Victoria-Jungfrau: Zwischen den Seen auf einsamer Höhe


Neu erfinden kann man die Hotellerie nicht mehr. Aber neu definieren. Seit 34 Jahren ist Emanuel Berger immer auf der Suche danach, wie er seine Gäste noch besser verwöhnen kann. Aufmerksamkeit und Grosszügigkeit im Überfluss ist das Ergebnis.

Von Helmuth Fuchs

Im Herzen der Alpen, im Geiste des LuxusWie nähert man sich einem Juwel der alpinen Hotellerie und dem weltweit besten Hotelier des Jahres („Independent Hotelier of the World 2003“, Hotels Magazine)? Am besten mit Freude, denn beide strahlen den Willen aus, den ankommenden Gast von der ersten Sekunde an zu verwöhnen. Am Fusse der imposanten Gebirgskulisse mit einer atemberaubenden Sicht auf das Jungfraumassiv, bilden das 1865 erbaute Victoria und das aus dem Jahre 1869 stammende Jungfrau eine traumhafte neo-barocke Kulisse. Der Gast erahnt zwar die Zeit der „Belle Époque“, wird aber von absolut modernster Infrastruktur unauffällig begleitet und umgeben (Zum Beispiel ein Wireless LAN, das auch sofort funktioniert). Die Zimmer bieten den grössten Luxus, den ein Hotel haben kann: Raum. Verschwenderische Grosszügigkeit im Bad, die sich im stilgerecht renovierten Zimmer fortsetzt. Prunkvoll, aber nicht überladen, eine bequeme Chaiselongue zum genussvollen Nichtstun. Zum Empfang auf dem Zimmer warten eine kleine Flasche Champagner, frische Früchte, feinste Pralinen, ein nettes Schreiben des Hausherrn. Und überall frische Blumen: Veilchen, Rosen, Orchideen, Lotusblüten. Die kleinen Gesten, die den Geist des Luxus am Leben erhalten.



Das aussergewöhnliche Ritual für Körper und Seele: E’SPAWas bis anhin unter Wellness und Spa angeboten wurde, bekommt im Victoria-Jungfrau eine neue Dimension. Schon 1992 wurde durch den Bau der imposanten Schwimmhalle, dem türkischen Dampfbad, dem Solbad, der finnischen- und Biosauna und dem Fitnessbereich ein wichtiger Grundstein gelegt. Im Dezember 2003 wurde ein eigentliches Universum des Wohlfühlens, das in Zusammenarbeit mit Susan Harmsworth (E’SPA International) und dem Architekten Wolfgang Behles geschaffen wurde, eröffnet. Klare, schlichte Formen, eine Hauch von Zen, Erdfarben, edelste Materialien, warmes Licht. Der Gast wird von seiner persönlichen Betreuerin / seinem persönlichen Betreuer in eines der 16 edel gestalteten Zimmer begleitet. Licht nach Wunsch, leise Musik, eine sanfte Fussmassage, ein wohlschmeckender Tee. Der Abschied von der Hektik ist geschafft. Das persönliche Programm für die nächsten zwei Stunden der Behandlung wird im Gespräch gestaltet. Die Reise ins Zentrum des Wohlfühlens kann beginnen. Ein sanftes Peeling, eine warme Dusche, eine Ganzkörper-Massage mit warmem Öl und heissen Steinen, eine Kopfmassage. Das Gespräch versiegt langsam, man taucht weg ins eigene Innere. Nichts mehr müssen. Raum und Zeit lösen sich auf, Musik und Gerüche ziehen vorbei. Und am Ende der Zeit wird man wieder sanft zurückgeholt. Dort angekommen, von wo man nie weggegangen ist. Leises Ausklingen im speziellen Ruheraum. Auch hier edelste Materialien und der freie Blick in die Welt, die draussen so nah und doch so weit weg ist. Ist man nach einem so aussergewöhnlichen Ritual ein anderer Mensch? Vielleicht nicht, aber sicher einer, der sich besser fühlt. Das alleine ist schon den Aufenthalt im Victoria-Jungfrau wert.



