Actelion: Aktionär fordert Rücktritt von VRP und CEO

Jean-Paul Clozel
Jean-Paul Clozel, ehemaliger Actelion-CEO.

Actelion-CEO Jean-Paul Clozel.

Zürich – Bei der von Übernahmegerüchten umrankten Actelion Ltd hat der Hedgefund Elliott Advisors die Rücktritte des Actelion VR-Präsidenten Robert Cawthorn und CEO Jean-Paul Clozel mit sofortiger Wirkung gefordert. Damit solle das Unternehmen zu einem Verkauf gedrängt werden, schreibt die «Financial Times».

Die Zeitung bezieht sich dabei auf einen Brief, der vom grössten Einzelaktionär Elliot an den Verwaltungsrat von Actelion ging. Der Verwaltungsrat habe nur «klein erscheinende Fortschritte» gemacht, was die Sorge um die «strategische Richtung und die Corporate Governance» betreffe, so das Schreiben. Zudem liege die Bewertung des Unternehmens am Aktienmarkt rund 50% unter Wert.

Einsetzung eines «Strategic Committee» verlangt
Elliot wolle zuhanden der Actelion-Generalversammlung am 05.05.2010 auch eigene Anliegen traktandieren lassen, heisst es weiter. Unter anderem fordere der Hedgefund die Einsetzung eines «Strategic Committee», das «vor dem Hintergrund zahlreicher, gerüchteweiser Annäherungen motivierter Übernahme-Interessenten» die Zukunftsoptionen des Unternehmens analysieren soll. Ein Actelion-Sprecher bestätigte gegenüber der FT, dass das Unternehmen ein an den Verwaltungsrat adressiertes Schreiben von Elliot erhalten habe. Das Gremium werde das Schreiben besprechen und zu gegebener Zeit beantworten, so der Sprecher weiter.

Anhaltende Übernahmespekulationen

Um Actelion ranken sich seit geraumer Zeit Übernahmegerüchte. Als Interessenten wurden u.a. Amgen, Bristol-Myers oder GSK genannt. CEO Clozel hatte in der Vergangenheit aber wiederholt betont, dass das Unternehmen unabhängig bleiben wolle, zuletzt Mitte Dezember in einem Zeitungsinterview. «Der Verwaltungsrat und das Management sind zuversichtlich für die Zukunft des Unternehmens als unabhängige Einheit und wir erwägen keinen Verkauf», so der CEO damals. Auch suche man nicht nach einem «weissen Ritter», der eine Mehrheitsbeteiligung übernehmen und damit die Unabhängigkeit des Unternehmens sichern soll. «Es hat nie und wird auch nie Aktionen unseres Verwaltungsrates geben, die die Rechte oder Interessen der Aktionäre beschneiden werden», sagte VR-Präsident Cawthorn damals.

Weisse Ritter
Als «weisse Ritter» waren u.a. Roche, GlaxoSmithKline, Eli Lilly und Bayer gerüchtehalber im Gespräch. Elliot hat seit Ende 2010 Positionen begonnen, Actelion-Titel zu kaufen. Ende Januar 2011 wurde eine Beteiligung von 5,12% gemeldet. Im Markt kursieren auch Spekulationen, wonach der Hedgefund seine Beteiligung u.a. über Call-Optionen weiter am Ausbauen sei. (awp/mc/ps)

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