US-Schluss: Sehr schwach – Dow bricht wegen Kreditkrise ein

Der Leitindex Dow Jones musste zum sechsten Mal in 2007 einen Tagesverlust von mehr als 300 Punkten hinnehmen – dem stand seit Jahresanfang nur ein Anstieg von mehr als 300 Zählern gegenüber – und schloss auf dem tiefsten Stand seit knapp zwei Monaten.

Keiner der dreissig Dow-Werte schloss im Plus. Händler verwiesen auf die Sorgen um das Ausmass der Kreditkrise, die Staatsanleihen anspringen liess und die Aktien im Gegenzug unter Druck setzte.

Der Dow Jones Industrial brach um 2,64 Prozent auf 13.300,02 Punkte ein. Der Leitindex schwankte im Verlauf zwischen 13.285 und 13.646 Zählern und schloss auf Tagestief. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 2,94 Prozent auf 1.475,62 Punkte. An der NASDAQ gab der Composite Index 2,70 Prozent auf 2.748,76 Zähler ab. Der Auswahlindex NASDAQ 100 fiel um 2,45 Prozent auf 2.169,43 Punkte.

Finanzwerte standen wegen der Kreditkrise weiter unter Druck. Aktien der American International Group (AIG) endeten vor der nach Börsenschluss erwarteten Bilanzvorlage mit minus 6,53 Prozent auf 58,00 Dollar am Dow-Ende. American Express sackten um 5,46 Prozent auf 55,37 Dollar. Das Unternehmen kommentierte Spekulationen um die Beilegung eines Rechtsstreits mit Visa nicht. Auch die Unsicherheit um die Belastung der Citigroup durch die US-Kreditkrise hielt an und das Papier verlor 4,76 Prozent auf 33,41 Dollar. JPMorgan sackten um 4,24 Prozent auf 42,24 Dollar.

General Motors (GM) rutschten um 6,11 Prozent auf 33,95 Dollar ab. Der weltgrösste Autokonzern erlitt auf seinem Sanierungskurs einen schweren Rückschlag und verbuchte einen Rekordverlust. Wegen milliardenschwerer Abschreibungen vor allem auf Steuerguthaben und auch auf die früheren Autofinanzierungs-Tochter GMAC rutschte der amerikanische Autoriese im dritten Quartal mit 39 Milliarden Dollar in die roten Zahlen.

Time Warner konnten sich nach anfänglichen Kursgewinnen nach Zahlen nicht mehr der Marktschwäche entziehen und verloren 2,89 Prozent auf 17,80 Dollar. Der Medienkonzern verzeichnete im dritten Quartal dank guter Geschäfte in der Film- und Kabelsparte solide Zuwächse. Umsatz und operatives Ergebnis stiegen, unterm Strich blieb wegen Sondereinnahmen vor einem Jahr allerdings deutlich weniger. Den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr bestätigte der Konzern. Die Schwäche von AOL habe belastet, sagten Börsianer.

Sara Lee verbilligten sich ebenfalls nach Zahlen um 2,88 Prozent auf 15,84 Dollar. Der Konsumgüterhersteller verkaufte und verdiente zwar im ersten Quartal des Geschäftsjahres weniger als im Vorjahr, konnte aber die Analystenerwartungen jeweils übertreffen.

Im Technologiesektor rutschen Garmin als zweitschwächster Wert im NASDAQ 100 um 11,13 Prozent auf 89,37 Dollar ab. Der niederländische Navigationsgeräte-Hersteller TomTom nahm den Kampf um den Anbieter digitaler Strassenkarten Tele Atlas auf und stach mit einem höheren Gebot den US-Konkurrenten aus. TomTom habe sich gleichzeitig mehr als ein Viertel an Tele Atlas gesichert, hiess es.

Tagesverlierer waren Expeditors International of Washington mit minus 12,04 Prozent auf 46,86 Dollar. Der Logistikkonzern hatte am Vortag Zahlen vorgelegt und die Aktien damit um 6,83 Prozent nach oben geschickt. Allerdings sei es am Berichtstag zu einer deutlichen Gegenbewegung gekommen, die Händlern zufolge durch eine Abstufung des Analysehauses Baird aus Bewertungsgründen auf «Neutral» begünstigt worden sei.

(awp/mc/hfu)

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