Wirtschaftsstimmung in der Eurozone sinkt auf 15-Jahres-Tief

Dies ist der niedrigste Stand der Kennzahl seit August 1993. Volkswirte hatten mit einem moderateren Rückgang auf 78,8 Punkte gerechnet. Der Vormonatswert wurde ursprünglich mit 80,4 Punkten angegeben.


Kräftige Eintrübung in fast allen Sparten
Bis auf den Einzelhandel trübte sich die Stimmung in allen betrachteten Sektoren zumeist kräftig ein. In der Industrie sank das Vertrauen von minus 17 Punkten auf minus 24 Punkte. Erwartet wurden minus 21 Punkte. Im Dienstleistungssektor verschlechterte sich die Stimmung von minus 7 Punkten auf minus 12 Punkte. Die Erwartungen lagen bei minus 8 Punkten. Das Verbrauchervertrauen sank leicht von minus 24 Punkten auf minus 25 Punkte, womit die Erwartungen getroffen wurden. Das Vertrauen im Einzelhandelssektor verharrte unterdessen bei minus 13 Punkten, während die Stimmung im Bausektor von minus 20 Punkten auf minus 24 Punkte sank.


Der ESI setzt sich aus fünf Unterindikatoren zusammen. In ihn gehen das Industrievertrauen mit 40 Prozent und das Dienstleistungsvertrauen mit 30 Prozent ein. Das Verbrauchervertrauen steuert 20 Prozent bei. Das Bauwirtschafts- und das Einzelhandelsvertrauen werden zu jeweils 5 Prozent gewichtet.


Geschäftsklima sackt auf Rekordtief
Auch das Geschäftsklima in der Eurozone ist im November auf den tiefsten Stand seit rund 15 Jahren gesunken. Dabei beschleunigte der Business Climate Indicator (BCI) seine Talfahrt und sackte von minus 1,34 Punkten im Oktober auf minus 2,14 Punkte im November ab, wie die EU-Kommission mitteilte. Der Indikator lasse auf einen wahrscheinlichen Rückgang der industriellen Produktion auch im vierten Quartal schliessen. Ein Indexstand des Geschäftsklimas von Null Punkten entspricht dem langfristigen Durchschnittswachstum der Industrieproduktion von zwei Prozent. Ein Produktionsrückgang wird angedeutet, wenn der Index unter minus 0,5 Punkte rutscht. (awp/mc/pg/12)

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