Acino übernimmt zusätzliche Mepha-Einheiten

Peter Burema

Acino-CEO Peter Burema.

Basel – Der Pharma-Zulieferer und Generika-Hersteller Acino übernimmt weitere Teile des Schweizer Generika-Spezialisten Mepha. Zusätzlich zum Nahost- und Afrikageschäft kauft Acino nun auch noch das Geschäft in Lateinamerika und Asien sowie den Produktions- und Forschungsstandort in Aesch dazu. Das Unternehmen erwartet von der Akquisition eine unmittelbare Ertragssteigerung.

Der Gesamtpreis für die Transaktion belaufe sich neu auf 94 Mio EUR, teilte Acino am Montag mit. Bereits Mitte Oktober erwarb Acino das Mepha-Geschäft in Nahost und Afrika von der amerikanischen Cephalon zu einem Preis von rund 80 Mio EUR. Mit dem israelischen Pharmakonzern Teva, dem neuen Besitzer von Cephalon respektive Mepha, einigte sich Acino nun auf die Übernahme des Lateinamerika- und Asiengeschäfts sowie der Produktionsanlagen, Büroflächen und einer auf orale Darreichungsformen spezialisierten Forschungs- und Entwicklungseinheit in Aesch.

Acino stärkt Position in Wachstumsmärkten
Als Teil der Vereinbarung werde Mepha mehrere bestehende Generikaprojekte aus der Entwicklung an Acino übertragen und weiterhin Produkte von der ehemaligen Mepha-Fabrik beziehen, heisst es weiter. Mitarbeitenden der Produktion, der F&E-Einheit und der Supporteinheiten werde die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung innerhalb der Acino-Gruppe angeboten. Ausserdem werde Teva die Marke Mepha in der Schweiz vertreiben und weiter entwickeln. Acino-CEO Peter Burema sieht in der Übernahme der Mepha-Teile eine deutliche Stärkung des Know-how in der Forschung, der Entwicklung und der Produktion. Ausserdem habe sich Acino «einen festen Platz» in wichtigen Wachstumsmärkten rund um den Globus gesichert. Er kündigte die Absicht an, international eine Präsenz unter der eigenen Marke «Acino Switzerland» zu etablieren.

Viele Besitzerwechsel bei Mepha

Die Übertragung der Mepha-Teile an Acino findet im Rahmen eines erneuten Besitzerwechsels beim Schweizer Generika-Hersteller statt. Im Oktober des laufenden Jahres schloss der Generika-Weltmarktführer Teva die Milliarden-Übernahme des amerikanischen Cephalon-Konzerns ab. Damit übernahm Teva auch Mepha. Zusammen beschäftigen die beiden Unternehmen in der Schweiz 160 Mitarbeitende. Cephalon hatte Mepha im Februar 2010 von der deutschen Merckle-Gruppe zu einem Kaufpreis von gut 620 Mio CHF erworben. Bis Anfang 2009 hatte Mepha noch zur Ratiopharm-Gruppe gehört, wurde dann aber auf Druck der Banken ausgegliedert. Schon damals zählte Teva zum Bieterkreis.

Acino-Aktie im Plus

An der Börse haben die Aktien von Acino mit einem deutlichen Kursanstieg auf die Nachrichten reagiert. Bis um 10.10 Uhr klettern die Aktien bei hohen Handelsvolumen um 3,3% auf 93,35 CHF in die Höhe. Derweil tendiert der Gesamtmarkt (SPI) mit minus 0,03% knapp behauptet. Bereits Mitte Oktober hat die Ankündigung zur Übernahme von Mepha-Geschäftsteilen den Acino-Kurs befeuert. Die Titel kletterten innert weniger Tage von unter 70 CHF auf über 90 CHF. Aktuell rückt der Titel nahe an den im Februar erzielten Jahreshöchststand von 94,40 CHF heran. Das Jahrestiefst wurde Anfang Oktober bei 63,25 CHF gesehen. (awp/mc/upd/ps)

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