US-Schluss: Schwächer – Merck & Co ziehen Dow auf neues Tief

Deutliche Kursverluste bei Merck & Co nach der geplanten 41 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Schering-Plough überwogen die Kursgewinne der Bankaktien, sagten Börsianer. Auch schmelzende Kursgewinne der schwergewichtigen Ölwerte belasteten.


Der DJIA ging um 1,21 Prozent tiefer bei 6.547,05 Zählern aus dem Handel. Im Verlauf schwankte der US-Leitindex zwischen 6.709 und 6.517 Punkten. In der Vorwoche hatte er rund sechs Prozent eingebüsst. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 1,00 Prozent auf 676,53 Punkte. An der technologielastigen NASDAQ-Börse schloss der Composite-Index mit minus 1,95 Prozent bei 1.268,64 Zählern auf einem neuen Sechsjahrestief. Der NASDAQ 100 sackte um 1,96 Prozent auf 1.043,87 Zähler ab.


Die Aktien von Merck & Co rutschten am Dow-Ende um 7,70 Prozent auf 20,99 Dollar ab und kosteten damit den Dow-Index fast 14 Punkte. Der US-Pharmakonzern will den Konkurrenten Schering-Plough mit eigenen Aktien und in bar für 41 Milliarden Dollar übernehmen. Erst vor wenigen Wochen hatte der weltweite Branchenprimus Pfizer die Übernahme des Konkurrenten Wyeth für 68 Milliarden Dollar angekündigt und das Fusionskarussell ion Gang gesetzt. Analysten sehen den Zusammenschluss von Merck und Schering-Plough auch als Massnahme gegen die wachsende Konkurrenz von Generika-Herstellern. Aktien von Schering-Plough schossen in Reaktion auf die Übernahmepläne um 14,18 Prozent auf 20,13 Dollar nach oben.


Händler schoben das schliesslich klare Minus im Dow aber vor allem auch auf die Verluste bei schwer gewichteten Aktien. Die meisten Indexpunkte habe «Big Blue» IBM mit minus 2,72 Prozent auf 83,48 Dollar gekostet, Procter & Gamble rutschten um 3,35 Prozent auf 44,18 Dollar ab und Hewlett-Packard fielen um 5,09 Prozent auf 25,53 Dollar. Hinzu kommen Wal-Mart Stores, die 2,86 Prozent auf 47,51 Dollar einbüssten und Johnson & Johnson mit einem Abschlag von 2,86 Prozent auf 46,60 Dollar – zusammengenommen mit Merck sind diese Aktien für das gesamte Indexminus zuständig.


Da habe das Plus bei einigen in der jüngsten Vergangenheit mit negativen Schlagzeilen für Furore sorgenden Werten nicht geholfen. Aktien der Bank of America endeten mit plus 19,43 Prozent auf 3,75 Dollar an der Dow-Spitze, General Motors (GM) legten 15,86 Prozent auf 1,68 Dollar zu. Seit Jahresbeginn hatten die Aktien der US-Grossbank fast 75 Prozent an Wert verloren, GM büssten etwa die Hälfte ihres Wertes ein.


Aktien von McDonald’s verteuerten sich nach Umsatzzahlen für Februar um 0,38 Prozent auf 52,35 Dollar. Auf gleicher Ladenfläche und ohne Währungseffekte stiegen die Erlöse im vergangenen Monat um 1,4 Prozent. Analyst Jack Russo von Edward Jones zufolge sieht es so aus, als ob der Februar-Umsatz etwas besser als erwartet ausgefallen ist.


Ölwerte konnten ihre anfänglich stärkeren Gewinne nicht halten und fielen Börsianern zufolge damit als grösste Stütze weg. Sie profitierten vom deutlich steigenden Ölpreis, der von Spekulationen über eine Förderkürzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) angetrieben wurde. ExxonMobil legten schliesslich 0,84 Prozent auf 64,57 Dollar zu – im frühen Handel waren die Papiere allerdings bis auf 65,98 Dollar hochgeschossen.


Bei den kleineren Werten sprangen StemCells um 43,48 Prozent auf 1,98 Dollar in die Höhe. US-Präsident Barack Obama hob die Beschränkungen bei der Finanzierung embryonaler Stammzellenforschung in den USA auf auf und setzte die Politik seines Vorgängers George W. Bush ausser Kraft. (awp/mc/ps/34)

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