US-Verbraucherpreise sinken erstmals seit 1955

Im Februar waren die Preise um 0,4 Prozent angezogen, im Januar waren es 0,3 Prozent. Zuvor hatte es ein halbes Jahr keine Preissteigerungen gegeben. Finanzexperten hatten im März mit einer monatlichen Inflationsrate von 0,1 Prozent gerechnet. Allerdings hatte die US-Notenbank schon betont, dass die Preise in den USA angesichts der dramatischen Rezession und sinkender Ölpreise in diesem Frühjahr vermutlich stabil blieben. Vor allem die notleidenden US-Industrien wie die Autobranche locken die Verbraucher mit Preisnachlässen und Sonderkonditionen.


Deflation als grösste Sorge
«Der wirtschaftliche Abschwung wird den Preisdruck unten halten. Deflation ist zu diesem Zeitpunkt die grössere Sorge», meinte der Chef-Ökonom der Bank von Tokio-Mitsubishi UFJ in New York. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht allerdings derzeit noch keine Deflation in den USA. «Auch wenn die Inflationsrate jetzt unter Null liegt, ist damit noch keine Deflation im engeren Sinne eingetreten», hiess es. Gleichwohl bleibe der Preistrend abwärtsgerichtet, «weshalb wir auch in den kommenden Monaten mit fallenden Inflationsraten rechnen», schreiben die Experten. Die Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise erhöhte sich nach Angaben des Arbeitsministeriums im März um 0,2 Prozent. Im Vergleich zum März 2008 stieg die Kernrate um 1,8 Prozent.


Empire State Index klettert im April überraschend deutlich
Die Geschäftsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York haben sich im April überraschend deutlich von ihrem Rekordtief im Vormonat erholt. Der Empire-State-Manufacturing-Index sei von minus 38,2 Punkten im Vormonat auf minus 14,7 Punkte gestiegen, teilte die regionale Vertretung der US-Notenbank in New York mit. Im Vormonat war der Index auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen 2001 gesunken. Volkswirte hatten für April nur mit einem leichten Anstieg auf minus 35,0 Punkte gerechnet. Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Staat New York. Ein Indexstand unter Null deutet einen Rückgang der Aktivität an.


Nettokapitalabfluss im Februar deutlich gesunken
Ausserdem sind im Februar die Nettokapitalabflüsse deutlich gesunken. Insgesamt hatten ausländische Investoren per Saldo 97,0 Milliarden US-Dollar abgezogen, teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Washington mit. Allerdings wurde die Abflüsse im Vormonat von 148,9 Milliarden Dollar auf 146,8 Milliarden Dollar nach unten revidiert. Die USA benötigen einen hohen Zufluss an Kapital, um ihr Defizit in der Leistungsbilanz zu finanzieren. 


Stimmung unter Häuserbauern überraschend deutlich gestiegen
Die Stimmung unter den US-Häuserbauern hat sich im April überraschend deutlich verbessert. Der NAHB-Hausmarktindex sei von 9 Punkten im Vormonat auf 14 Punkte im laufenden Monat gestiegen, teilte die National Association of Homebuilders (NAHB) am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten zuvor nur einen leichten Anstieg auf 10 Punkte erwartet. Die Kennzahl stieg zwar deutlich über das Rekordtief von 8 Punkten, das im Januar erreicht wurde, markierte aber weiterhin ein niedriges Niveau. (awp/mc/pg/26)

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