US-Schluss: Verluste – Verschnaufpause nach langer Anstiegsphase

Die teilweise besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten hatten kaum Einfluss auf den Handelsverlauf. Die Wirtschaftsaktivität in der Region Philadelphia hatte sich im März stärker aufgehellt als von Experten erwartet. Der Sammelindex der Frühindikatoren war dagegen im Februar wie erwartet um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat gefallen.


Der US-Leitindex Dow Jones Industrial Average schloss mit minus 1,15 Prozent auf 7.400,80 Zählern. Seit Dienstag vergangener Woche war er damit dennoch um mehr als 850 Punkte oder 13 Prozent gestiegen. Der marktbreite S&P-500-Index ging am Donnerstag mit einem Abschlag von 1,30 Prozent auf 784,04 Zähler aus dem Handel. An der Technologiebörse NASDAQ verlor der Composite-Index 0,52 Prozent auf 1.483,48 Zähler. Der Auswahlindex NASDAQ 100 sank um 0,23 Prozent auf 1.204,21 Punkte.


Nachdem die Titel der Citigroup  zu Handelsstart um rund 20 Prozent gestiegen waren, gingen sie schliesslich mit minus 15,58 Prozent auf 2,60 Dollar aus dem Handel. Die Großbank erwägt, eigene Aktie zusammenzulegen, um den niedrigen Aktienkurs wieder anzuheben. Mögliche Szenarien sind Zusammenlegungen im Verhältnis eins zu zwei bis eins zu dreißig. Dieser Schritt könnte Teil der Umwandlung von Schuldpapieren im Wert von 27,5 Milliarden Dollar in Aktien sein. Das würde dem amerikanischen Staat einen Anteil an der Citigroup von 36 Prozent geben. Zu den grossen Verlierern zählten auch Morgan Stanley, die um 13 Prozent einbrachen, Bank of America, die um knapp 10 Prozent nachgaben oder JPMorgan, die knapp acht Prozent verloren.


Kräftige Kurssprünge machten dagegen die Aktien von US-Autoherstellern und -Zulieferern, nachdem aus Kreisen verlautete, dass das US-Wirtschaftsministerium den Zulieferern fünf Milliarden Dollar zur Verfügung stellen werde. Visteon sprangen um 81,25 Prozent auf 0,29 US-Dollar hoch und Lear Corp. um 84,72 Prozent auf 1,33 Dollar. Tenneco gewannen 30,43 Prozent auf 2,70 Dollar und Goodyear Tire&Rubber legten um 1,31 Prozent auf 6,17 Dollar zu. Die Titel des schwer angeschlagenen Autoherstellers General Motors (GM) rückten um 8,71 Prozent auf 2,87 Dollar vor und die von Ford Motor um 1,62 Prozent auf 2,51 Dollar.


Einen Kurssprung um 9,73 Prozent auf 17,37 Dollar machten die Titel des Softwareherstellers Oracle, der am Vorabend nach Börsenschluss besser als erwartete Ergebnisse vorgelegt hatte. Zudem will der Konzern erstmals in seiner Unternehmensgeschichte eine Dividende zahlen. Analysten äusserten sich insgesamt positiv. Über sein abgelaufenes Quartal hatte auch der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike berichtet. Die Aktie gewann 1,26 Prozent auf 46,50 Dollar. FedEx legten nach Zahlen zum dritten Geschäftsquartal um 4,76 Prozent auf 45,10 Dollar zu. Der Logistikkonzern hatte zwar die Erwartungen verfehlt und auch der Ausblick auf das vierte Geschäftsquartal enttäuschte, ein Analyst verwies jedoch für das Kursplus vor allem darauf, dass FedEx Marktanteile in der Krisenzeit gewonnen hat.


Pfizer büssten 3,86 Prozent auf 13,70 Dollar ein. Der weltgrösste Pharmakonzern greift im Geschäft mit patentfreien Medikamenten an. Er will das bislang vernachlässigte Geschäft mit Nachahmer-Medikamenten künftig aktiv voranbringen und durch Lizenzkäufe und Übernahmen ausbauen. (awp/mc/pg/35)

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