Adecco: Organischer Umsatz fällt im Juli/August um 4,5%

Michael Agoras

Michael Agoras, CEO Adecco.

Zürich – Der Personaldienstleister Adecco hat am Mittwoch anlässlich einer zweitägigen Veranstaltung für Investoren in Paris einen Update zum aktuellen Geschäftsverlauf gegeben. Demnach sank der Umsatz – organisch und um Geschäftstage angepasst – in den ersten zwei Monaten des dritten Quartals (Juli/August) im Vergleich zum Vorjahr um 4,5%.

Während der Umsatzrückgang im ganzen zweiten Quartal relativ stabil bei -4% gelegen war, fiel das Umsatzminus – vor allem wegen Frankreich und Japan – im Juli noch etwas deutlicher aus, teilte Adecco mit. Insgesamt habe sich der divergierende geographische Trend in den Monaten Juli und August in etwa fortgesetzt (Q2: Europa -8%, Nordamerika +3%). Die Umsatzentwicklung in Europa blieb in den beiden Monaten mehr oder weniger unverändert, während das Umsatzwachstum in Nordamerika weiterhin einen guten Trend gezeigt habe und gegenüber dem Juni etwas angezogen habe.

Aussichten bestätigt
Das Management gab sich am Investorentag weiterhin überzeugt, dass Adecco mit dem Fokus auf die strategischen Prioritäten das Mittelfristziel einer EBITA-Marge von über 5,5% erreichen wird.

Aktie wenig bewegt
Die Aktien von Adecco haben nicht allzu stark auf die News reagiert. Nach einem anfänglichen Minus rückte der Titel deutlich ins Plus vor, um dann allerdings wieder etwas zurückzufallen. Zur Berichtszeit kurz nach Mittag notiert das Papier bei durchschnittlichen Volumen 0,2% höher auf 47,99 CHF. Im Vergleich zu Ende 2011 wird die Aktie damit fast 22% höher gehandelt.

Aussagen im Rahmen der Erwartungen
Analysten zeigten sich insgesamt wenig überrascht. Angesichts der Tatsache, dass Adecco bereits bei der Bekanntgabe der Zweitquartalszahlen im August von einem leicht schwächeren Wachstum im Juli (im Vergleich zu den -4% vom zweiten Quartal) gesprochen habe, seien die jetzt kommunizierten Aussagen im Rahmen der Erwartungen, heisst es in einem Kommentar der Bank Sarasin. Ähnlich sieht das die ZKB: Die Verschlechterung der Umsatzentwicklung komme aufgrund des makroökonomischen Umfeldes nicht ganz überraschend, heisst es dort.

Die Bank Notenstein ihrerseits meint, dass die weitere Abschwächung der Dynamik von Anlegern zwar nicht begrüsst werden dürfte, die Bestätigung des mittelfristigen Ebita-Margenziels aber positiv bzw. ein gutes Zeichen dafür sei, dass der weltweit grösste Vermittler von Temporärstellen die strikte Kostenkontrolle nach wie vor im Griff habe.

Bewertung der Aktien „attraktiv“
Die Ostschweizer Privatbank erachtet die Bewertung der Aktien aufgrund der langfristigen positiven Wachstumsaussichten denn auch als „attraktiv“. Laut Sarasin hat die Adecco-Aktie in den letzten Tagen von den angekündigten Massnahmen der europäischen Zentralbank EZB und der US-Notenbank Fed profitiert. Das grösste Risiko sei daher eine weitere Verlangsamung des Wachstums, vor allem in Europa. Die Aktie wird weiter mit ‚Buy‘ eingestuft. (awp/mc/pg)

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