Aussenhandel schwächelt im ersten Quartal

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(Bild: © Binkski - Fotolia.com)

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Bern – Der Schweizer Aussenhandel ist im März etwas gewachsen. Die Ausfuhren stiegen um 3,2% (real: +4,2%) auf 17,9 Mrd CHF und die Einfuhren um 0,7% (real: +6,8%) auf 15,4 Mrd CHF. Indes zählte der diesjährige März einen Arbeitstag mehr als der Vergleichsmonat im Vorjahr; bereinigt sanken die Exporte denn auch um 0,7% (real: +0,2%) und die Importe um 3,0% (real: +2,8%).

Während die Exportgüterpreise um 0,9% zurückgingen, verbilligten sich die Importwaren um hohe 5,7%. Die Handelsbilanz wies insgesamt einen Überschuss von 2,53 Mrd CHF auf, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte.

Schwaches Auftaktquartal 2015
Von Januar bis März bzw. im ganzen ersten Quartal 2015 sanken die Exporte um 1,4% auf 50,6 Mrd CHF (real -1,7%) und die Importe um 4,4% auf 42,4 Mrd (real +0,8%). Bei den Einfuhren resultierte laut EZV wechselkursbedingt ein deutlicher Preisrückgang von 5,1%, womit sie real leicht zunahmen. Derweil belief sich der Überschuss in der Handelsbilanz auf 8,19 Mrd CHF.

Ausfuhrseitig schrieben rund zwei Drittel der Exportbranchen rückläufige Umsätze und tiefere Preise. Am deutlichsten fiel der umsatzmässige Rückgang im ersten Quartal bei der Papierindustrie aus (-13%). In der Kunststoffindustrie nahmen die Ausfuhren um 9% ab und in der zweitgrössten Exportbranche – der Maschinen- und Elektronikindustrie – um 7%. Auffällig sei hier der kräftige Rückgang bei den nichtelektrischen Kraftmaschinen (-33%) sowie den Pumpen und Kompressoren (-19%) gewesen, heisst es.

Zwischen 3 und 5% sanken die Exporte der Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie, der Metallindustrie sowie der Chemisch-Pharmazeutischen Industrie. Letztgenannte schrieb in der Sparte pharmazeutische Wirkstoffe ein Minus von 16%. Demgegenüber wuchsen die Lieferungen von Roh- und Grundstoffen um 17%. Während der Absatz der Nahrungs- und Genussmittelindustrie knapp unter dem Vorjahresniveau zu liegen kam, wuchs jener der Uhrenindustrie sowie von Präzisionsinstrumenten um je 3% – dies trotz gesunkener Preise.

Hohes Exportminus nach Russland
Die Mehrheit der Kontinente wies den Angaben zufolge eine negative Entwicklung auf; am höchsten war dabei der Exportrückgang in Afrika (-12%). Der Versand nach Lateinamerika reduzierte sich um 6% und jener nach Europa – mit einem Anteil von 57% der klar wichtigste Markt – um insgesamt 5%. Hier fiel einerseits das hohe Minus in Russland (-33%) auf, andererseits der deutliche Rückgang zwischen 5 und 13% in den grossen europäischen Volkswirtschaften wie die Niederlande, Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland. In Kontrast dazu steht das Absatzplus nach Grossbritannien (+12%).

Die Lieferungen nach Asien weiteten sich derweil um 6% aus. Allerdings zeigte sich hier laut EZV eine grosse Spannweite, die von +136% (Katar) bis hin zu -7% (Hongkong) reichte. Innerhalb dieser sind noch Saudi-Arabien (+88%) und Südkorea (+22%) sowie Japan und China mit je -2% aufgefallen. Die Exporte nach Nordamerika wuchsen um 6% (USA: +7%). (awp/mc/ps)

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