Adecco wächst zum Jahresstart – Aktie bricht trotzdem massiv ein

Adecco wächst zum Jahresstart – Aktie bricht trotzdem massiv ein
Adecco-CEO Denis Machuel.

Zürich – Der Personaldienstleister Adecco ist im Startquartal 2026 organisch klar gewachsen. Der Erholungskurs der Vorquartale beschleunigte sich sogar. Dennoch verloren die Adecco-Aktien am Mittwoch fast 17 Prozent.

Von Januar bis März stieg der Umsatz insgesamt um 2 Prozent auf 5,66 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Bereinigt um Währungseffekte und die unterschiedliche Anzahl Arbeitstage zogen die Einnahmen organisch sogar um 5,3 Prozent an. Damit beschleunigt sich das Wachstumstempo deutlich, nach einem Plus von 3,9 Prozent im Schlussquartal 2025.

Die Bruttomarge lag mit 18,8 Prozent allerdings klar unter dem Vorjahreswert von 19,4 Prozent. Laut dem Unternehmen war dafür ein negativer Mixeffekt verantwortlich. Der operative bereinigte Gewinn auf Stufe EBITA stieg hingegen deutlich um 12 Prozent auf 148 Millionen Euro.

Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 69 Millionen Euro und damit deutlich mehr als in der Vorjahresperiode (60 Mio). Mit den Zahlen hat Adecco die Erwartungen der von AWP befragten Analysten beim Betriebsgewinn erreicht und bei Umsatz sowie Gewinn sogar übertroffen. Einzig die Bruttomarge lag darunter.

Marktanteile gewonnen
«Wir haben weitere 365 Basispunkte an Marktanteil gewonnen», wird Adecco-CEO Denis Machuel zum Geschäftsverlauf zitiert. Die Marke Adecco sei in allen Regionen über dem Markt gewachsen, in Iberien, Skandinavien, Nordamerika, Lateinamerika und Asien sogar zweistellig.

Bei der Tochter Akkodis stabilisierten sich laut den Angaben die Umsätze und verbesserte sich die Rentabilität. LHH habe derweil eine zweistellige EBITA-Marge erreicht, angetrieben durch das starke Wachstum in den Bereichen Career Transition und Ezra.

Leicht tiefere Marge erwartet
Beim Ausblick bleibt das Management wie üblich vage. Das Volumenwachstum habe sich zum Jahresauftakt weiter positiv entwickelt. Für das zweite Quartal rechnet der Konzern mit einer gegenüber dem Vorquartal leicht tieferen Bruttomarge, was die übliche Saisonalität spiegle. Die Kosten sollen leicht höher ausfallen als im ersten Quartal.

Adecco-Aktien brechen zweistellig ein
Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco wurden am Mittwoch im grossen Stil abgestossen. Das organische Wachstum fiel zwar besser als erwartet aus, die Aussichten in Sachen Profitabilität sorgt aber für lange Gesichter. Die Titel fielen bis Börsenschluss um fast 17 Prozent auf 15.25 Franken. Laut den Experten der UBS ist die starke und sich weiter verbessernde Umsatzdynamik zwar positiv zu werten. Offensichtlich habe das Unternehmen aber Mühe, «diese in eine signifikante Gewinndynamik umzuwandeln».

Schlecht kommt in diesem Zusammenang auch der vage Ausblick an. Die Analysten von Bernstein befürchten nun, dass es bei den Schätzungen für den EBITA zu deutlichen Abwärtsrevisionen kommt – in der Grössenordnung von mehr als 10 Prozent. Viele Analysten verweisen zudem auf den ungünstigen Businessmix. So spielte laut dem ZKB-Analysten der Umsatzrückgang im hochmargigen Geschäft mit den Festanstellungen (Permanent Placement) eine Rolle. In diesem Segment erwartet der Experte in dem von geopolitischen Unsicherheiten geprägten Umfeld im laufenden Quartal keine Besserung. Vor allem Deutschland könnte unter den Folgen des Iran-Kriegs leiden. Für die zuletzt gebeutelte Aktie fehle damit ein positiver Trigger. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert