ABB erhält HGÜ-Auftrag über 75 Mio USD in Nordamerika

Ulrich Spiesshofer

Ulrich Spiesshofer, CEO ABB. (Bild: ABB)

Zürich – ABB hat von Hydro-Québec, dem Versorgungsunternehmen in Ostkanada, und National Grid, dem Energieversorger in Neuengland, USA, einen Auftrag in Höhe von rund 75 Millionen US-Dollar für die Modernisierung von drei Hochspannungs-Gleichstromübertragung-Stromrichterstationen (HGÜ) erhalten, wie der Energietechnik- und Automationskonzern am Mittwoch mitteilt.

Die Multi-Terminal-HGÜ-Leitung zwischen Québec und Neuengland wurde zwischen 1990 und 1992 als erste Verbindung ihrer Art in Betrieb genommen. ABB ersetzt jetzt die 20 Jahre alten Steuerungs- und Schutzsysteme durch modulare fortgeschrittene Steuerungssysteme (MACH) für HGÜ-Ausrüstung.

Die Leitung hat eine Übertragungskapazität von insgesamt 2.000 Megawatt. Sie erstreckt sich über eine Entfernung von 1.500 Kilometern vom Wasserkraftwerk La Grande 2 nahe der James Bay in Ostkanada über Nicolet, eine Unterstation am Südufer des Sankt-Lorenz-Stroms, bis zum Sandy Pond in der Nähe von Boston, Massachusetts, in den USA.

Innovationsführer
„ABB hat die HGÜ-Technologie in Pionierleistung entwickelt und ist noch immer Innovationsführer in diesem Sektor“, sagt Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB. „Das Projekt untermauert unseren Fokus und unsere Verpflichtung, Kunden während des gesamten Lebenszyklus der von uns gelieferten Produkte und Systeme zu unterstützen. Ausserdem ist es Teil unsererStrategie, das Servicegeschäft von ABB auszubauen.“
Das Projekt sieht zudem die Modernisierung von zwei Kabelübergangsstationen und den Nachbau der Steuerungs- und Schutzsysteme für ein Testzentrum in Kanada vor. Die Stationen sollen in mehreren Phasen in Betrieb genommen und 2016 fertiggestellt werden.

Das MACH-System ist mit über 1.100 weltweit in Betrieb befindlichen Systemen die global am häufigsten eingesetzte Steuerungslösung für HGÜ-Anwendungen und FACTS-Installationen (Flexible Alternating Current Transmission System).

Versorgungssicherheit erhöhen
„Die Modernisierung der Stromrichterstationen wird die Effizienz und Zuverlässigkeit dieser wichtigen HGÜ-Leitung beträchtlich steigern“, sagt Claudio Facchin, Leiter der Division Energietechniksysteme von ABB. „Ausserdem wird sie die Versorgungssicherheit in der Region erhöhen.“

ABB hat die HGÜ-Technik (englisch HVDC) vor fast 60 Jahren in Pionierarbeit entwickelt und bis heute eine installierte Basis von weltweit rund 90 HGÜ-Projekten mit einer Gesamt-Übertragungskapazität von 95.000 Megawatt (MW) aufgebaut – das entspricht etwa der Hälfte der gesamten installierten Basis. Das Unternehmen betätigt sich im HGÜ-Sektor als Vorreiter und ist in der Branche mit Fertigungskapazitäten für Leistungshalbleiter, Umrichter und Hochspannungskabel – den wesentlichen HGÜ-Komponenten – einzigartig positioniert.

ABB verfügt über umfassende Erfahrung in der Modernisierung von HGÜ-Leitungen in allen Teilen der Welt. Dies ist das zwanzigste umfassende Modernisierungsprojekt und das vierzehnte Upgrade von Steuerungs- und Schutzsystemen, für das ABB seit 1990 den Zuschlag erhalten hat. (ABB/mc/ps)

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