Bachem steigert Umsatz und Gewinn

Bachem steigert Umsatz und Gewinn
Arbeiten am Hochdruck-Flüssigchromatographen bei Bachem. (Foto: Bachem)

Bubendorf – Das Biochemie-Unternehmen Bachem bleibt auf Wachstumskurs. Die Baselbieter haben im Geschäftsjahr 2017 alle relevanten Kennzahlen gesteigert, wenngleich der Reingewinn unter Fremdwährungseffekten litt. Die Bedeutung des Absatzmarktes Asien hat im Berichtsjahr weiter zugenommen und so soll in Japan bald eine Niederlassung eröffnet werden.

Und die Firmenspitze ortet weitere Wachstumsmöglichkeiten. Deshalb werde Bachem auch in den nächsten Jahren unvermindert in Produktionskapazitäten investieren. 2017 lagen die Investitionen in Sachanlagen bei 45 Mio CHF. Dank des guten Geschäftsgangs und der hohen Auslastung habe das Unternehmen zudem 79 neue Stellen geschaffen, sagte Konzernchef Thomas Früh am Freitag vor Medien und Analysten.

Mehr Gewinn und Dividende
Im Berichtsjahr steigerte Bachem den Umsatz um 10,6% auf 261,6 Mio CHF. Dabei hätten Ausbauarbeiten in dem 2015 übernommenen Werk der American Peptide Company (APC) im Berichtsjahr das Umsatzwachstum limitiert. Man habe bewusst auf kurzfristige Mehrumsätze zugunsten der Produktqualität verzichtet, sagte Früh. Ein Teil der neuen Produktionskapazitäten werde daher erst mit zeitlicher Verzögerung in Betrieb genommen.

Der EBIT nahm derweil um 12,3% auf 50,6 Mio CHF zu und die entsprechende Marge um 0,2 Prozentpunkte auf 19,3%. Unter dem Strich verblieb ein um 1,4% höherer Reingewinn von 41,8 Mio. Mit diesen Zahlen hat das Baselbieter Unternehmen die Erwartungen der Analysten knapp unterschritten.

Für die unterproportionale Gewinnentwicklung machte Finanzchef Stephan Schindler die Wechselkurse verantwortlich. Dennoch soll die Dividende um 25 Rappen auf 2,75 CHF je Aktie steigen.

Asien wird stärker
Geografisch zeigte sich als Folge der Verzögerungen beim APC-Werk eine leichte Verschiebung der Umsatzanteile zugunsten von Europa. Dort habe Bachem mit 174,6 Mio CHF (+16%) zwei Drittel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Der Anteil von Nordamerika (+1,3% auf 87,0 Mio) sei derweil um 3 Prozentpunkte auf 33,3% gesunken.

«Ein wichtiger Generika-Kunde hat seine Lieferadresse von den USA nach Europa verschoben», erklärte CEO Früh. Ohne diesen Effekt hätten die Marktregionen Europa und Nordamerika ein Wachstum von jeweils rund 10% gezeigt.

In der Einzelbetrachtung erreichte der Anteil Asiens mit einem Wachstum von 41% auf 36,6 Mio CHF bereits 14%, hiess es weiter. Asien wird der Region Europa zugeschlagen. Angesichts der «einzigartigen Dynamik» in der Region hat Bachem nun beschlossen, in Japan eine Verkaufs-Niederlassung zu gründen. Die entsprechenden Vorbereitungen seien bereits weitgehend abgeschlossen.

Volle Pipeline
Für das künftige Wachstum bei Bachen steht heute auch das prall gefüllte Projektportfolio an Wirkstoffen gegen 250 Projekten in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Da einige Wirkstoffe als Medikamente zugelassen werden könnten, ist dieser Geschäftsbereich entscheidend für die künftige Entwicklung von Bachem.

Denn neue Produkte versprechen bessere Margen für Bachem – zumindest in den ersten Jahren nach der Zulassung eines Medikaments. Das ist wichtig für den Konzern, denn Preisdruck ist auch im Peptidmarkt vorhanden. «Es ist keine Preisspirale, aber Preiserhöhungen haben wir in den letzten Jahren auch nicht gesehen», erklärte Früh.

Gewinnwachstum hat Vorrang
Für die kommenden Jahre ist das Management zuversichtlich, den Umsatz in lokalen Währungen im Rahmen der langfristigen Prognosen von 6-10% pro Jahr zu steigern. Dabei habe das nachhaltige Gewinnwachstum Vorrang, hiess es. Eine konkretere Prognose für 2018 will das Management aber nicht abgeben – noch nicht. Diese soll wie gewohnt erst im August bei Vorlage der Halbjahreszahlen genannt werden. (awp/mc/upd/pg)

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