US-Schluss: Dow Jones etwas fester – Starke Schwankungen

Der Dow Jones pendelte zwischen plus 0,71 und minus 0,40 Prozent und gewann am Schluss 0,61 Prozent auf 11.417,43 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 0,62 Prozent auf 1.274,55 Zähler. An der NASDAQ rückte der Composite-Index um 0,20 Prozent auf 2.389,08 Punkte vor. Der NASDAQ 100 legte 0,23 Prozent auf 1.913,02 Punkte zu.


«Der Fokus des Marktes bleibt weiterhin auf Freddie Mac , Fannie Mae und den Finanztiteln», sagte Peter Cardillo, Chefmarktökonom von Avalon Partners Inc. Der Rückgang beim Ölpreis könne zwar der Stimmung auf die Sprünge helfen, aber das derzeitige Hin und Her sei «eine Folge des nervösen Markts.» Der Preis für US-Öl war um 45 Cent auf 114,98 Dollar je Barrel (159 Liter) gesunken, schwankte aber stark. Für Alan Haft, Chef von Haft Financial, ist es unwahrscheinlich, dass die Sorgen über den Finanzsektor nachlassen. Es werde weiterhin schwierig bleiben, die Verluste durch faule Immobilienhypotheken zu bestimmen. «Ich glaube das im Markt immer noch viel Angst in Bezug auf den Finansektor steckt», sagte Haft.


Zusammen mit der Aktie des führenden PC-Herstellers Hewlett-Packard (HP) standen Papiere aus der Computerbranche im Fokus. Titel von HP sprangen mit plus 5,65 Prozent auf 46,16 US-Dollar an die Spitze des Dow Jones. Der Konzern hatte am Vorabend nach Börsenschluss seine Zwischenbilanz vorgelegt und verdient weiter kräftig am weltweiten Notebook-Boom. HP rechnet wegen seines globalen Geschäfts und dank Kostensenkungen auch künftig mit deutlich steigenden Gewinnen.


Titel von Advanced Micro Devices (AMD) legten um 2.15 Prozent auf 5,70 Dollar zu. Der Chiphersteller setzt nach einem desaströsen Jahresauftakt auf das Jahresende. Er gehe davon aus, dass das Geschäft im zweiten Halbjahr wesentlich besser laufe, sagte Deutschlandchef Jochen Polster dem «Handelsblatt» (Mittwoch). Ein Grund dafür sei, dass der Konzern seine Produktionsprobleme vom Frühjahr überwunden habe. «Das hat uns ein halbes Jahr gekostet», sagte Polster. So konnte AMD seine neuen, lukrativen Server-Chips nicht wie geplant auf den Markt bringen.


Aktien von Intel hingegen büssten 0,85 Prozent auf 23,39 Dollar ein, nachdem der Kurs vorbörslich um fast ein Prozent gestiegen war. Intel stellte ein leistungsfähiges Flash-Laufwerk vor, das nach Meinung von Intel-Manager Pat Gelsinger einen tiefgreifenden Wandel bei Notebooks bewirken könnte. Innerhalb der nächsten 30 Tage sollen die ersten so genannten SSD-Speicherlaufwerke verfügbar sein. Erstmals dringt Intel damit mit einem eigenen Produkt in einen neuen Markt vor und macht Herstellern wie Samsung oder Hama direkte Konkurrenz.


Aktien von Lehman Brothers zeigten sich im Handelsverlauf wechselhaft und pendelten zwischen Gewinnen und Verlusten hin und her. Aus dem Handel gingen die Papiere der Investmentbank mit plus 5,05 Prozent auf 13,73 Dollar. Die Titel waren am Vortag um mehr als 13 Prozent eingebrochen. Die Investoren hatten erschreckt auf Medienberichte reagiert, denen zufolge die Investmentbank angesichts neuer drohender Milliardenverluste Konzernteile zum Verkauf stellt.


Weiter abwärts ging es hingegen für die Titel von Fannie Mae mit minus 26,79 Prozent auf 4,40 Dollar und Freddie Mac mit einem Einbruch von 22,06 Prozent auf 3,25 Dollar. Die Krise der schwer angeschlagenen grössten US-Hypothekenfinanzierer spitzt sich dramatisch zu. Eine staatliche Rettungsaktion wird laut US-Medien immer wahrscheinlicher. Besonders bisher starke Investoren aus Europa und Asien schraubten ihr Engagement am Dienstag nochmals zurück.


Die wieder leicht gestiegenen Ölpreise stützten die Nachfrage nach Titeln aus der Branche. Titel wie ExxonMobil mit plus 1,10 Prozent auf 78,81 Dollar, Chevron mit plus 2,07 Prozent auf 86,46 Dollar und ConocoPhillips mit plus 2,02 Prozent auf 80,85 Dollar bauten ihre Vortagesgewinne aus. (awp/mc/ps/01)

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