VW startet Offensive zum US-Comeback

Zugleich soll das Modell, das im künftigen VW-Werk im Bundesstaat Tennessee gebaut wird, deutlich billiger angeboten werden. Ab Mitte 2011 soll es zu weniger als 20.000 Euro auf den Markt kommen. «Unser US-Marktanteil von zwei Prozent ist nicht genug», sagte Jacoby. Er folgt damit Konzernchef Martin Winterkorn, der bereits ehrgeizige Ziele gesteckt hat: Bis 2018 soll der Konzern in den USA jährlich eine Million Autos der Marken Audi und VW verkaufen – viermal so viele wie in diesem Jahr.


Imageproblem
Um das zu erreichen, muss VW zunächst das eigene Imageproblem lösen. «Die Marke Volkswagen ist Teil der amerikanischen Popkultur, und die emotionale Bindung an die Marke ist stärker als bei Toyota und den etablierten Herstellern», sagte Jacoby. Doch Amerikaner verbinden Volkswagen dem Bericht zufolge vor allem mit dem Käfer. Die neuen Modelle seien dagegen nicht hinreichend präsent. Mit Werbekampagnen will Jacoby nun den Rückstand aufholen: «In Amerika eine Bekanntheit wie Toyota zu erreichen ist in der Summe unser Ziel.»


Toyota Camry im Visier
Mit der Familienlimousine will VW in Amerika vor allem den erfolgreichen Toyota Camry angreifen, der ab 20.000 Dollar angeboten wird. Allein dieses Modell haben die Japaner in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres in den USA mehr als 264.000mal verkauft. VW kam im gleichen Zeitraum mit allen Pkw-Modellen zusammen etwa auf die Hälfte. «In den kommenden drei bis vier Jahren wollen wir unseren Absatz in den USA auf 400.000 bis 450.000 steigern», kündigte Jacoby an.


Geld in USA frühestens ab 2012 zu verdienen
«Bevor das neue Werk fertig ist, werden wir hier nicht profitabel sein», sagte Jacoby. Damit könnte VW in Amerika frühestens 2012 Geld verdienen. Bis dahin geht es vor allem darum, die Marke neu zu etablieren und Marktanteile zu gewinnen. Mit dem Start der Produktion Anfang 2011 könnte VW einen guten Zeitpunkt treffen. «Der Markt wird sich 2010 nur geringfügig erholen», sagte Jacoby. «Wir rechnen mit lediglich 10,5 Millionen Fahrzeugen. In den Folgejahren könnten wir wieder 14 bis 15 Millionen erreichen.» 


Produktion vom Ur-Golf in Südafrika wird eingestellt
Unterdessen hat der Volkswagen-Konzern die Produktion des allerersten Golfmodells in Südafrika eingestellt. 2010 werden alle «City Golfs» verkauft sein, teilte VW-Südafrika-Chef David Powels am Montag in einer Pressekonferenz mit. «Heute verkünden wir das Ende einer Auto-Legende», sagte Powels und verwies auf die Erfolgsgeschichte des meistverkauften Autos aller Zeiten. Auch in Südafrika, wo der Ur-Golf 1978 erstmals vom Band lief, sei er das erfolgreichste Produkt gewesen.


Neuausrichtung der VW-Produktion am Kap
rund für das Auslaufen des Modells ist neben der veralteten Technik eine Neuausrichtung der VW-Produktion in Südafrika. Volkswagen will in seinem Werk in Uitenhage (bei Port Elizabeth) vor allem die Produktion der Modelle Jetta und Polo ausbauen. Durch die Einstellung der Produktion des «City Golfs» habe es keinen Personalabbau gegeben, teilte Powels mit. Zu der Frage, ob es möglicherweise einen Nachfolger für den Golf I in Südafrika geben werde, hielt er sich bedeckt. Im März kommenden Jahres wolle man Einzelheiten zur neuen Modellpolitik bekanntgeben. (awp/mc/ps/09) 

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