Arbonia erzielt höheren Betriebs- und Konzerngewinn

Alexander von Witzleben
Alexander von Witzleben, VR-Präsident und CEO ad Interim bei Arbonia. (Foto: Arbonia)

Arbon – Arbonia hat im Geschäftsjahr 2017 Betriebs- und Konzerngewinn deutlich gesteigert. Der Konzernmumbau mit Zukäufen, Devestitionen und Einmaleffekte hat das Ergebnis geprägt. Erst für 2018 wird eine Dividende in Aussicht gestellt. Die Guidance wurde nach den Unternehmensverkäufen etwas gesenkt.

«Unser Ziel ist weiterhin, unsere Position als ein führender europäischer Bauausrüster zu festigen. Das werden wir durch moderne Produktionsstandorte, starke Produktpaletten und Vertriebsplattformen sowie Wachstum und Innovation erreichen», sagte VR-Präsident und CEO Alexander von Witzleben am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.

Der Betriebsgewinn (EBITDA) aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen stieg gegenüber dem adjustierten pro forma Vorjahreswert um 84% auf 120,3 Mio CHF. Ohne Einmaleffekte belief sich der Wert auf 101,3 Mio.

Unter dem Strich resultierte ein ausgewiesener Reingewinn von 46,4 Mio nach 7,6 Mio im Vorjahr. Aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen wurde ein Nettogewinn von 37,6 Mio erzielt und ohne Einmaleffekte ein solcher von 22,8 Mio.

Konzern-Umbau prägt Jahresbilanz
Die Looser-Integration, der Kauf der Koralle-Gruppe, die Verkäufe von Condecta und Forster Profilsysteme sowie Erträge aus Liegenschaftsverkäufen haben die Bilanz ordentlich durcheinandergewirbelt und zu einer Reihe von Adjustierungen, Einmalkosten und Sondererträgen geführt.

«Wir haben 2017 mehr als 100 Mio CHF investiert und dieses Niveau werden wir auch im laufenden und kommenden Jahr erreichen», sagte von Witzleben. «Wir laufen am Anschlag und investieren insbesondere in neue Anlagen in bestehenden Fabriken.» Wie schon im Vorjahr zahlt Arbonia auch dieses Jahr keine Dividende. Angesichts der Pläne mit Investitionen und möglichen Akquisitionen sei eine Ausschüttung das falsche Signal gewesen, sagte der VRP und CEO.

Alle Divisionen mit höherem Betriebsergebnis
Die Umsatzzahlen wurden bereits im Januar veröffentlicht. Inklusive der aufgegebenen Geschäftsbereiche (Condecta und Forster Profilsysteme) legte der Umsatz um rund 39% auf 1,38 Mrd CHF. Das Plus nur im fortzuführenden Geschäft betrug 36% auf 1,25 Mrd CHF. Währungs- und akquisitionsbereinigt resultierte noch ein Wachstum von 1,5%.

Die Division Gebäudetechnik steigerte bei einem Wachstum von 14% den Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA um 20% auf 64,1 Mio CHF. Höhere Rohmaterialpreise, insbesondere bei Stahl, und die Wechselkursentwicklung der tschechischen Krone haben das Ergebnis belastet.

Bei gehaltenem Umsatz hat die Division Fenster den EBITDA ohne Sondereffekte (Liegenschaftsverkauf) um 75% auf 13,3 Mio CHF gesteigert. Restrukturierung und Produktionsverlagerung wirkten hier positiv, trotz Anlauf- und Umstellungskosten. Die bereits umgesetzten Massnahmen sollen 2018 zu einer Steigerung von Umsatz und Profitabilität führen.

Die Division Türen wuchs um 4,8% und erzielte einen EBITDA ohne Sondereffekte von 44,2 Mio nach zuvor 6,8 Mio. Hier wurden die Marken Prüm, Garant und Invado integriert. Positiv haben Einsparungen im Einkauf gewirkt und Arbonia rechnet aufgrund der Marktentwicklungen in Deutschland und Polen mit weiterem Wachstum.

Organisches Wachstum im laufenden Jahr erwartet
Der Ausblick 2018 wurde aufgrund der Devestitionen angepasst. Neu wird ein organisches Wachstum von rund 3% erwartet sowie ein EBITDA von über 110 Mio CHF (fortgeführte Geschäftsbereichen ohne Einmaleffekte). Zuvor wurde hier ein Wert von 150 Mio genannt.

Auch für 2019 nennt Arbonia bereits einen Zielwert. Hier soll das Wachstum 3 bis 5% betragen und der EBITDA auf über 125 Mio CHF steigen. Zudem soll ab diesem Jahr ein «substanzieller Free Cashflow» generiert und für das Geschäftsjahr 2018 erstmals wieder eine Dividende ausgeschüttet werden.

Die Analysten sind sich bei der Bewertung der Ergebnisse und der aktualisierten Guidance nicht einig. Der Ausblick wird als Vorsichtig bis «etwas leicht» bewertet. Die Arbonia-Aktien verlieren am Dienstagmittag in einem leicht negativen Gesamtmarkt 3,4%. (awp/mc/ps)

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