Die Leichtigkeit eines zelebrierten DînersKulinarisch bietet das Victoria-Jungfrau drei unterschiedliche Stilrichtungen in ebenso unterschiedlichen architektonischen Hüllen. Französische Küche im stilvoll gestalteten La Terrasse (16 Punkte GaultMillau), Schweizer Küche in authentischer Umgebung der Belle Époque in der Jungfrau Brasserie (15 Punkte GaultMillau), italienische und asiatische Pastagerichte im kühl-reduktionistischen La Paststeca.
Wir entschieden uns für das La Terrasse. Beim Dîner hat man die Wahl zwischen einem mehrgängigen Menu der eleganten, modernen französischen Küche oder der speziell kalorienreduzierten SPA Cuisine. Die Eleganz des Raumes setzt sich fort bis in die kleinsten Details: Goldene Kerzen, Kerzenhalter mit goldenen Putten, authentisch gekleidete Bedienung,Pianospiel während des Dîners. Das Essen ist ein zeitgemässes Zelebrieren des Dîners vor 100 Jahren. Eine spezielle Gelegenheit, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Eine kleine Offenbarung der Wein: Ein 1996-er Cuvée El Campanario von Abadia Retuerta (Duero).



Wenn Bauen ein „feu sacré“ entfachtDas Victoria-Jungfrau wurde über die Zeit immer wieder den ändernden Anforderungen der modernen Hotellerie angepasst. 1991 wurde dann zur Phase der intensivsten Bautätigkeit. Mit grösstem Einsatz und offenkundiger Begeisterung aller Beteiligten konnte in kürzester Zeit ein komplexes Bauprojekt erfolgreich umgesetzt werden. Die Hotelhalle „Les Arcades“ wurde als Verbindung der beiden freistehenden Gebäude des Victoria und des Jungfrau realisiert. Inspiriert von den grosszügigen Bahnhofshallen Eiffels verbindet der Architekt Wolfgang Behles mit einem Tonnengewölbe in Stahlrippenkonstruktion die beiden eigenständigen Gebäude zu einer Einheit. Weisse Säulen tragen die Konstruktion. Säulen sind auch die dominanten Elemente im zweiten wichtigen Neubau von 1991, dem Schwimmbad. Die Elemente des Neubaus verbinden das Vorhandene, ohne sich anzubiedern. Farblich vor allem in schwarz und weiss gehalten, signalisieren sie schlichteEleganz und lassen den Glanz des alten Luxus weiterhin zu.



Meet in StylePrachtvolle Räume wie der Salle de Versaille oder der Salon Napoléon geben einen prunkvollen Rahmen für Konferenzen, Empfänge, Bankette oder Konzerte. Im 1999 eröffneten Konferenz-Center Côté Jardin stehen für Tagungen bis 250 Personen modernste technische Hilfsmittel zu Verfügung. High Tech in High Touch Umgebung, eine Verbindung, die von immer mehr Firmen geschätzt wird. Aktuell fanden zum Beispiel gerade die X-Days von Microsoft im Victoria-Jungfrau statt.



Die WunschlisteKann man die Leistung eines Hotels vom Range des Victoria-Jungfrau noch verbessern? Soviel vorneweg, man kann. Kleine Unstimmigkeiten schleichen sich natürlich auch durch die Grösse des Hauses ein und Perfektion ist nie für immer erreichbar, sondern blitzt nur in speziellen Augenblicken auf. Die Anzahl dieser perfekten Augenblicke ist im Victoria-Jungfrau ohne Zweifel sehr gross und macht den Aufenthalt zu einer Zeit tiefer Erholung. Im Schwimmbad wäre es schön, wenn der Blick statt auf die Nachbarshäuser auf die Felsen und Waldstrukturen gelenkt würde. Ansätze dazu sind sichtbar (Bepflanzung mit Bambus) und wahrscheinlich im Sommer schon umgesetzt.
Mit Spannung darf man die Erweiterung des einzigartigen Spa Bereiches erwarten. Emanuel Berger wird sein ständiges Bemühen nach dem perfekten Verwöhnen seiner Gäste weiterführen und unser grösster Wunsch ist somit schon erfüllt.


