Allianz Suisse: Fliegende E-Bikes

Allianz Suisse: Fliegende E-Bikes

Allianz Crashtest mit E-Bikes auf Dachträgern. (Foto: Allianz Suisse)

Wallisellen – Der Boom bei Elektro-Fahrrädern – so genannte Pedelecs – ist in der Schweiz ungebrochen. Mittlerweile verfügt fast jedes sechste verkaufte Velo über einen elektrischen Antrieb, Tendenz stark steigend. Allerdings: Das höhere Gewicht der Pedelecs kann zu Problemen beim Transport mit Fahrradträgern führen und somit ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen, wie ein aktueller Crashtest des Allianz Zentrums für Technik zeigt.

Viele marktübliche Fahrradträger sind für den Transport von Pedelecs nur bedingt geeignet. Dies gilt sowohl für Dachträger als auch für Modelle, die an der Anhängerkupplung angebracht werden. Der Grund: Pedelecs wiegen aufgrund des elektrischen Antriebs, des Akkus und des verstärkten Rahmens meist mehr als 20 Kilogramm und sind damit deutlich schwerer als ein herkömmliches Velo. Die maximale Zuladung der Fahrradträger wird daher schnell überschritten, wenn alle Plätze mit Pedelecs statt mit normalen Fahrrädern bestückt sind. Zu diesem Ergebnis kommt das Allianz Zentrum für Technik (AZT) in einer umfangreichen Testserie. «Viele Fahrradbesitzer benützen für Ausflugs- oder Urlaubsfahrten mit dem Auto die vorhandenen Fahrradträger auch für den Transport ihrer Pedelecs, ohne das Gewichtsproblem zu beachten», sagt Jörg Zinsli, Leiter Schaden der Allianz Suisse. «Dabei kommen durch das hohe Gewicht der Pedelecs gängige Fahrradträgersysteme schon bei alltäglichen Fahrsituationen wie Ausweichen, Bremsmanövern oder das Überfahren von Fahrbahnunebenheiten an ihre Grenzen und können andere Verkehrsteilnehmer massiv gefährden.»

Fahrversuche mit Fahrradträger auf der Anhängerkupplung
Für die Tests wurden drei Pedelecs mit je 26,8 kg (incl. Akkus) auf einem Fahrradträger auf der Anhängerkupplung befestigt, der für maximal drei Fahrräder mit je 15 kg, also einem maximalen Gesamtgewicht von 45 kg zugelassen war. Insgesamt wurde die Halterung damit um 35,4 kg überladen. Bei einem simulierten Ausweichmanöver mit 50 km/h wurde das Auto durch das Verdrehen des Fahrradhalters auf dem Kugelkopf vom innersten Pedelec eingedellt und die Rückleuchte zertrümmert. Bei Fahrversuchen mit Überfahren von Bodenwellen, Schlaglöchern und auf Feldwegen brach am Fahrradträger der Befestigungsarm für das äusserste Pedelec und die Räder wurden nur noch durch Befestigungsbänder auf dem Träger gehalten. Nach den Tests konnte die Fahrt jeweils aus Sicherheitsgründen nicht fortgesetzt werden. Es bestand die Gefahr, dass sich entweder ein Pedelec oder der gesamte Träger vom Auto löst.

Crashtest mit Pedelecs auf dem Dachträger
Für den Transport von Pedelecs auf dem Dachträger wurden zwei Räder ohne Akkus mit je 24,5 kg auf zwei Haltern von unterschiedlicher Stabilität befestigt. Der robustere Fahrradhalter ist auf ein Fahrrad mit maximal 20kg ausgelegt, während der andere eine maximale Traglast von 15 kg aufweist. Ein Frontalcrash mit circa 50 km/h zeigte, dass der schwächer ausgelegte Fahrradhalter das Pedelec nicht halten konnte. Die Befestigungselemente brachen und das Rad wurde nach vorne vom Dach geschleudert. Zwar konnte der robustere Halter das Pedelec festhalten, jedoch löste er sich unter deren Last der Grundträger mit dem Rad vom Dach.

Fahrradträger auf der Anhängerkupplung besser geeignet
Die Tests haben gezeigt, dass Fahrradträger, die auf der Anhängerkupplung montiert werden, deutlich besser für den Transport von Pedelecs geeignet sind als Dachträger. «Bei Unfällen besteht das Risiko, dass die Räder vom Dachträger katapultiert werden und unkontrolliert umher fliegen – das stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar», so Schadenexperte Zinsli. Er empfiehlt deshalb, sich vor dem Transport von Pedelecs zu vergewissern, dass die Halter für das Gewicht des Pedelecs ausgelegt sind. Außerdem sollte man während der Fahrt immer wieder Pausen machen und kontrollieren, ob noch alle Befestigungselemente intakt sind. (Allianz Suisse/mc/ps)

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