Bossard verzeichnet 2015 dank Akquisitionen Umsatzplus

David Dean
Ehemaliger Bossard-CEO David Dean. (Foto: Bossard)

Bossard-CEO David Dean. (Foto: Bossard)

Zug – Die Bossard Gruppe hat im Geschäftsjahr 2015 den Umsatz dank Übernahmen erhöht. Auf vergleichbarer Basis gingen die Verkäufe wegen des starken Frankens indes zurück. Klammert man den negativen Währungseffekt aus, so erreichte der vergleichbare Umsatz in Lokalwährungen knapp das Vorjahresniveau. Ein markanter Umsatzsprung ergab sich vor allem in den USA dank der Übernahme von Aero-Space.

Der Umsatz stieg um 6,2% auf 656,3 Mio CHF, entsprechend einem Plus in Lokalwährungen (LW) von 10%. Wesentlichen Anteil an diesem Wachstum hätten die Akquisitionen von 2014 und 2015 gehabt, teilte der Schraubenhandels- und Logistikkonzern am Dienstag mit. Durch diese Übernahmen sei die Marktposition in den USA, Skandinavien, Italien und in Frankreich entscheidend gefestigt worden.

Franken hinterlässt Spuren
Die Frankenaufwertung habe im Geschäftsjahr aber Spuren hinterlassen. Unter Ausklammerung der angesprochenen Akquisitionen ergab sich ein Umsatz von 592,1 Mio CHF, entsprechend einem Rückgang um 4,2%. In Lokalwährungen belief sich das Minus allerdings lediglich auf 0,7%.

In Europa, wo rund 58% des Umsatzes erzielt wurden, verzeichnete Bossard ein Minus von 2,9% (LW +4,6%) auf 383,4 Mio CHF. In dieser Region habe es Licht und Schatten gegeben, heisst es. In den Zahlen spiegle sich die nach wie vor schwierige Nachfragesituation in einigen Märkten Europas und besonders in der Schweiz. Die Marktposition vieler Schweizer Unternehmen sei durch die Frankenaufwertung erodiert, was sich auch in tieferen Umsätzen bei Bossard niederschlage. Dank der Akquisitionen habe man aber in verschiedenen Ländern Marktanteile gewonnen.

Umsatzsprung in Amerika
Die Verkäufe in der Region Amerika verzeichneten dagegen vor allem dank der Übernahme der Aero-Space Southwest Inc. ein markantes Plus von 36% (LW +30%) auf 166,2 Mio. Damit sei man hier in eine neue Dimension hineingewachsen und die Präsenz sei an wichtigen Industriestandorten wie Kalifornien, Arizona oder Mexiko gefestigt worden. Im angestammten Amerika-Geschäft habe sich die Zusammenarbeit mit dem bedeutendsten US-Elektrofahrzeughersteller intensiviert, während der zweite Grosskunde aus dem Landwirtschaftsbereich nach wie vor eine schwächere Nachfrage verspüre.

In Asien wiederum zogen die Verkäufe um 5,5% auf 106,7 Mio (LW +5,2%) an. Durch den Aufbau und die Erweiterung von Distributions- und Kompetenzzentren in China, Thailand und Südkorea sei die Marktpräsenz hier konsolidiert worden. Vor allem im vierten Quartal habe sich die Nachfrage in einigen asiatischen Märkten dynamisch entwickelt. Als erfreulich wird das Neukundengeschäft bezeichnet, wogegen sich China flach entwickelt habe.

Zum Ergebnis bzw. zum Ausblick für 2016 werden noch keine Angaben gemacht. Im November hatte CEO David Dean in einem Interview mit AWP gesagt, dass er für dieses Jahr weder den grossen Aufschwung noch die grosse Baisse erwarte.

Aktie bleibt hinter Gesamtmarkt zurück
An der Börse blieben die Bossard-Aktien am Dienstag mit +0,5% klar hinter dem Gesamtmarkt zurück (SPI +1,4%). Der Umsatz habe leicht unter den Erwartungen gelegen, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Allerdings sei dies vor allem auf Amerika zurückzuführen, wo sich Umsätze von Tesla lediglich ins kommende Jahr verschoben hätten. Und im vierten Quartal habe sich eine leichte Trendverbesserung eingestellt. Dennoch wird die ZKB ihre Gewinnschätzungen marginal nach unten anpassen.

Die Neue Helvetische Bank schreibt in einer Einschätzung, dass mit dem Umsatz die Markterwartungen erfüllt worden seien. Die Kooperation mit Tesla und die Investitionen in Asien hätten sich bezahlt gemacht. Bossard zeige zudem eindrücklich, dass Asien nicht nur aus China besehe. Als Frühzykliker sei Bossard ein guter Indikator und dieser zeige an, dass die Wirtschaft in Asien zwar nicht boome, aber auch kein Kollaps absehbar sei. (awp/mc/upd/ps)

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