Adecco Swiss Job Market Index gibt in Q4 deutlich nach

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(Foto: Adecco)

Zürich – Der Adecco Swiss Job Market Index (ASJMI) ist im letzten Quartal des Jahres 2014 um 10 Prozent zurückgegangen. Dies zeigt die Erhebung von der Universität Zürich im Auftrag von Adecco. In fast allen Regionen schrumpfte das Stellenangebot. Vom Rückgang sind die meisten Berufsfelder betroffen. Nur wer in medizinischen Berufen sowie im Gastgewerbe tätig ist, kann aus einer grösseren Anzahl freier Stellen wählen.

Nur knapp die Hälfte dieser deutlichen Abnahme im Index ist saisonalen Effekten zuzuschreiben. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist das Stellenangebot um etwa 5 Prozent geschrumpft. Nach einer längeren Phase grosser Stabilität auf hohem Niveau präsentieren sich die Aussichten für 2015 auf dem Arbeitsmarkt also leicht eingetrübt.

Rückgang in fast allen Regionen
Die vorsichtige Haltung der Firmen auf dem Stellenmarkt betrifft alle Regionen mit Ausnahmen der Genferseeregion, die mit +3 Prozent eine leichte Zunahme verzeichnen kann und dem Espace Mittelland, das sich im Vergleich mit dem Vorquartal unverändert zeigt. Während andere Regionen einen Rückgang in den Bereichen Technik und Büro beklagen, weist die Genferseeregion keine Abnahme in diesen Bereichen auf. Vergleichsweise wenig betroffen von den negativen Entwicklungen ist die Zentralschweiz (–6%). Besonders stark rückläufig ist das Angebot an offenen Stellen hingegen in der Ostschweiz (–20%), die damit den überdurchschnittlich starken Zuwachs des Vorquartals wieder mehr als verliert.

Auch die Region Nordwestschweiz (–14%) und der Grossraum Zürich (–12%) verzeichnen einen deutlichen Rückgang. Gemeinsam ist den drei Regionen die verminderte Nachfrage nach kaufmännischem Personal. In der Ostschweiz sind auch die Berufe in Industrie und Technik stark betroffen. In der Nordwestschweiz nehmen vorwiegend die Angebote im Bereich Handel und Verkauf sowie für Ingenieure ab, während im Grossraum Zürich die Personalnachfrage in den technischen Berufen sowie für Managementpositionen zurück gegangen ist.

Im Vergleich mit dem Vorjahr weisen fast alle Regionen abnehmende Tendenzen auf. Der Rückgang ist dabei im Grossraum Zürich (–10%), in der Nordwestschweiz (–8%) sowie in der Ostschweiz (–7%) am deutlichsten. Gewachsen ist das Stellenangebot nur in der Zentralschweiz (+7%).

Deutliche Bremsspuren bei Bürolisten und Informatikern
Das letzte Quartal 2014 zeigt in den meisten Berufsbereichen eine negative Entwicklung. Eine Ausnahme ist dabei mit anhaltend wachsendem Personalbedarf der Bereich der Medizin und der sozialen Dienstleistungen (+6%). Dafür verantwortlich sind vorwiegend die Pflege- und Therapieberufe. Eine geringe Zunahme verzeichnet auch der Bereich Gastgewerbe und persönliche Dienstleistungen (+3%), wovon insbesondere Berufe in der Restauration und Hotellerie profitieren.

Bedeutend weniger Stellen finden sich in Büro und Verwaltung (–22%). Das grosse Stellenangebot der vergangenen Quartale nimmt in diesem Bereich deutlich ab und sinkt unter das Vorjahresniveau. Rückläufig ist das Stellenangebot auch im Bereich Technik und Informatik (–16%). Auffallend ist dabei der Rückgang bei den technischen Fachkräften und den Informatikern. Die grosse Intensität, mit der in den letzten zwölf Monaten nach entsprechenden Spezialisten gesucht wurde, wird zum Jahresende deutlich schwächer. Abgenommen hat das Stellenangebot ausserdem im Bereich Industrie und Bau (–15%). Besonders betroffen ist das Ausbaugewerbe, wo sich saisonale Effekte besonders stark auswirken dürften. In geringerem Masse geht das Stellenangebot auch in anderen Berufsfeldern zurück: in Management und Organisation um 9 Prozent, im Bereich Finanz und Treuhand um 7 Prozent, und in Verkauf und Marketing um 6 Prozent.

Im Vergleich mit dem Vorjahr sind die Bereiche Technik und Informatik (–14%), Management und Organisation (–12%) sowie Verkauf und Marketing (–10%) besonders stark rückläufig. Hingegen nimmt der Bereich Finanz und Treuhand um 14 Prozent zu, was der Zunahme in den ersten beiden Quartalen 2014 zuzuschreiben ist.

Rückgang auf allen Ausschreibungskanälen
Der Rückgang lässt sich auf allen Ausschreibungskanälen feststellen. Besonders deutlich zeigt sich die Abnahme bei den Onlinestellenportalen (–14%), während Printausschreibungen um 10 Prozent zurück gehen und die Unternehmenswebsites 7 Prozent weniger Angebote verzeichnen. (UZH/mc/pg)

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