Bachem wächst im Pandemiejahr kräftig

Thomas Meier
Thomas Meier, CEO Bachem. (Foto: Bachem)

Bubendorf – Dem Biochemie-Unternehmen Bachem hat die Coronavirus-Krise nichts angehabt. Umsatz und Gewinn stiegen im Geschäftsjahr 2020 kräftig. Und so soll es auch in der nächsten Zukunft weitergehen.

Bachem setzte im vergangenen Geschäftsjahr 402,1 Millionen Franken um – 28,1 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. In Lokalwährungen wären es gar plus 34 Prozent gewesen.

Vom Umsatz blieben 24,0 Prozent als Betriebsgewinn auf Stufe EBIT übrig. Dieser kletterte entsprechend um 55 Prozent auf 96,7 Millionen Franken. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 78,1 Millionen Franken – 44,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Aktionäre sollen davon in Form einer höheren Dividende profitieren: Pro Aktie sollen 3,25 Franken ausgeschüttet werden nach 3,00 Franken im Vorjahr. Mit den Zahlen hat Bachem die Erwartungen der Analysten – bis auf die Dividende – deutlich übertroffen.

Breit abgestütztes Wachstum
Bachem beliefert die Pharma- und Biotechnologiebranche mit Peptid-basierten Wirkstoffen. Peptide sind Ketten von bis zu rund 100 Aminosäuren. Sie werden als spezifische Wirkstoffe in Medikamenten verwendet, zum Beispiel zur Behandlung von Krebs, Diabetes oder Fettleibigkeit.

Dabei konnte Bachem im Halbjahr etwa den Umsatz mit patentierten Wirkstoffen um 36,4 Prozent (in LW) 360,4 Millionen Franken steigern. Gerade mit neuen Produkten (New Chemical Entities) seien die Verkäufe deutlich gestiegen. Auch mit Forschungschemikalien setzte Bachem 16,5 Prozent mehr um – trotz pandemiebedingter Effekte.

«Im Jahr 2020 hat Bachem trotz grosser Herausforderungen herausragende Ergebnisse erzielt», liess sich Konzernchef Thomas Meier in der Mitteilung zitieren. Das starke Verkaufs- und Ergebniswachstum sei in allen Geschäftsbereichen erzielt worden und es sei produktmässig und regional breit abgestützt gewesen.

Bachem war vor zwei Jahren zudem in den Markt der Oligonukleotidwirkstoffe eingetreten. Die Moleküle, deren Struktur der DNA und RNA nachempfunden ist, werden zur Behandlung genetischer Erkrankungen eingesetzt.

Die Gruppe habe nun erste Anlagen in Betrieb genommen und erste Chargen für eine klinische Studie hergestellt. Die Investitionen in zusätzliche Anlagen für Produktionskapazitäten im kommerziellen Massstab schritten plangemäss voran, erklärte Bachem.

Umsatzziel von 500 Millionen
Insgesamt plant das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren ein Investitionsvolumen von mehr als 400 Millionen Franken. Denn bei den Peptiden will Bachem seine marktführende Position weiter ausbauen und der Bereich Oligonukleotide soll mittelfristig auf einen Jahresumsatz von 100 Millionen Franken kommen.

Im Jahr 2022 will Bachem den Angaben zufolge auf einen Umsatz von über 500 Millionen Franken kommen. Und die Gewinnzahlen solle schneller als der Umsatz wachsen. (awp/mc/pg)

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