US-Schluss: Leichter – Bankentitel weiter unter Druck

Turbulenzen bei der Citigroup am Wochenende mit hohen Abschreibungen und einem Führungswechsel hätten auf die Stimmung der Börsianer gedrückt, sagten Händler. Technisch motivierte Käufe nach den jüngsten Kursverlusten hätten das Minus im späten Geschäft zwar etwas abschmelzen lassen, überzeugend war die Erholung laut Händlern aber nicht.


Der Dow Jones Industrial schloss mit 0,38 Prozent im Minus bei 13.543,40 Punkten. Der Leitindex schwankte im Verlauf zwischen 13.447 und 13.613 Zählern und erholte sich zum Schluss von seinem Tief. Der marktbreite S&P-500-Index sank um 0,50 Prozent auf 1.502,16 Punkte. An der NASDAQ verlor der Composite Index 0,54 Prozent auf 2.795,18 Zähler. Der Auswahlindex NASDAQ 100 sank um 0,60 Prozent auf 2.200,48 Punkte.


Finanztitel blieben Börsianern zufolge im Fokus. Am Dow-Ende verloren Citigroup-Aktien 4,85 Prozent auf 35,90 Dollar. Nach dem Rücktritt von Unternehmenschef Charles Prince belasteten laut Händlern überraschend hohe, zusätzliche Abschreibungen wegen der Kreditkrise von acht bis elf Milliarden Dollar das Papier. Es gebe aber keine Pläne, die Dividende zu kürzen – die angepeilte Kapitalquote soll erreicht werden.


Im Sog der Citigroup fielen die Aktien der Investmentbanken Merrill Lynch um 2,44 Prozent und Bear Stearns um 2,20 Prozent zurück. Lehman Brothers hatte die Papiere auf «Equal Weight» abgestuft und die Kursziele auf 58 (zuvor 79) und 117 (145) Dollar gesenkt. Den Sektor stufte Analyst Roger Freeman auf «Neutral» ab. Die Turbulenzen am Häusermarkt übertrügen sich auf die Kreditmärkte, hiess es.


Auch Baumarktketten standen nach einem negativen Analystenkommentar unter Druck. Die Deutsche Bank hatte beide Aktien von Home Depot und Lowe’s auf «Hold» gesenkt und die Gewinnschätzungen für das laufende Jahr jeweils zurück genommen. Die bisherige Kaufempfehlung habe auf eine Erholung im Immobilienmarkt Ende 2007 oder Anfang 2008 gesetzt, so Analyst Mike Baker. Die Wirtschaftsindikatoren und der Geschäftsverlauf deuteten allerdings auf einen späteren Eintritt hin. Home Depot sackten im Dow um 1,97 Prozent auf 29,80 Dollar ab, Lowe’s verloren 3,35 Prozent auf 25,13 Dollar.


Burger King gaben nach Zahlen 3,64 Prozent auf 26,72 Dollar ab. Die Schnellrestaurantkette hatte zwar den Gewinn in ihrem ersten Quartal um fast ein Viertel gesteigert, was laut Händlern positiv überraschte. Sie verwiesen jedoch auf die Ankündigung einer Platzierung von 23 Millionen Aktien durch die Fonds TPG Capital, Bain Capital und Goldman Sachs Funds als starke Belastung.


Im Technologiesektor brachen Vertex Pharmaceuticals am Ende des NASDAQ 100 um 16,68 Prozent auf 24,08 Euro ein. Sorgen um das Medikament Telaprevir, das bei Hepatitis-C angewendet werde, belasteten laut Händlern.


Einen Kurssprung um 24,19 Prozent auf 8,01 Dollar zeigten dagegen American Financial Realty . Der Immobilienfinanzierer Gramercy Capital will die Investmentgesellschaft für rund 3,4 Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro) inklusive Schulden übernehmen. Gramercy bietet für jede Aktie des Kaufkandidaten 5,50 Dollar in bar sowie 0,121 eigene Aktien. Die Gramercy-Aktie legte 0,12 Prozent auf 24,25 Dollar zu – umgerechnet hierauf ergibt sich ein aktueller Gebotspreis von 8,43 Dollar. (awp/mc/pg)

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