Arbeitslosigkeit sinkt im Jahr 2017 – Saisonal bedingter Anstieg im Dezember

Arbeitslosigkeit
(Foto: Pixabay)

Bern – Am Schweizer Arbeitsmarkt hat sich die Lage im Jahr 2017 aufgehellt und der Trend deutet auf ein weitere Verbesserung hin. Im Monat Dezember allein betrachtet ist die Zahl der Arbeitslosen zwar leicht angestiegen, um saisonale Effekte bereinigt nahm sie jedoch ab.

Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) waren Ende Dezember 146’654 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 9’337 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit im Vergleich zum November um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3%. Ökonomen hatten im Durchschnitt eine leicht tiefere Quote von 3,2% vorhergesagt.

Der Anstieg sei jedoch rein saisonal bedingt, sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, am Dienstag vor den Medien. „Ohne saisonale Effekte wäre die Zahl der Arbeitslosen im Dezember gar um rund 1’300 zurückgegangen.“ Um Saisonfaktoren bereinigt nahm die Arbeitslosenquote denn auch um 0,1 Punkte auf 3,0% ab.

Allein im Bau, wo im Winter wegen des Wetterbedingungen weniger Arbeit anfällt, nahm die Zahl der registrierten Arbeitslosen um über 7’000 zu. Das Gastgewerbe überraschte hingegen mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 900.

Jahresdurchschnitt sinkt
Ein gutes Bild zeigt der Blick auf das Gesamtjahr: Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl ist mit 143’142 Personen um 4,1% tiefer ausgefallen als noch 2016. Daraus resultiert im Jahresmittel eine Arbeitslosenquote von 3,2%, nachdem sie im Vorjahr noch 3,3% betragen hatte. Deutlich ist die Quote bei den 15- bis 24-Jährigen (auf 3,1% von 3,4%) gesunken, während sie bei den älteren Arbeitslosen (50 und mehr) bei 2,8% verharrte.

Vor allem in der ersten Jahreshälfte sei die absolute Zahl Arbeitsloser deutlich zurückgegangen. Sie stagnierte in der Folge in den Sommermonaten und habe gegen Jahresende hin „ausschliesslich durch saisonale Effekte“ bedingt von einem tieferen Niveau aus angezogen, fasste Zürcher den Jahresverlauf zusammen.

Das Seco verweist zudem auf den Verlauf der saisonbereinigten Arbeitslosenquote, die zwischen Oktober 2015 und März 2017 „hartnäckig“ bei 3,3% lag und sich bis Ende 2017 auf 3,0% zurückbildete.

Mehr Stellensuchende
Weiter hat das Seco im Berichtsmonat 212’018 Stellensuchende gezählt, das sind 3,9% mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl jedoch um 5,1% und auch im Jahresdurchschnitt errechnet sich ein Rückgang von rund 2%.

Im Oktober 2017 – neuere Zahlen dazu liegen nicht vor – waren laut dem Seco 1’699 Personen von Kurzarbeit betroffen und damit 20% mehr als im Vormonat. Die Zahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 5 auf 176 Einheiten.

Die Zahl der Personen, die im Verlauf des Oktobers ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung ausgeschöpft hatten und damit künftig nicht mehr in der Statistik auftauchen, belief sich gemäss der Mitteilung auf 2’474.

Positive Aussichten
In den kommenden Jahren dürfte sich die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt weiter verbessern, glaubt Zürcher. „Sofern externe Schocks ausbleiben, wird die Arbeitslosenquote 2018 unter die 3%-Marke absinken.“ Der Hauptgrund dafür seien die positiven Konjunkturaussichten, die weiter auf den Arbeitsmarkt durchschlagen würden. Das Seco rechnet in ihrer jüngst veröffentlichten Prognosen 2018 mit einer Arbeitslosenquote von 2,9% und mit einem weiteren Rückgang im Folgejahr auf noch 2,8%.

Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt wird auch die Bundesfinanzen entlasten. Das Rechnungsjahr 2017 schloss der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung mit einem Überschuss von 423 Mio CHF ab und so können der Bundestresorie Darlehen im Umfang von 300 Mio zurückbezahlt werden.

Kumuliert belaufen sich diese Darlehen nun noch auf 2,2 Mrd. Das sei der tiefste Verschuldungsstand seit 2004, sagte Zürcher. „Und falls sich die Arbeitslosigkeit wie erwartet entwickelt, wird die Arbeitslosenversicherung Ende 2020 schuldenfrei sein.“ (awp/mc/ps)

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