartet ausgefallen seien, ziemlich hoch. Andere Experten erhöhten derweil ihre Kursziele für die Aktien und verwiesen etwa auf den verbesserten Ausblick. Allerdings kündigte Goldman eine 5-Milliarden-Dollar schwere Kapitalerhöhung an, die zu einer Rückzahlung des Regierungsdarlehens genutzt werden soll. Da auf diesem Wege der Gewinn je Aktie der Altaktionäre geschmälert wird, sackten Goldman-Titel um 5,16 Prozent auf 123,43 Dollar ab.


Andere Banktitel notierten uneinheitlich. JPMorgan etwa gaben am Ende des Dow-Jones-Index 3,41 Prozent auf 32,55 Dollar ab, und American Express fielen um 2,35 Prozent auf 19,98 Dollar. Das Analysehaus Stifel Nicolaus senkte die Einschätzung der Aktien des Kreditkartenanbieters von «Hold» auf «Sell».


Citigroup-Papiere schnellten dagegen um 15,26 Prozent auf 4,38 Dollar in die Höhe und setzten sich damit an die Spitze des Leitindex. Die Grossbank präsentiert ihre Quartalszahlen am Freitag. Hier hofften die Anleger auf ähnlich gute Ergebnisse wie bei Goldman Sachs, sagten Börsianer. Titel der Bank of America gewannen 3,36 Prozent auf 11,39 Dollar.


Mit den Autotiteln stand laut Händlern ein weiterer Krisensektor wegen der wieder verstärkten Sorgen über eine drohende Insolvenz des US-Autobauers GM im Fokus. Die US-Regierung erwägt nach Medienberichten einen direkten Einstieg beim krisengeschüttelten Opel-Mutterkonzern. Die Staatsbeteiligung könne im Tausch gegen einen Teil der bisherigen Milliardenkredite der Regierung für GM erfolgen. Die am Vortag sehr schwach gelaufenen Aktien von GM verteuerten sich um 7,60 Prozent auf 1,84 Dollar. Unterdessen erwägen die Gläubiger des angeschlagenen US-Autobauers Chrysler laut «Wall Street Journal» eine Beteiligung an dem künftigen Unternehmen, das durch die Allianz von Chrysler mit dem italienischen Hersteller entstehen könnte.


Aktien von Johnson & Johnson (J&J) rückten um 1,76 Prozent auf 52,05 Dollar vor. Händlern zufolge fiel das Zahlenwerk «besser als erwartet» aus. Der Pharma- und Medizintechnik-Konzern verbuchte zwar einen Umsatzeinbruch, hält aber an seinem Ausblick fest. Der Gewinn je Aktie übertraf die Durchschnittsprognose der Analysten. (awp/mc/ps/27)

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