Barry Callebaut steigert Verkaufsvolumen markant und bestätigt Ziele

Barry Callebaut steigert Verkaufsvolumen markant und bestätigt Ziele
Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut. (Foto: BC)

Zürich – Barry Callebaut ist mit einem markanten Volumenwachstum gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Entsprechend hat der Zürcher Schokoladekonzern seine Mittelfristziele einmal mehr bestätigt.

Das Verkaufsvolumen legte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/20 (September bis November) um 8,2 Prozent auf 585’620 Tonnen zu, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Die Verkaufsmenge allein im Schokoladengeschäft stieg dabei um 7,7 Prozent und lag damit deutlich über dem gemäss Branchenzahlen (Nielsen) stagnierenden Wachstum des globalen Schokoladenmarktes.

Alle Regionen und zentralen Wachstumstreiber – Outsourcing (+2,7%), Schwellenländer (+16,7%) und Gourmet & Spezialitäten (exkl. Getränkesparte, +4,4%) – trugen den Angaben zufolge zum Wachstum bei. Zudem erzielte auch die Kakao-Sparte (Global Cocoa) mit +10,1 Prozent ein hohes Volumenwachstum. Ohne den erstmaligen Konsolidierungsbeitrag der im Oktober 2018 gekauften russischen Inforum belief sich das Gesamtwachstum auf 6,2 Prozent.

Der Umsatz stieg derweil um 6,3 Prozent auf 2,00 Milliarden Franken, in Lokalwährungen waren es +8,7 Prozent. Die Umsatzzahlen sind von etwas geringerer Bedeutung für Barry Callebaut, da der Konzern für viele Kunden ein sogenanntes Cost/Plus-Modell anwendet: d.h. wenn die Kakaopreise steigen, wird das auf den Verkaufspreis geschlagen und umgekehrt. Gewinnzahlen werden zu den ungeraden Quartalen hingegen keine kommuniziert.

Klar über den Schätzungen
Mit den vorgelegten Zahlen wurden die bereits relativ hohen Schätzungen der Analysten gemäss AWP-Konsens beim (wichtigeren) Verkaufsvolumen klar übertroffenen. Diese hatten ein Plus von 6,3 Prozent (Bandbreite +5,6 bis +6,7%) geschätzt.

Aufgrund des starken ersten Quartals werden auch die Mittelfristziele bestätigt. Demnach will der Konzern bis und mit Geschäftsjahr 2021/22 im Jahresdurchschnitt ein Verkaufsmengenwachstum von 4 bis 6 Prozent und eine über diesem Wachstum liegende EBIT-Zunahme in Lokalwährungen erzielen.

Kräftiges Wachstum in EMEA
In Bezug auf die Regionen zeigte Barry Callebaut in der Region EMEA ein hohes Wachstum von 8,7 Prozent. Organisch waren es mit +4,0 Prozent etwas weniger, aber doch deutlich mehr als der Gesamtmarkt (+0,3%). Das Geschäft mit Industriekunden – also die Produktion für Weltkonzerne wie etwa Nestlé oder Cadbury – habe sein «gesundes Wachstum» in Westeuropa fortgesetzt und ein zweistelliges Wachstum in Osteuropa verzeichnet, heisst es.

Das Volumenwachstum der Sparte Gourmet & Spezialitäten sei hingegen «erwartungsgemäss» durch einen Rückgang bei der Getränkesparte beeinträchtigt worden. Massnahmen für eine Trendumkehr dort seien aber eingeleitet worden und sollten in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres Wirkung zeigen, beruhigt das Unternehmen.

Etwas gemächlicher wuchs die Region Nord- und Südamerika mit 3,3 Prozent. Sie habe aber den rückläufigen Schokolademarkt (-3%) dennoch deutlich übertroffen. In der Region Asien-Pazifik hielt die Dynamik mit einem Volumenwachstum von 21,8 Prozent an, dies bei einem Wachstum des Gesamtmarktes von 6,3 Prozent. Barry Callebaut spricht hier von guten Zahlen in Schlüsselmärkten wie China und Indien. Allerdings ist die verkaufte Menge in dieser Weltregion noch relativ gering.

Steigender Kakaopreis
Für einmal ein aussergewöhnlich hohes Wachstum gab es auch in der Division Global Cocoa. Bei (allerdings schwachen Vergleichszahlen) wuchs die Verkaufsmenge um 10,2 Prozent. Die Sparte war in der Vergangenheit phasenweise ein Bremsklotz und musste saniert werden.

Da der Preis für Kakaobohnen zuletzt meist aufwärts zeigte, stieg der Umsatz der Sparte gar noch etwas deutlicher. Der Kakaopreis stieg auch nach der Berichtsperiode weiter und erreichte am Vortag auf Dollarbasis den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Hinter dem Preisanstieg stünden Sorgen vor einer geringeren Zwischenernte im weltgrössten Produzentenland Elfenbeinküste, nachdem es dort in den vergangenen Wochen zu wenig geregnet habe, sagte ein Analyst dazu. (awp/mc/ps)

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