US-Schluss: Verluste – Alcoa und Chevron belasten

Bankenwerte gehörten ebenfalls zu den deutlichen Verlierern: Präsident Barack Obama prüft eine Sonderabgabe für die mit Steuergeldern geretteten Geldhäuser. Zudem drückte die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik in China die Stimmung.


«Es ist wie wenn man mitten im Spiel die Regeln ändert und das sorgt dafür, dass Anleger ein paar Gewinne einsacken», sagte Alan Lancz, Chef von Alan B. Lancz & Associates mit Blick auf Obamas Bankenpläne. «Sollte das der Weg sein, wie wir die Rettungaktionen finanzieren sollen, so wird das vor allem bei den grösseren Banken die Gewinnmargen belasten.» Bankaktien gehörten daher auch zu den grössten Verlierern.


Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) verlor 0,34 Prozent auf 10.627,26 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index gab 0,94 Prozent auf 1.136,21 Punkte ab. An der Technologiebörse Nasdaq sackte der umfassende Composite Index um 1,30 Prozent auf 2.282,31 Zähler ab. Der Auswahlindex Nasdaq 100 fiel ebenfalls um 1,30 Prozent auf 1.861,79 Zähler.


Alcoa-Titel waren mit einem Abschlag von 11,06 Prozent auf 15,52 US-Dollar der klare Verlierer im Dow. Es war der grösste Verlust seit März 2009. Belastet von Obamas Plänen und der chinesischen Geldpolitik folgten die Bank of America (BofA) und JPMorgan mit Kursverlusten von 3,37 Prozent auf 16,36 Dollar und 2,34 Prozent auf 43,49 Dollar mit etwas Abstand. Bei der BofA sorgte die Nachricht, dass die US-Börsenaufsicht SEC die Bank wie erwartet zum zweiten Mal verklagt hat, ebenfalls nicht für gute Laune.


«Alcoa enttäuschte die Anleger mit seinem nachbörslich mitgeteilten Quartalsverlust», beschrieb ein Analyst die Auswirkung der Geschäftszahlen auf die Marktstimmung. Traditionell eröffnet Alcoa den Reigen der Quartalsbilanzen in den USA. «Zahlreiche Anleger sind besorgt, dass die Alcoa-Geschäftszahlen der Auftakt für eine enttäuschende Bilanzsaison sein könnten», kommentierte Analyst James Hughes von CMC Market die Stimmung an den Aktienmärkten. Wie der Konzern am Vorabend nach Börsenschluss mitgeteilt hatte, war er nach einem kurzen Luftholen Ende 2009 überraschend wieder in die Verlustzone abgetaucht. Im vierten Quartal hatte der Konzern nach eigenen Angaben unter dem Strich 277 Millionen Dollar verloren.


Die Kursverluste bei Chevron fielen derweil mit Minus 0,58 Prozent auf 80,41 Dollar eher moderat aus. Das Unternehmen hatte die Anleger ebenfalls am Montag nach US-Börsenschluss vor einem Gewinnrückgang im abgelaufenen Quartal gewarnt. Unter anderem soll der Konzern bei der Verarbeitung und dem Vertrieb von Mineralöl im Schlussquartal 2009 deutlich weniger verdient haben. Schuld sei vor allem die spürbar niedrigere Marge im Raffineriegeschäft.


Deutlich ins Minus fielen auch die Aktien einiger Dünge-Spezialisten wie etwa Mosaic, nachdem das US-Agrarministerium für 2009 seine Prognose für die Getreide-Produktion auf ein Rekordhoch angehoben hatte und damit die Futures darauf auf Talfahrt schickte. Mosaic fielen um 5,76 Prozent auf 62,49 Dollar. Electronic Arts büssten nach einer Umsatzwarnung für 2010 am Ende des Nasdaq 100 um 7,77 Prozent auf 16,85 Dollar ein.


Anteilsscheine des Lebensmittelkonzern Kraft rückten indes vor und verteuerten sich um 1,70 Prozent auf 29,29 Dollar. Der britische Süsswaren-Hersteller Cadbury wehrt sich nach wie vor mit allen Mitteln gegen eine Übernahme durch Kraft. Das Jahr 2009 habe Cadbury über den Markterwartungen abgeschlossen, liess der Konzern mitteilen, um die Anleger weiter bei der Stange zu halten. Ausserdem soll die Jahres-Dividende um rund zehn Prozent steigen.


Angehobene Prognosen von Infosys Technologies und Hartford Financial Services Group wurden von den Anlegern indes mit deutlichen Kursaufschlägen honoriert. Während Infosys-Aktien für ein angehobene Umsatzprognose mit einem Kursplus von 5,14 Prozent bedacht wurden, kletterten Hartford nach einem zuversichtlicheren Ausblick auf den Gewinn im vierten Quartal um 3,63 Prozent. (awp/mc/ps/33)

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