Axpo 2012/13: Gesamtleistung sinkt um 4,4% auf 7,02 Mrd CHF

Heinz Karrer

Heinz Karrer, CEO Axpo (Bild: Axpo)

Zürich – Der Energieversorger Axpo hat im Geschäftsjahr 2012/13 eine geringere Gesamtleistung als noch im Vorjahr erzielt. Gleichzeitig hat sich auch die Profitabilität gesenkt. Der Konzern verweist dabei auf verschiedene Sonderfaktoren, die das Ergebnis erneut negativ beeinflusst haben. Dabei belastete insbesondere die tiefere Bewertung von Beteiligungen, des Kraftwerkparks und der Bezugsverträge. Wichtige Ertragsstütze war hingegen der internationale Energiehandel.

Im per Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr weist die Axpo eine um 4,4% tiefere Gesamtleistung von 7,02 Mrd CHF aus. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT verschlechterte sich um 5,2% auf 312 Mio; die entsprechende Marge sank auf 4,4% (VJ 4,5%). Unter dem Strich resultierte ein um rund einen Viertel geringerer Reingewinn von 213 Mio, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Sondereffekte belasten Ergebnis
Insbesondere die tiefere Bewertung von Beteiligungen, des Kraftwerkparks und der Bezugsverträge mit 760 Mio CHF nach 264 Mio im Vorjahr schlug stark negativ zu Buche. Hier würden sich die Auswirkungen insbesondere der subventionsbedingt tiefen Preise am Strommarkt zeigen, heisst es.

Positive Einmaleffekte von 187 Mio CHF resultierten aus Entscheiden in regulatorischen Gerichtsverfahren. Diese betrafen laut Axpo die Deklarierung der Netzkosten der CKW sowie die 2009 und 2010 erfolgte Belastung der Kraftwerke mit Kosten für Systemdienstleistungen. Dies habe zu Rückvergütungen bzw. Auflösung von Rückstellungen geführt. Zudem führten Massnahmen der Pensionskasse des Konzerns zu einer einmaligen Minderung des Vorsorgeaufwandes von 64 Mio.

Internationaler Energiehandel als wichtige Ertragsstütze
Der neuausgerichtete Geschäftsbereich Handel & Vertrieb erzielte laut der Axpo ein «sehr gutes» Ergebnis im internationalen Energiehandelsgeschäft. Dieses verdoppelte sich beinahe auf 276 Mio CHF. Mit bestehenden und neuen Kunden in ganz Europa seien individuelle Energieverträge abgeschlossen und der Ausbau des Origination-Geschäfts vorangetrieben worden. Dies gelte speziell für die Windenergie, bei der Axpo bereits einer der grössten Anbieter von Dienstleistungen für On-Shore-Windkraft in Europa sei.

Im Versorgungsgebiet der Nordost- und Zentralschweiz haben hingegen Verbrauchsrückgänge, Lieferantenwechsel und rückläufige Preise zu Mindererträgen geführt. Die tiefen Marktpreise hätten Kunden vermehrt dazu veranlasst, aus der gestehungskostenbasierten Grundversorgung in den freien Markt zu wechseln.

Finanzergebnis erneut negativ – Aufwand reduziert
Das Finanzergebnis war zudem erneut negativ. Es verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr gar um 89 Mio CHF auf 113 Mio. Unter anderem standen dem Verkaufserfolg von Beteiligungsanteilen aus der Projektgesellschaft Trans Adriatic Pipeline (TAP) von 35 Mio der verlangsamte Wertzuwachs der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds für das Kernkraftwerk Beznau von 87 Mio (184 Mio) sowie rückläufige Kurse bei Finanz- und Beteiligungsinvestitionen gegenüber.

Der Energiebeschaffungs-, Netznutzungs- und Warenaufwand sank im Vergleich zur Gesamtleistung überdurchschnittlich, um 6% auf 4,79 Mrd CHF. Eine Praxisänderung bei der Verbuchung der Absicherungsgeschäfte habe zu dieser Abnahme beigetragen, heisst es weiter. Die Produktionsmenge aus dem eigenen Kraftwerkspark lag um 10% tiefer. Hauptgrund dafür waren laut Mitteilung die stark reduzierten Betriebszeiten der italienischen Gas-Kombikraftwerke, die aufgrund der Preisentwicklung zunehmend als Regel- statt Grundlastkraftwerke eingesetzt wurden.

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit belief sich auf 750 Mio CHF und lag damit auf Vorjahresniveau (749 Mio). Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit lag mit 182 Mio deutlich unter dem Vorjahr (226 Mio).

Ausblick verhalten
Der Verwaltungsrat wird bei der Generalversammlung Mitte März eine unveränderte Dividende von 2,00 CHF pro Aktie beantragen. Dies entspricht einer Ausschüttung von 74 Mio CHF.

Für das Geschäftsjahr 2013/14 erwartet der Konzern, dass die tiefen Grosshandelspreise in Europa weiterhin anhalten und die politischen und regulatorischen Unsicherheiten gross bleiben werden. Man werde sich deshalb weiterhin auf dauerhaft tiefe internationale Marktpreise ausrichten, die Kosten weiter senken, die Investitionsvorhaben noch konsequenter hinterfragen und neue Ertragspotenziale erschliessen. (awp/mc/upd/ps)

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