Aryzta steigert Umsatz und Gewinn deutlich

Owen Killian

Aryzta-CEO Owen Killian.

Zürich – Der Backwarenhersteller Aryzta hat im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 (per 31.7.) Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Allerdings haben Akquisitionen einen guten Teil zum Umsatzwachstum beigetragen. Ausserdem hat sich der Konzern am Ende einer dreijährigen Investitionsphase neue Mittelfristziele gesetzt. Alles in allem werden die Zahlen positiv beurteilt.

Der Gruppenumsatz stieg um 6,8% auf 4,81 Mrd EUR, im Hauptbereich Food legten die Verkäufe vor allem akquisitionsbedingt um 10,0% auf 3,39 Mrd zu, wie der Konzern am Montag mitteilte. Dabei haben ‚Food Europe‘ und ‚Food Nordamerika‘ um 14% bzw. 8,7% zulegt, während der ‚Rest der Welt‘ vor allem währungsbedingt um 5,7% rückläufig war. Wie bereits bekannt, hat die in Irland ansässige Agrar-Tochter Origin einen mehr oder weniger gehaltenen Umsatz (1,42 Mrd) erzielt.

Organisch wuchs der Food-Bereich im Gesamtjahr mit +2,1% etwas besser als nach neun Monaten (2,0%). In Europa legten die Verkäufe organisch in der Ganzjahresperiode ebenfalls um 2,1% zu, während Akquisitionen 12% dazu beitragen. In Nordamerika waren es 1,3% organisch und 13% mittels Akquisitionen, im Rest der Welt lag das organische Wachstum bei 7,9%, wurde aber mehr als wettgemacht durch einen negativen Währungseffekt von 13,6%.

EBITDA-Marge deutlich gesteigert
Der Gruppen-EBITA stieg um 19% auf 566 Mio EUR an, im Bereich ‚Food‘ allein waren es knapp 20% auf 486 Mio EUR bei einer um 110 Basispunkte verbesserten Marge von 14,3%. Die EBITA-Marge in Europa konnte ebenfalls um 110 Basispunkte auf 14,5% gesteigert werden, was vor allem mit der Reorganisation des Geschäftes und dem jetzt mehr oder weniger abgeschlossenen Reorganisations- und Kostensenkungsprogramm ATY (Aryzta Transformation Initiative) begründet wird. In Nordamerika konnte die Marge gar um 150 Basispunkte auf 14,5% verbessert werden.

Der Reingewinn der Gruppe avancierte derweil um gut 18% auf 378 Mio EUR, der zugrundeliegende Gewinn pro Aktie (EPS, voll verwässert) um gut 17% auf 422,2 Eurocent. Mit den vorgelegten Zahlen hat Aryzta die Markterwartungen bei den Umsatzzahlen mehr oder weniger getroffen, bei den Gewinnzahlen hingegen etwas übertroffen.

Den Aktionären wird aufgrund der erreichten Zahlen die Ausschüttung eine erhöhte Dividende in der Höhe von 0,7646 CHF je Aktie vorgeschlagen (nach 0,6652 CHF vor Jahresfrist), wobei diese im Fall der Zustimmung durch die Aktionäre am 2. Februar 2015 zur Auszahlung kommt.

ATI-Initiative mehr oder weniger abgeschlossen
Aryzta zeigt sich in der Mitteilung zufrieden mit dem Geschäftsjahr. Man habe eine starke Performance gezeigt, heisst es. Die ATI-Initiative, die Investitionen von rund 460 Mio EUR über 3 Jahre vorsah, ist mit getätigten Investitionen von 467 Mio mehr oder weniger abgeschlossen. Dazu kommen jetzt noch erwartete 70 Mio EUR für die Integration der im vergangenen Geschäftsjahr übernommenen Pineridge Bakery in Kanada sowie der Cloverhill Bakery in den USA.

Das Ziel einer Rendite auf dem investierten Kapital (ROIC) von 15% bis 2015, das am Ursprung der ATI stand, lag mit 14,2% im vergangenen Jahr bereits relativ nahe. Das Management zeigt sich optimistisch, es aufgrund der bisher getätigten Efforts auch erreichen zu können.

Für die Zukunft will der Konzern finanziell weiterhin diszipliniert agieren und viel Cash generieren, was sich positiv auf die anhaltenden Investitionen und die Sektorkonsolidierung auswirken sollte, wie es heisst. Mittelfristig will Aryzta ein organisches Umsatzwachstum von 2-4% sowie ein zugrundeliegendes EPS-Wachstum von 4-6% erzielen. Kapitalinvestitionen sollten zudem ein zusätzliches EPS-Wachstum von 3-6% pro Jahr ermöglichen.

Die Aryzta-Aktie, die seit letzter Woche im SLI geführt werden und damit zu den Top-30 Titeln in der Schweiz gehören, haben die Sitzung mit einem klaren Plus eröffnet. Analysten sprechen von grundsoliden Zahlen und einem positiven Mittelfristausblick. (awp/mc/upd/ps)

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