Ausführliches Gespräch mit Emanuel Berger 
Seit 34 Jahren verwöhnen Rosmarie und Emanuel Berger ihr Gäste im Victoria-Jungfrau in Interlaken und überraschen immer wieder mit neuen Ideen. Interessante Einblicke und Ausblicke mit Emanuel Berger im Moneycab Interview. Weiter…
Das Moneycab Rating 
 Das Moneycab Rating stützt sich auf folgende Kriterien:1Persönliche Erfahrung der(s) Moneycab Testerin/Testers2Wertung der grossen Hotelführer3Wertung der grossen Restaurantführer4Zugehörigkeit zu führenden Hotelvereinigungen5Qualitätskontrollen führender Hotelvereinigungen 
Einfach Perfekt 
Sehr gut 
Gut 
Akzeptabel 
Nein, so nichtInfo & AdresseDas HotelKategorie5 SterneZimmer212AdresseHöheweg 41
3800 InterlakenTelefon +41 33 828 28 28Fax +41 33 828 28 [email protected]frau.ch LeitungEmanuel BergerGeöffnetDas ganze Jahr
Die Preise*Zimmerpro NachtEinzel430 bis 620 FrankenDoppel530 bis 720 FrankenSuiten1350 bis 4500 Franken*Preise exklusive Frühstück
Architektur & Design 
Imposante „Belle Époque“ Kulisse. Authentischer Charakter der beiden Gebäude von 1865 und 1869 auch im Innenleben und durch die Renovation der Zimmer beibehalten. Neues wirkt verbindend, wo es diese Funktion hat (Hotelhalle) oder ist klar abgegrenzt, wo es eigenständig sein soll (Spa). Prunkvolle Säle nebst coolem Design. Vorsicht ist geboten, damit der Komplex durch Neubauten nicht zerstückelt wird und nach hinten ausfranst. Führung & Personal 
Emanuel Berger schafft es seit 34 Jahren immer wieder, seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren. Von den Lesern des HOTELS Magazin zum weltweit besten unabhängigen Hotelier im Jahre 2003 gekürt, ist sein Bestreben, die Gäste auf die beste Art zu verwöhnen, immer noch ungebrochen. Im Bereich Spa und Wellness sorgen bestens ausgebildete SpezialistInnen für luxuriöse Entspannung der Sonderklasse, in der Küche waltet Manfred Roth mit Umsicht und Kreativität. Essen & Trinken 
Französische Küche im stilvoll gestalteten La Terrasse (16 Punkte GaultMillau) mit Manfred Roth, Schweizer Küche in authentischer Umgebung der Belle Époque in der Jungfrau Brasserie (15 Punkte GaultMillau) mit Urs Wandeler, italienische und asiatische Pastagerichte im kühl-reduktionistischen La Paststeca. Insgesamt eine grosse Vielfalt an kreativen Gerichten mit marktfrischen Produkten. Umgebung & Freizeit 
Felix Mendelssohn-Bartholdy schrieb 1842 „Das Gebiet zwischen dem Thuner-und dem Brienzersee ist nämlich das Allerherrlichste in diesem unbegreiflich schönen Land“. Auch heute noch kann man sich dem Zauber des Jungfraumassivs nicht entziehen. Vom Victoria-Jungfrau geniesst man eine atemberaubende Sicht auf die imposante Bergwelt.Piz Gloria, die Giessbachfälle, die St. Beatushöhlen… Die Verschwenderische Fülle der Natur ist dem Luxus des Hotels ebenbürtig. 

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