Alcon knackt beim Umsatz Schwelle von zwei Milliarden Dollar

David J. Endicott
Alcon-CEO David J. Endicott.

Genf/Fort Worth – Der Augenheilkunde-Spezialist Alcon hat sich im zweiten Quartal 2021 weiter von der Corona-Pandemie erholt. Der Umsatz im zweiten Quartal 2021 stieg auf über zwei Milliarden US-Dollar an. Das erzielte Ergebnis fiel wieder viel besser aus als in der von Corona stark betroffenen Vorjahresperiode.

Konkret setzte Alcon in den drei Monaten von April bis Juni 2021 2,09 Milliarden US-Dollar um, wie der Konzern in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Das sind satte 74,8 Prozent mehr als im von der Pandemie stark betroffenen Vorjahresquartal.

Alle Geschäftsbereiche hätten von den Verbesserungen auf dem Augenheilkundemarkt profitiert, schrieb das Unternehmen. Gespürt habe man die starke Erholung vor allem in den USA, in unterschiedlichem Tempo aber auch in den anderen Märkten, hiess es weiter.

Konkret stiegen die Verkäufe der Konzerneinheit Surgical (Augenchirurgie) auf 1,2 Milliarden Dollar an (VJ 602 Mio). Im Bereich Vision Care (u. a. Kontaktlinsen) ging es hoch auf 888 Millionen US-Dollar (VJ 596 Mio).

Profitabilität erholt sich
Ebenfalls eine deutliche Erholung spürte der Konzern bei der Profitabilität. Die operative Marge kam bei 10,9 Prozent zu liegen (VJ -38,9%). Die operative Kernmarge lag derweil bei 18,2 Prozent (VJ -6,6).

Unter dem Strich erzielte Alcon einen Reingewinn von 151 Millionen US-Dollar nach einem Verlust von 422 Millionen im Vorjahr. Die Erwartungen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Analysten wurden mit diesen Werten klar übertroffen.

Das Unternehmen beendete das zweite Quartal ausserdem mit einem Bargeldbestand von 1,4 Milliarden US-Dollar, wie es in dem Communiqué mitteilte.

«Die Ergebnisse des zweiten Quartals zeigen die Stärke und Widerstandsfähigkeit unserer Geschäftsbereiche mit den höchsten Quartalsumsätzen seit der Abspaltung von Novartis», wurde CEO David Endicott zitiert. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Produktionskapazitäten konzentriere Alcon sich nun weiter auf die Aufrechterhaltung eines stetigen Produktflusses. Daneben erweitere der Konzern das Portfolio und reagiere auf die Marktnachfrage.

Prognose erhöht
Mit Blick nach vorne erhöht Alcon nun die Prognose für den Rest des Jahres. Konkret möchte die Ex-Novartis-Tochter 2021 einen Umsatz von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar erwirtschaften (bisher 7,8 bis 8,0 Mrd). Die operative Kernmarge soll bei 17,5 Prozent zu liegen kommen (bisher 17,0%) – immer vorausgesetzt, dass es an den Märkten nicht noch einmal zu drastischen Corona-Verwerfungen kommt.

Mittelfristig (bis 2025) will das Unternehmen bekanntlich einen jährlichen Umsatz von 10 Milliarden Dollar erzielen und die operative Kernmarge im mittleren 20-Prozentbereich etablieren. Im Ausblick nicht enthalten sind mögliche Zukäufe. Der freie Cash Flow soll dann 1,8 bis 2 Milliarden Dollar betragen.

Alcon-Aktien springen an
Bei den Alcon-Aktien gibt es am Mittwoch nach der Vorlage der Quartalszahlen kein Halten mehr. Die ehemalige Novartis-Sparte hat mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Experten deutlich übertroffen und die Pandemie nun klar hinter sich gelassen. Bis Börsenschluss legten die Alcon-Papiere um 13,4 Prozent auf 73,24 Franken zu.

Die Analysten sind sich einig, dass der Spezialist für Augenheilkunde beim Umsatz im zweiten Quartal selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen hat. Dabei hätten sämtliche Produktkategorien, insbesondere aber Surgical und Vision Care, zum starken Abschneiden beigetragen.

Auch beim operativen Gewinn (EBIT) hat Alcon die durchschnittlichen Schätzungen um etwa 20 Prozent übertroffen. Die EBIT-Marge ist ebenfalls besser als erwartet ausgefallen. Darüber hinaus hat der Konzern für das Gesamtjahr seine Schätzungen erhöht.

Die meisten Experten rechnen denn auch damit, dass nun die durchschnittlichen Markterwartungen nach oben angepasst werden. Dabei rechnen sie mit einer Anpassung von bis zu 9 Prozent.

Vor allem aber dürfte das gute Abschneiden der Sparte Vision Care die Sorgen jener Investoren besänftigen, die Zweifel an der Dynamik des Geschäftes hatten, meint etwa der UBS-Analyst Michael Leuchten.

Bei Goldman Sachs hebt Analystin Veronika Dubajova noch hervor, dass Alcon vor allem auch gegenüber dem Vor-Corona-Zeitraum 2019 klar zugelegt hat und damit tatsächlich auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sei. Dies sei gerade mit Blick auf die jüngste schwache Kursentwicklung ein wichtiger Aspekt. (awp/mc/pg)

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