Barry Callebaut von schwachem Corona-Quartal zurückgebunden

Barry Callebaut von schwachem Corona-Quartal zurückgebunden
Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut. (Foto: BC)

Zürich – Dem Schokoladeproduzenten Barry Callebaut ist der gute Start ins Geschäftsjahr 2019/20 durch ein schwaches drittes Quartal vermasselt worden. Da dieses die Monate März bis Mai umfasst, wurde es voll von der Corona-Krise erwischt. Das Unternehmen zeigt sich dennoch zuversichtlich und erhöht die Mittelfristziele.

Die Verkaufsmenge erreichte nach neun Monaten 1’569 Millionen Tonnen. Das sind 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Nach den ersten sechs Monaten hatten die Wachstumsraten sowohl für das gesamte Verkaufsvolumen als auch für die Verkaufsmenge allein im Schokoladengeschäft noch bei über 5 Prozent gelegen.

Einbruch im dritten Quartal
Dann aber kam das dritte Quartal und mit ihm das Virus, das wegen der angeordneten Schliessungen von verschiedene Geschäften insbesondere den Geschäftsbereich Gourmet & Spezialitäten von BC in Mitleidenschaft zog. Die Verkaufsmenge ging in diesem Quartal insgesamt um 14,3 Prozent zurück.

Die Verkaufsmenge im Schokoladengeschäft sank um 14,1 Prozent, was über neun Monate einen Wert von -1,4 Prozent ergab. Der vergleichbare globale Schokoladenmarkt stagnierte gemäss Branchenzahlen in dieser Zeit.

Insbesondere die Schliessung von Restaurants, Hotels oder Chocolatiers hätten sich ausgewirkt, sagte CEO Antoine de Saint-Affrique an einer Telefonkonferenz. Auf dem Höhepunkt der Krise habe der Geschäftsbereich Gourmet & Spezialitäten weniger als die Hälfte der Vorjahreswerte erreicht. Dass die Mitarbeiter je nach Region für eine Weile zu Hause bleiben mussten, habe zusätzlich gebremst. Er zeigte sich aber zufrieden, dass es während des gesamten Lockdowns gelungen sei, die operative Tätigkeit aufrecht zu erhalten.

Der Rückgang der verkauften Mengen schlug sich auch in geringeren Einnahmen nieder. Der Umsatz in Franken sank auf die gesamten neun Monate gesehen um 4,4 Prozent auf 5,24 Milliarden Franken. In Lokalwährungen ergab sich hingegen eine knappe Zunahme um 0,4 Prozent.

Von AWP befragte Analysten hatten sich im Vorfeld sowohl für den Umsatz als auch das Mengenwachstum etwas optimistischer gezeigt. Die Aktie zieht vorbörslich dennoch klar an, was wohl auf den relativ gelassenen Blick nach vorne zurückzuführen ist.

Zuversicht nach besserem Juni
Mit Blick auf das Gesamtjahr zeigt sich BC zwar vorsichtig. Die Covid-19-Pandemie sei ein grosses unvorhergesehenes Ereignis, das sich negativ auf das Geschäftsjahr 2019/20 auswirken werde, hiess es.

Allerdings sah das Unternehmen im Juni begleitet von den Lockerungsmassnehmen eine „allmähliche Erholung der Verkaufsmengen“. Diese frühen Anzeichen einer Erholung seien sowohl im Geschäft mit Industriekunden als auch im Gourmet & Spezialitäten-Geschäft sichtbar, wenn auch in unterschiedlichem Tempo.

Saint-Affrique sagte dazu: „Es geht in die richtige Richtung, das stimmt uns zuversichtlich.“ Wie sich die verkauften Volumina im Juni im Vergleich zum Vorjahr entwickelt haben, wollte er allerdings nicht verraten. Er gab sich aber überzeugt, dass BC gestärkt aus der Krise kommen werde. „Wir stehen auf einer soliden finanziellen Basis“, fügte er an.

Auch auf mittlere Sicht demonstriert BC Optimismus und erhöht die bisher geltenden Ziele. Für die Dreijahresperiode ab dem Geschäftsjahr 2020/21 gilt neu ein Ziel für die Steigerung der Verkaufsmenge von jährlich 5 bis 7 Prozent, davor wurde noch ein Wert zwischen 4 und 6 Prozent angestrebt. Weiterhin soll der EBIT stärker zulegen als das Volumenwachstum in Lokalwährungen. (awp/mc/ps)

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