Adecco wächst im zweiten Quartal langsamer – Hohe Einmalkosten belasten

Adecco wächst im zweiten Quartal langsamer – Hohe Einmalkosten belasten
Hauptsitz der Adecco Group in Zürich. (Bild: Adecco)

Zürich – Die Adecco Group hat ihre Aktivitäten im zweiten Quartal 2022 weiter ausgebaut, ist aber wie erwartet nicht mehr ganz so stark gewachsen wie im Startquartal. Zugleich drückten hohe Kosten zur Integration der jüngst übernommenen belgischen Akka auf die Betriebsmarge. Die Nachfrage nach Personal bleibt derweil rund um den Globus gross.

In den Monaten April bis Juni kletterte der Umsatz laut Mitteilung vom Donnerstag um 13 Prozent auf 5,94 Milliarden Euro. Um Wechselkurseffekte und die unterschiedliche Anzahl Arbeitstage bereinigt, betrug das organische Wachstum 4 Prozent.

Damit hat sich das kräftige Wachstum von 5 Prozent aus dem ersten Quartal – wie von Analysten erwartet – verlangsamt. Es sei aber in einem zunehmend von konjunkturellen Unsicherheiten belasteten Umfeld gelungen, den Konkurrenten Marktanteile abzuknöpfen, hiess es.

Akkodis-Integration auf Kurs
Während die Einheiten Adecco und LHH, die Fachkräftevermittlung, Weiterbildungen und Karriereberatungen anbietet, organisch je um 3 Prozent zulegten, steigerte Akkodis den Umsatz um deutliche 14 Prozent. Der Bereich entstand aus der Adecco-Tochter Modis und Akka und ist in der Ingenieur- und Technikberatung tätig.

Die Integration von Akkodis sei auf Kurs und gemeinsam verfügten Modis und Akka beim Gewinnen von Neugeschäft über eine stärkere Marktposition, zeigte sich Finanzchef Coram Williams vom Zusammenschluss überzeugt. Darüber hinaus werde Adecco im laufenden Jahr von Synergien von rund 20 Millionen profitieren, die sich im kommenden Jahr verdoppeln dürften.

Aus der Akka-Übernahme ergeben sich aber auch Kosten: Auf Integrationsaufwendungen von 18 Millionen Euro im ersten Quartal folgten im zweiten Jahresviertel weitere 29 Millionen. Zudem wurden zuletzt Abschreibungen in Höhe von 40 Millionen verbucht, die grösstenteils ebenfalls mit dem Zukauf zusammenhängen.

Das drückte auf die Marge: Während die Bruttomarge im zweiten Quartal vom Wachstum getragen gegenüber dem Vorjahr noch um einen Prozentpunkt auf 21,1 Prozent anstieg, sank die operative EBITA-Marge um einen Punkt auf 3,5 Prozent. Und unter dem Strich ging der Gewinn um knapp 50 Prozent auf 77 Millionen Euro zurück.

Weiterhin gute Nachfrage
Für den Rest des Jahres rechnet das Management um den neuen CEO Denis Machual weiterhin mit einer guten Nachfrage. Das Volumenwachstum habe sich im Juli leicht über den Werten des zweiten Quartals eingependelt und trotz konjunktureller Unsicherheiten soll im dritten Quartal ein «solides» Wachstum erreicht werden, hiess es.

Fürs zweite Halbjahr versprach Williams auch, die Produktivität der Gruppe zu verbessern. Wachstum, stabile Betriebskosten und Fortschritte zum angestrebten Turnaround im US-Geschäft würden dazu beitragen.

An der Börse kamen die unter Erwartung ausgefallenen Gewinnzahlen zunächst schlecht an und der Adecco-Kurs brachen im frühen Handel um über 5 Prozent auf ein neues Jahrestief von 31,20 Franken ab. In der Folge liess der Abgabedruck nach und bei Börsenschluss büssten die Papiere noch rund 3 Prozent ein. (awp/mc/ps)

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