VP Bank: Einschätzung der Finanzmärkte 2008-2017

Für beide Assetklassen rechnet er zudem mit tiefen Inflationsraten und damit einhergehend mit niedrigen nominalen Erträgen. Gleichzeitig werden die Risiken für die Anleger weiter ansteigen, und die Volatilität der Finanzmärkte nimmt zu.

Streuung der Investments über eine Vielzahl von Assetklassen
Um in der Vermögensanlage das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu optimieren, gewinnt für die Experten der VP Bank die Streuung der Investments über eine Vielzahl von Assetklassen weiter an Bedeutung. Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern verfügen dabei aufgrund ihrer steigenden Wettbewerbsfähigkeit nach wie vor über grosses Potenzial. Schwellenländer-Aktien werden zudem das zyklische Performanceverhalten der vergangenen 15 Jahre nachhaltig hinter sich lassen und bei Investoren eine grundsätzliche Neueinstufung erfahren. Die VP Bank rechnet für die kommenden zehn Jahre mit durchschnittlichen realen BIP-Wachstumsraten für die Schweiz von 1.5 % und für die OECD-Länder im Schnitt von 2.5%. Für die Emerging Markets liegt die Erwartung bei 4.7% pro Jahr. Hinsichtlich Inflationsraten werden Raten im Jahresdurchschnitt von 1.4% für die Schweiz, 2.0% für die Länder der OECD und von 3.5 % für die Schwellenländer erwartet.


Aktienerträge unter Durchschnitt, Anleiherenditen besser als zuletzt erwartet
Für die kommenden zehn Jahre geht Markus Stadlmann – im Vergleich zu den Renditen vergangener Jahrzehnte – von tieferen jährlichen Aktienerträgen aus. Er rechnet für die Jahre 2008 bis 2017 für US-Aktien mit einem realen Ertrag in lokaler Währung von durchschnittlich 5.3% pro Jahr, für Aktien aus dem EWU-Raum mit einem realen Ertrag von 5.5% und für Aktien von Schweizer Unternehmen mit einem durchschnittlichen Ertrag von jährlich 4.3%. Die Renditen hingegen, die auf den Anleihemärkten zu erzielen sind, werden in Zukunft über dem Niveau der vergangenen drei Jahre liegen. Für den US-Obligationenmarkt (Staatsanleihen und Anleihen der Bonität AAA-BBB) erwarten die Experten der VP Bank eine jährliche reale Durchschnittsrendite von 2.8%. Für Investment Grade Bonds in Schweizer Franken liegt die durchschnittliche reale Rendite bei 2.1%.


Auswirkungen der Schuldenkrise
Für die VP Bank hat die noch nicht ausgestandene Schuldenkrise einen deflationären Effekt. Zudem verzögert die schwierige «Ortung» der noch verborgenen Risiken die endgültige Bewältigung der Krise. Die weltumspannenden Auswirkungen der Krise, die Intransparenz auf Seiten vieler Akteure sowie komplexe Derivatmärkte lassen einen neuerlichen Aufschwung der Risikoneigung unter den Anlegern erwarten. Zu einer für die Spätphasen des Konjunkturzyklus typischen Ausdehnung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse kommt es bereits jetzt.


Volatilitäten und Anlagerisiken werden steigen
Insbesondere risikogeneigte Investments weisen seit der Erholung der Aktienmärkte Anfang 2003 eine tiefe Schwankungsintensität auf. Dies ist primär auf Zuflüsse von Liquidität in die Finanzmärkte zurückzuführen. Für die kommenden 18 Monate rechnet Markus Stadlmann damit, dass die Anlagerisiken (Volatilitäten) quer über alle Assetklassen weiter ansteigen werden.


Diversifikation immer wichtiger
Um auch in Zukunft in der Vermögensverwaltung ein optimales Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu erzielen, muss laut den Experten der VP Bank der Fokus auf die Diversifikation über verschiedene Assetklassen gelegt werden. Eine weiterhin grosse Bedeutung haben dabei in den kommenden zehn Jahren insbesondere Anleihen und Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern.

Schwellenländer-Aktien vor Paradigmenwechsel
Die Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern treten für die Experten der VP Bank in eine neue Ära ein: Während ein Grossteil der Emerging Markets in der Vergangenheit «nur» ein Produktionsstandort westlicher Unternehmen und entsprechend stark vom Export abhängig waren, sind sie heute zu echten Technologie-, Produkt- oder Dienstleistungszentren aufgestiegen. Obwohl die Exporte stark zugenommen haben, ist die Abhängigkeit von den USA in den vergangenen Jahren gesunken. Der innerasiatische Handel hat zudem stark an Bedeutung gewonnen; ein Beleg für das Entstehen eigener Binnenmärkte. Die Binnennachfrage aus den Schwellenländern stabilisiert nun den globalen Konsum, während der US-Konsument schwächelt.


Nicht nur auf makroökonomischer Ebene haben sich die Schwellenländer weiterentwickelt. Auch die dortigen Unternehmen haben immense Fortschritte erzielt: Die Unternehmen werden professionell geführt, und Kapital wird effizient eingesetzt. Während noch in den 90er Jahren die Eigenkapitalrendite abzüglich der Fremdkapitalkosten negativ war, liegt diese Masszahl für die Profitabilität der Unternehmen derzeit bei +7.4%. Auch das Gewinnwachstum der Emerging Market Unternehmen liegt um 41% über dem ihrer globalen Konkurrenz. Wer die Erfolgsstory eines Schwellenlandes exemplarisch verfolgen will, dem empfiehlt Markus Stadlmann einen genaueren Blick auf Taiwan. Das Land hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum für neue Technologien entwickelt; beispielsweise werden heute 82% aller Notebooks in Taiwan produziert. Der Binnenmarkt hat sich nachhaltig etabliert und verfügt über wachstumsstarke Unternehmen. Kaufkraftbereinigt beträgt das Pro-Kopf-Einkommen rund USD 32’000.-. Nur mehr rund 14% der Exporte Taiwans gehen heute in die USA.

(VP Bank/mc/hfu)





VP Bank Gruppe
Die Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft (VP Bank) wurde 1956 gegründet und gehört zu den grössten Banken Liechtensteins. Heute verfügt sie über Tochtergesellschaften in Zürich, Luxemburg und auf den British Virgin Islands, über Vermögensverwaltungsgesellschaften in München, Dubai und Hongkong sowie Repräsentanzen in Moskau und Hongkong. Die Bank besteht aus den Geschäftseinheiten Private Clients, Trust Banking und Banking Services sowie dem Corporate Center. Per 30. Juni 2007 beschäftigte die VP Bank Gruppe teilzeitbereinigt 651.0 Mitarbeitende. Die Bilanzsumme betrug CHF 10.1 Mrd. und das Kundenvermögen CHF 39.6 Mrd. Die VP Bank Gruppe hat von Standard & Poor’s das Rating «A» (A/ stable/A-1) erhalten. Damit ist sie eine der wenigen offiziell bewerteten Privatbanken in Liechtenstein und in der Schweiz.

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