Bachem wächst sehr profitabel und setzt auf weitere Beschleunigung

Thomas Meier
Thomas Meier, CEO Bachem. (Foto: Bachem)

Bubendorf – Dem Biochemie-Unternehmen Bachem hat die Coronavirus-Krise nichts angehabt. Die Gruppe ist im ersten Halbjahr 2020 weiter profitabel gewachsen. Und das Unternehmen investiert in die Zukunft.

Bachem setzte von Januar bis Juni 177,1 Millionen Franken um – 31,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das sei ein neuer Rekordumsatz für das erste Semester.

Vom Umsatz blieben 22,7 Prozent als Betriebsgewinn auf Stufe EBIT übrig. Dieser kletterte entsprechend um 65 Prozent auf 40,3 Millionen Franken. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 32,8 Millionen Franken – 61 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten sehr deutlich übertroffen.

Peptide und Oligonukleotide
Bachem beliefert die Pharma- und Biotechnologiebranche mit Peptid-basierten Wirkstoffen. Peptide sind Ketten von bis zu rund 100 Aminosäuren. Sie werden als spezifische Wirkstoffe in Medikamenten verwendet, zum Beispiel zur Behandlung von Krebs, Diabetes oder Fettleibigkeit.

Generika-Absatz um 23 Prozent erhöht
Dabei konnte Bachem im Halbjahr etwa die Verkäufe von Generika – die 40 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuern – um 23 Prozent auf 71,7 Millionen Franken steigern. Mit den patentierten Wirkstoffen (New Chemical Entities) kletterten die Verkäufe in Nordamerika um 43 und in Europa/Asien um 95 Prozent. Auch mit Forschungschemikalien setzte Bachem 37 Prozent mehr um – obschon der Bereich vom Lockdown betroffen gewesen sei.

Bachem war zudem 2019 in den Markt der Oligonukleotidwirkstoffe eingetreten. Die Moleküle, deren Struktur der DNA und RNA nachempfunden ist, werden zur Behandlung genetischer Erkrankungen eingesetzt.

Hier visiere man in der mittleren Frist einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Franken an, erklärte Bachem nun. Das Unternehmen wolle damit unter die „Top 3“-Hersteller für Oligonukleotide vorstossen. Dafür würden nun zusätzliche Kapazitäten aufgebaut.

Zuversichtlicher Ausblick
Das Wachstum bei Bachem soll also weitergehen. Hierfür seien in der zweiten Jahreshälfte Investitionen von rund 60 Millionen Franken vorgesehen, nach 25 Millionen im ersten Semester.

Die starke Nachfrage und die gute Auftragslage kommen auch in einem höheren Personalbestand zum Ausdruck: Bis zur Jahresmitte 2020 schuf Bachem weltweit 151 neue Arbeitsplätze. Zur Jahresmitte beschäftigte die Gruppe insgesamt 1’408 Personen.

Für das zweite Halbjahr 2020 erwartet Bachem einen neuen Rekordumsatz von über 200 Millionen Franken. Für das gesamte Jahr rechne man mit einem Umsatzplus von mehr als 20 Prozent. Der Betriebsgewinn soll überproportional dazu steigen.

Bis in drei Jahren strebt Bachem gar einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Franken an. 2019 setzen die Baselbieter noch 313,7 Millionen Franken um. (awp/mc/pg)

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