Schweizer Aussenhandel überwindet Stagnation

Exporte
(Foto: Pixabay)

Bern – Die Schweizer Exporte haben sich im Mai 2018 positiv entwickelt. Ein gleichzeitig stärker gestiegener Import liess das Handelsbilanzsaldo etwas tiefer ausfallen. Chemie-Pharma und Fahrzeuge waren in beide Richtungen Haupttreiber. Die Uhrenexporte wiesen bereinigt einen Rückgang aus, unbereinigt resultierte ein erneuter Anstieg.

Auf saisonbereinigter Basis stiegen die Exporte im Mai nominal um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 19,6 Milliarden Franken. Real stagnierten die Exporte. Bei den Importen resultierte derweil ein deutlicheres Plus von 3,8 Prozent auf 17,3 Milliarden Franken (real +3,1 Prozent). Der Handelsbilanzüberschuss fiel entsprechend mit 2,26 Milliarden Franken tiefer aus als im Vormonat (2,72 Mrd.).

Stagnation überwunden
Exportseitig sei die Stagnation der letzten Monate einer leicht nach oben zeigenden Entwicklung gewichen, kommentierte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag die neusten Zahlen. In beiden Verkehrsrichtungen waren Chemie-Pharma und Fahrzeuge für 90 Prozent der Entwicklung verantwortlich.

Chemisch-pharmazeutische Produkte steigerten den Export um 1,3 Prozent. Hier waren nur die Medikamentenausfuhren im Minus, während alle anderen Untergruppen prosperierten. Seit Dezember zeige der Trend hier seitwärts, wobei die Ausfuhren auf sehr hohem Niveau blieben. Die Ausfuhren von Maschinen und Elektronik (-0,4 Prozent) sowie von Uhren (-0,3 Prozent) verfehlten ihr Vormonatsergebnis zwar knapp, schreibt die EZV. Beide Sparten würden aber im Trend klar aufwärts zeigen.

Uhrenexporte unbereinigt mit Wachstum
Nach Angaben des Schweizerischen Uhrenverbandes FH, der sich anders als die Zollverwaltung auf die unbereinigten Zahlen bezieht, haben die Uhrenexporte im Mai um 5,3 Prozent zugelegt. In fünf der sechs wichtigsten Absatzmärkte konnte die Industrie ihre Verkäufe steigern, wobei insbesondere der grösste Markt Hongkong stark zulegte. Italien beendete eine zögerliche Erholung mit einem starken Einbruch.

Laut den Zahlen der Zollverwaltung waren auch Bijouterie- und Juwelierwaren gefragt, bei denen der Export um 3,0 Prozent stieg. Bei den Nahrungs- und Genussmitteln betrug das Ausfuhrplus 2,7 Prozent, bei Textilien, Bekleidung, Schuhe 2,8 Prozent. Einbussen verzeichneten dagegen Papier und grafische Erzeugnisse (-2,3%).

Europa dominiert Entwicklung
Geografisch sei der steigende Export vom aufwärts tendierenden Europa dominiert worden, heisst es weiter. Die Ausfuhren nach Österreich, Frankreich und Italien nahmen zwischen 7 und 17 Prozent zu, diejenigen nach Deutschland um 0,8 Prozent. Seit Mitte 2017 befinde sich Grossbritannien (Mai -4,0 Prozent) hingegen im Abwärtstrend.

Nach Asien wurden im Berichtsmonat 1,1 Prozent weniger Güter geliefert. Insbesondere China (-5,8 Prozent), Hongkong und Südkorea waren für den Rückgang verantwortlich. Allerdings zeige der Trend der Asien- und China-Exporte weiter aufwärts, heisst es. Auch die Ausfuhren nach Nordamerika (-5,9 Prozent; USA -6,8 Prozent) nahmen im Mai ab. (awp/mc/pg)

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