Axpo-Vertreter dürfen Uran-Anlage in Majak nicht besuchen

Majak

Greenpeace-Strahlungsexperte Heinz Smital beim Messen in der Region Majak.

Zürich – Vertretern der AKW-Betreiberin Axpo bleibt es verwehrt, die Uran-Aufbereitungsanlage im russischen Majak zu besuchen. Offizieller Grund: Die Anlage befindet sich in einem militärischen Sperrgebiet. Mehrere Schweizer Atomkraftwerke arbeiten mit Brennstäben, deren Uran teilweise in den russischen Anlagen von Mayak und Sewersk aufbereitet wird.

Dies wird von Umweltorganisationen seit Jahren kritisiert. Die Region um die Anlage in Mayak ist gemäss Greenpeace sehr stark radioaktiv verstrahlt. Wie die Axpo Holding AG am Sonntag mitteilte, musste der geplante Besuch von Axpo-Vertretern in Majak kurzfristig abgesagt werden. Der staatliche russische Energiekonzern Rosatom habe bekannt gegeben, dass ein Besuch der Anlage nicht möglich sei, weil sich diese in militärischem Sperrgebiet befinde.

Axpo-VRP «sehr verärgert»
Mitglieder der Axpo-Konzernleitung sowie des Axpo-Verwaltungsrates, unter ihnen der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi (SVP) und der Ausserrhoder Regierungsrat Jakob Brunnschweiler (FDP), wollten Ende Juni die Anlage besichtigen und mit den Vertretern des Betreibers und der Mutterfirma Rosatom Gespräche führen. Noch bis vor wenigen Tagen seien die Vorbereitungen wie geplant verlaufen, dann aber sei die Absage gekommen, teilte die Axpo weiter mit. «Über diese kurzfristige Absage sind wir sehr verärgert», liess sich Robert Lombardini, Präsident des Verwaltungsrates der Axpo Holding, in der Mitteilung zitieren.

«Ein Besuch wäre sehr hilfreich.»
Axpo-Sprecher Rainer Meier sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass der Verwaltungsrat der Axpo bis Ende Jahr entscheiden werde, ob der Konzern weiterhin Uran aus Majak beziehen soll. Die Axpo werde sich bemühen, die Anlage doch noch besichtigen zu können. «Ein Besuch wäre sehr hilfreich.» Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse sei noch nicht restlos geklärt, ob die heutigen Aufbereitungsprozesse in Majak zu zusätzlichen Belastungen von Mensch und Umwelt mit Radioaktivität führten, hiess es weiter. Bis Ende Jahr sollten gemäss Meier aber genügend Fakten vorliegen, um einen Entscheid treffen zu können.

Konsequenzen gefordert
Der Zürcher Regierungsrat Kägi teilte seinerseits mit, dass auch die weiteren Verwalungsratsmitglieder der Delegation, welche die Anlage besuchen wollten, «sehr verärgert» seien über die Verweigerung des Zutritts. «Wenn wir keine Transparenz über die Aufbereitungsprozesse erhalten, muss das Konsequenzen haben.» Vorerst ist nun ein Arbeitstreffen zwischen Vertretern der Axpo und der Rosatom geplant. Ein Termin steht noch nicht fest. Auf Grund von Recherchen von Greenpeace hatte die Axpo erstmals im September 2010 bestätigt, dass ihre Brennstäbe zum Teil wiederaufbereitetes Uran aus Majak enthalten. Der Axpo gehört das AKW Beznau. Zudem hält der Energiekonzern Anteile an den AKW in Leibstadt und Gösgen.

Greenpeace: Absage peinlich füpr Axpo
«Diese Absage ist äusserst peinlich für die Axpo. Die Transparenzbemühungen, mit denen sich die Axpo rühmt, haben damit einen neuen Tiefpunkt erreicht,» sagt Atomcampaigner, Florian Kasser von Greenpeace Schweiz. «Seit Monaten wartet man auf die im grossen Stil angekündigten eigenen Abklärungen rund um die Wiederaufbereitungsanlage in Majak. Auch auf die neusten Wasserproben von Greenpeace, welche die radioaktive Verseuchung des Flusses der Tetcha unterhalb der Anlage belegen, ging die Axpo nicht ein. Die einzig glaubwürdige Reaktion auf die Brüskierung durch die Rosatom ist die Kündigung sämtlicher Lieferverträge. Nach der Absage der Rosatom wird Greenpeace heute ihre Einladung an die Axpo wiederholen, gemeinsam die Umgebung rund um die Anlage zu besuchen, um sich ein Bild zu machen von der Umweltverseuchung und dem menschlichen Leid vor Ort.» (AWP/Greenpeace/mc/ps)

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