Wirtschaftsstimmung in der Eurozone erneut kräftig eingetrübt

Dies sei der vierte Rückgang in Folge, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn laut einer Mitteilung. Bei der Beurteilung der Lage habe es für das dritte Quartal ebenfalls einen kräftigen Rückgang von zuvor 100,9 Punkten auf 84,1 Zähler gegeben, hiess es weiter in der Mitteilung des ifo-Instituts. Der Wert für die Beurteilung der Erwartungen sei von zuvor 55,8 Punkten auf 43,4 Zähler gesunken.


Deutlich pessimisterische Erwartungen
Der Rückgang des ifo-Indikators resultiert laut Sinn sowohl aus weniger positiven Urteilen zur gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch aus deutlich pessimistischeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Das Wirtschaftsklima habe sich im dritten Quartal in fast allen Ländern des Euroraums weiter eingetrübt. Besonders negativ seien dabei die Urteile zur derzeitigen wirtschaftlichen Situation in Italien, Spanien, Portugal, Irland und Belgien ausgefallen. Weiterhin günstig werde die aktuelle Wirtschaftslage in Finnland, Österreich, Deutschland und den Niederlanden beurteilt, sagte Sinn weiter.


Inflationserwartungen noch stärker über EZB-Zielmarke
Die Inflationserwartungen für 2008 liegen laut ifo mit 3,6 Prozent noch stärker über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) als Anfang des Jahres (2,5 Prozent). Nach Meinung der befragten Experten dürften die Leitzinsen im Laufe der nächsten sechs Monate erhöht werden. Der US-Dollar werde im Vergleich zum Euro weiterhin als unterbewertet eingeschätzt. In den kommenden sechs Monaten wird eine weitere, wenn auch nur leichte Aufwertung des Dollar erwartet. Auch der japanische Yen und das britische Pfund würden gegenüber dem Euro als unterbewertet bezeichnet.


Im Rahmen der Studie wurden vom ifo Institut 273 Konjunkturexperten befragt. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) durchgeführt. (awp/mc/pg/18)

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