Arbeitslosenquote sinkt im März auf 2,9%

Arbeitslosigkeit
(Foto: PHOTOPRESS/Martin Ruetschi)

Bern – Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz hat im März 2018 wie erwartet weiter abgenommen. Verantwortlich dafür ist einerseits der übliche saisonale Effekt, welcher im Frühjahr insbesondere im Baugeschäft spielt, andererseits aber auch die gute allgemeine Wirtschaftslage. Einen positiven Effekt hatte zudem eine technische Anpassung bei der Erfassung der Arbeitslosen bei den RAV.

Konkret waren Ende März laut einer Mitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) vom Montag noch 130’413 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben. Das waren 13’517 oder mehr als 10% weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank somit zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 2,9% und lag gar unter den Prognosen der Ökonomen. Saisonbereinigt blieb sie wie vorhergesagt unverändert bei 2,9%. Im Vergleich zum März 2017 waren gar über 14% weniger Personen als arbeitslos gemeldet.

Oliver Schärli, Leiter Arbeitsmarkt/ALV beim Seco nannte die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in einer Telefonkonferenz „hoch erfreulich“. So wenige Arbeitslose seien zuletzt 2015 gemeldet gewesen, und die Arbeitslosenquote sei letztmals im Herbst 2014 so tief ausgefallen.

Schärli hob als besonders positiv hervor, dass alle Zahlen ein negatives Vorzeichen aufgewiesen hätten, also alle Branchen und Berufsgruppen über alle Altersstufen und in allen Regionen. „Der Aufschwung ist überall angekommen, auch in der exportorientierten Maschinenindustrie“, so Schärli.

Automatisierung bei RAV bringt bessere Datenqualität
Neben konjunkturellen und saisonalen Komponenten haben sich zusätzlich auch technische Anpassungen beim Erfassen der Arbeitslosen ausgewirkt. So werden neu bei den RAV Mutationen nun automatisch vorgenommen, welche zuvor teilweise nicht richtig im System enthalten waren. Die Datenqualität hat sich laut Schärli durch diese Änderung verbessert. Das Seco schätzt den Effekt dieser Änderungen auf den Arbeitslosenbestand im März auf rund -4’000 Personen.

Ohne diesen Effekt reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen im Monatsvergleich somit noch immer um über 9’000 Personen. Rund 7’000 davon sind laut Schärli auf saisonale Aspekte zurückzuführen, insbesondere auf dem Bau, etwa 2’000 aber seien „eindeutig auf den Konjunkturaufschwung“ zurückzuführen.

Bei den Jugendlichen, also der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen, sank die Zahl der Arbeitslosen im Monatsvergleich um über 14% auf 13’551, wobei sich die Quote auf 2,5% von 2,9% zurückbildete. Und auch die Anzahl der älteren Arbeitslosen (50 und mehr) verringerte sich um 6,3% auf 36’639, dies bei einer ebenfalls leicht gefallenen Quote von 2,7%.

Zuversicht für weitere Entwicklung
Im Berichtsmonat wurden ausserdem gut 201’000 Stellensuchende gezählt oder 3,6% weniger als im Vormonat und 7,4% weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich zugleich etwas auf gut 13’200 Stellen. Und zugenommen hat auch die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Personen und Firmen. Ausgesteuert wurden zuletzt 3’565 Personen, diese Zahl bezieht sich auf den Monat Januar.

Für die nähere Zukunft verbreitete Schärli Optimismus. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die vom Bund für das Gesamtjahr 2018 prognostizierte Arbeitslosenquote von durchschnittlich 2,9% erreichen werden; ich wäre auch nicht erstaunt, wenn der Wert gar auf 2,8% fiele“, sagte er. (awp/mc/ps)

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