Aryzta-Aktionäre heissen Wechsel im Verwaltungsrat gut

Aryzta-Aktionäre heissen Wechsel im Verwaltungsrat gut

Zürich – Die Erneuerung im Aryzta-Verwaltungsrat ist abgeschlossen: Die Aktionäre des Backwarenkonzerns haben an der Generalversammlung vom Dienstag verschiedene Wechsel mit hohen Zustimmungsraten abgesegnet.

So wählten sie neu Gordon Hardie (98,87% Ja), Jörg Riboni (95,66%) and Hélène Weber-Dubi (98,90%) in das Gremium. Urs Jordi (92,14%) wurde als Verwaltungsratspräsident bestätigt sowie Heiner Kamps (98,02%), Luisa Delgado (98,28%) und Alejandro Legarda Zaragüeta (62,30%) als Verwaltungsratsmitglieder, wie Aryzta im Anschluss an die aufgrund der Coronapandemie ohne die Aktionäre abgehaltene GV mitteilte.

Jordi und Kamps waren Mitte September an einer ausserordentlichen GV in das Gremium geholt worden. Sie sind mit der Mission angetreten, den angeschlagenen Gipfelibäcker mittels Teilverkäufen zu sanieren. Medienberichten zufolge stellten sich im Verwaltungsrat einige bisherige Mitglieder gegen ihren Kurs und befürworteten stattdessen einen Verkauf an den Fonds Elliott des US-Milliardärs Paul Singer.

Zaragüeta auf Antrag von Lodbrok
Die neue Spitze rund um Jordi stellte nun die meisten bisherigen Verwaltungsräte nicht mehr zur Wiederwahl auf. Dem folgten nun die Aktionäre mit Ausnahme von Zaragüeta. Der Aktionär Lodbrok hatte an Zaragüeta festgehalten und seine Wiederwahl beantragt.

Das neu zusammengesetzte Gremium dürfte der Strategie Jordis den Rücken stärken. Er will nämlich den Konzern lieber mit Teilverkäufen sanieren und hat sich gegen einen Verkauf des ganzen Unternehmens zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. Der Umbau wird bereits kräftig vorangetrieben: So wurde das Management weiter umgekrempelt und das Pizzageschäft in Nordamerika verkauft. Zudem soll die Organisation zu einem Ländermodell umgebaut werden.

Elliott dagegen lässt nicht locker und hat dem Verwaltungsrat ein Kaufangebot zu 0,80 Franken pro Aryzta-Aktien – also 790 Millionen Franken für das ganze Unternehmen – unterbreitet. Doch mit der jetzigen GV schwindet die Chance für den für sein aggressives Vorgehen berüchtigten Fonds, die Unterstützung des Verwaltungsrats für seine Übernahmepläne zu erhalten.

Er könnte allerdings einen neuen Anlauf mit einem besseren Preis oder gar einer feindlichen Übernahme nehmen. Unklar ist, ob Elliott die Finanzierung für ein solches Vorhaben zusammenbringen könnte. Medienberichten zufolge war ein erstes Angebot im Oktober unter anderem daran gescheitert. (awp/mc/ps)

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