Aryzta erleidet 2017/18 einen Gewinneinbruch

Aryzta erleidet 2017/18 einen Gewinneinbruch
Aryzta-CEO Kevin Toland.

Zürich – Für den seit einiger Zeit in der Krise steckenden Backwaren-Konzern Aryzta war das Geschäftsjahr 2017/18 gar kein Gutes. Der Umsatz schrumpfte und unter der Strich resultierten tiefrote Zahlen. Die Börse reagierte dennoch mit einem Kurssprung.

Denn das Management sieht das Unternehmen aber wieder auf stabileren Füssen stehen und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Allerdings braucht es dazu eine Kapitalerhöhung. Davor hatte der Hersteller von Backwaren wie McDonalds Burger-Brötchen drei Gewinnwarnungen in 18 Monaten ausgegeben.

Der Umsatz in dem per Ende Juli abgeschlossenen Geschäftsjahr ging um 9,5 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro zurück, wie das irisch-schweizerische Unternehmen am Montag mitteilte. Für den Rückgang waren neben Devestitionen vor allem das Nordamerikageschäft verantwortlich. Dort ging der Umsatz um rund 18 Prozent zurückging. Organisch nahm der Umsatz nur um 1,2 Prozent ab, womit sich das Geschäft stabilisiert hat.

Butterpreis und Arbeitskosten belasten
Der bereinigte operative Gewinn auf Stufe EBITDA nahm massiv um 28 Prozent auf 302 Millionen Euro ab, und die entsprechende Marge verschlechterte sich um 2,3 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent. Finanzchef Frederic Pflanz begründete den Einbruch vor den Medien mit stark gestiegenen Butterpreisen in Europa und mit höheren Arbeitskosten in Nordamerika.

Nach Bilanzierungsstandard IFRS resultierte ein operativer Verlust von 423 Millionen, das ist aber nur noch halb so viel wie im Vorjahr. Zu Buche schlugen dabei vor allem Verluste aus Verkäufen von Unternehmensteilen – veräussert wurden im Berichtszeitraum unter anderem die verlustbringenden Fabriken im US-amerikanischen Cloverhill – sowie Goodwillabschreibungen.

Unter dem Strich erzielte Aryzta ein Verlust von 470 Millionen Euro. Die Aktionäre müssen daher auf eine Dividende verzichten. Sie sollen vielmehr neues Geld einschiessen. Aryzta will die Bilanz mit einer Kapitalerhöhung im Umfang von 800 Millionen Euro stärken.

Kapitalerhöhung notwendig
Die Kapitalerhöhung sei für die Genesung des Unternehmens notwendig, warb CEO Kevin Toland. Ursprünglich sei er gegen einen solchen Schritt gewesen. Da sich aber rasch gezeigt habe, dass eine Gesundung aus einer Kraft viel länger dauern würde als geplant, sei eine Kapitalerhöhung notwendig.

Automation soll Kosten senken
Aryzta will aber nicht nur Geld einsammeln. Dank eines Kostensenkungsprogramms sollen Kosteneinsparungen von jährlich rund 90 Millionen Euro bis zum Geschäftsjahr 2021 realisiert werden. Die ersten Früchte will Konzernchef Toland bereits in diesem Jahr ernten: Auf Stufe EBITDA rechnet er mit einem mittleren- bis hohen einstelligen organischen Wachstum. Mittelfristig strebt Aryzta eine EBITDA-Marge im Bereich 12 bis 14 Prozent an.

Aryzta ist 2008 aus der Fusion des Tiefkühlgipfeli-Herstellers Hiestand mit der irischen IAWS hervorgegangen. Wegen der miserablen Geschäftszahlen kam es in den letzten zwei Jahren zu einem grossen Köpferollen im Management.

Aktien heben ab
An der Börse wurden die Resultate und die ambitionierten Ziele mit einem Kursfeuerwerk honoriert. Am Vormittag notierten die Papiere bis zu 33% höher, am Nachmittag noch 25%. Am Schluss gingen sie bei 11.00 Franken knappe 18% höher aus dem Handel. (awp/mc/pg)

Aryzta
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