BKW steigert Halbjahresgewinn auf 123,1 Mio CHF

Suzanne Thoma
BKW-CEO Suzanne Thoma. (Foto: BKW)

BKW-CEO Suzanne Thoma. (Foto: BKW)

Bern – Der Energiekonzern BKW hat den Halbjahresgewinn dank günstigerer Einkaufspreise am Grosshandelsmarkt für Strom deutlich gesteigert. Belastende Preis- und Währungseffekte konnten abgefedert werden. Für das Gesamtjahr rechnet das Berner Unternehmen dennoch mit einem Ergebnis unter dem Vorjahr.

In den ersten sechs Monaten sank die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahreswert um 11% auf 1,28 Mrd CHF. Gründe seien die gesunkenen Strompreise und ein für das Stromgeschäft ungünstiger Euro-Franken-Wechselkurs, hiess es in einer Mitteilung am Donnerstag. Damit meint das Berner Unternehmen den Verkauf am Grosshandelsmarkt aus der eigenen Stromproduktion. Denn im Einkauf für die regulierte Endkundenversorgung profitiert die BKW wiederum von den tiefen Grosshandelspreisen am Strommarkt.

Im Geschäftsfeld Energie habe die regulierte Produktion den Erwartungen entsprochen, hiess es denn auch. Bei der Produktion am Markt waren die Erträge im ersten Halbjahr dagegen deutlich geringer: Es wurde zwar gleichviel Strom verkauft, doch ging der Erlös wegen der tiefen Strompreise und der negativen Wechselkurseffekte signifikant zurück.

EBIT-Beitrag Dienstleistungen «bescheiden»
Im Zuge der Frankenstärke war jedoch die am Markt beschaffte Energie günstiger, auch Rückstellungen für Beschaffungsverträge in Euro konnten um 61 Mio CHF tiefer bewertet werden. Zudem wirkten der Margenerosion eine höhere Produktionsmenge im eigenen Kraftwerkspark und erfolgreiche Handelsaktivitäten entgegen, sowie Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen.

So stieg das operative Betriebsergebnis (EBIT) um 41% auf 199 Mio CHF, und der Reingewinn um gut ein Drittel auf 123,1 Mio. Bereinigt um den erwähnten positiven Fremdwährungseffekt auf Rückstellungen resultierte ein EBIT auf Vorjahresniveau. Trotz des «widrigen Umfelds» sei damit ein gutes operatives Ergebnis erreicht worden, sagte BKW-CEO Suzanne Thoma vor Journalisten an einer Telefonkonferenz.

Im Bereich der Energie- und Infrastrukturdienstleistungen konnte im ersten Halbjahr zudem der Umsatz um 36% gesteigert werden. Knapp ein Viertel davon sei organisches Wachstum gewesen. Akquisitions- und Integrationskosten sowie ausgeprägte saisonale Unterschiede hätten jedoch dazu geführt, dass der EBIT-Beitrag des Dienstleistungsgeschäfts noch bescheiden war.

Für das zweite Semester wird hier eine deutliche Steigerung erwartet. Auch will der Konzern weiter investieren: Die Akquisitionen würden in diesem Bereich weitergehen und man dürfe davon ausgehen, dass «noch die eine oder andere Firma bis Ende Jahr dazukommt», so Thoma.

Mehr Investitionen in Verteilnetze
Auch im Bereich Netze sollen die Investitionen anziehen. Für Erneuerung und Ausbau des Verteilnetzes sollen jährlich neu gegen 100 Mio CHF ausgegeben werden, gegenüber rund 80 Mio in der Vergangenheit.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigte die BKW zudem den bereits kommunizierten Ausblick: Insgesamt erwarte man für 2015 ein Ergebnis, das unter dem Vorjahresergebnis liegt. Man reche zwar nicht mit einer Abschwächung im zweiten Halbjahr gegenüber dem ersten, sagte Thoma. Das zweite Halbjahr 2014 sei aber sehr stark gewesen. Und: Immerhin hätte das Unternehmen auf das Jahr gesehen Belastungen in der Höhe von 80 Mio CHF wegen der Frankenstärke und den tiefen Strompreisen zu verkraften. 2014 hatte das Unternehmen einen EBIT von 347 Mio CHF und einen Reingewinn von 292 Mio CHF erreicht.

An der Börse legten die Aktien am Donnerstag bei überdurchschnittlichem Handel um 1,8% im Rahmen des sich stark erholenden Gesamtmarkts zu. (awp/mc/upd/ps)

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