US-Notenbank belässt Leitzins unverändert – Abwärtsrisiken haben zugenommen

Dies schreibt die US-Notenbank am Dienstag in ihrem in Washington veröffentlichten Kommentar. Zuvor hatte die Fed ihren Zielsatz für Tagesgeld wie erwartet unverändert bei 5,25 Prozent belassen Damit hat die Notenbank zum neunten Mal in Folge den Leitzins unverändert belassen.


Volatile Finanzmärkte
Die Fed verwies zudem auf die jüngsten Finanzmarktturbulenzen. «Die Finanzmärkte waren in den vergangenen Wochen volatil», heisst es der Mitteilung. Erstmals kommentierte sie im Statement auch die Lage am Hypothekenmarkt: Die Kreditbedingungen für einige Haushalte und Unternehmen habe sich verschärft, während die Korrektur am Häusermarkt anhalte.


Wirtschaft dürfte weiter moderat wachsen
Die Wirtschaft dürfte laut der Fed in den kommenden Quartalen jedoch «weiter moderat wachsen». Diese Einschätzung vertrat die Notenbank auch in ihrem Kommentar zur letzten Sitzung. Gestützt werde die Konjunktur durch ein solides Wachstum der Beschäftigung und der Einkommen. Zudem bleibe die Weltwirtschaft robust.


Abschwächung der Inflation bleibt die Hauptsorge
Die Hauptsorge der US-Notenbank bleibt, dass sich die Inflation nicht wie erwartet abschwächt. Die jüngsten Daten zur Kerninflation hätten sich in den kommenden Monaten zwar leicht verbessert. Eine nachhaltige Abschwächung des Inflationsdrucks sei aber bisher noch nicht überzeugend nachgewiesen. Die hohe Kapazitätsauslatung könne diesen Preisdruck aufrecht erhalten. Die Fed betonte erneut, dass künftige geldpolitische Entscheidungen vom Ausblick für Inflation und Wachstum abhingen. Die Aussagen zur Inflation blieben damit unverändert.


Weiterer Schritt in Richtung Zinssenkung
Die US-Notenbank hat am Dienstag laut Commerzbank einen weiteren Schritt in Richtung Zinssenkung gemacht. Im Absatz zur Risikoeinschätzung habe man den Passus aufgenommen, dass «die Abwärtsrisiken für das Wachstum etwas zugenommen haben», begründet Commerzbank-Volkswirt Patrick Franke in einer veröffentlichten Studie seine Einschätzung. Die grösste Überraschung sei jedoch gewesen, dass der FOMC seine Einschätzung zur Inflationsentwicklung unverändert belassen habe und keine Verbesserung sondern nur eine «moderate» Verbesserung festgestellt habe. Dies zeige, dass kurzfristig noch keine Zinssenkungen bevorstünden.


Aktienmärkte überwiegend enttäuscht
An den Aktienmärkten wurden die Aussagen überwiegend mit Enttäuschung aufgenommen. Die Aktienmärkten gaben kurzzeitig nach, erholten sich jedoch rasch wieder. Der Eurokurs notierte hingegen kaum verändert bei 1,3743 US-Dollar, nachdem er zuvor im Tagesverlauf Verluste hinnehmen musste. (awp/mc/ab)

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