Bucher erhält im 1.Halbjahr knapp 8% mehr Bestellungen

Philip Mosimann, CEO Bucher Industries. (Foto: Bucher Industries)

Niederweningen – Die Industriegruppe Bucher hat im ersten Halbjahr 2014 deutlich mehr Bestellungen erhalten und mehr Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Die Profitabilität nahm gleichzeitig leicht ab. Für das Gesamtjahr ist das Management was den Umsatz betrifft etwas optimistischer als zuletzt.

Das Management ist mit dem ersten Semester 2014 zufrieden und spricht von einem «starken Halbjahr», wie es in der Mitteilung vom Mittwoch heisst. Vor allem beim Umsatz und dem Bestellungseingang konnte das Unternehmen zulegen. Der Umsatz stieg um 4,2% auf 1,47 Mrd CHF, der Bestellungseingang sogar um 7,8% auf 1,32 Mrd CHF. Der Auftragsbestand per Ende Juni lag 9,7% über dem Wert des Vorjahres (701,7 Mio CHF).

Die um Währungs-, Akquisitions- und Devestitionseffekte bereinigten Zahlen zeigen nur beim Auftragseingang (+6,1%) und Auftragsbestand (+6,6%) grössere Abweichungen.

Moskauer Auftrag schon umsatzwirksam
Zur erfreulichen Entwicklung hätten alle Divisionen ausser der Landmaschinensparte Kuhn Group beigetragen, heisst es weiter. Besonders gut lief es der Sparte Bucher Municipal, die Kommunalfahrzeuge herstellt: Sie konnte 22% mehr Aufträge an Land ziehen und erzielte einen 13% höheren Umsatz von 189,7 Mio CHF. Prägend für diese Zahlen sei der Grossauftrag der Stadt Moskau über 53 Mio CHF gewesen: 21 Mio davon seien bereits im ersten Halbjahr umsatzwirksam geworden.

Die Sparten Hydraulics und Emhart Glass legten etwas weniger stark zu: beim Auftragseingang um 10% und 13%, beim Umsatz um 4,7% und 13%. Die Nachfrage nach Hydraulics-Produkten habe in Nordamerika weiter zugenommen und sich in Europa belebt; in China sei hingegen eine Stagnation zu beobachten gewesen. Bei Emhart Glass sei das Wachstum zustande gekommen, obwohl der Markt für Glasformungs- und Inspektionsmaschinen auf tiefem Niveau verharrt habe.

Mit Wachstumsraten von 26% beim Auftragseingang und 33% beim Umsatz kann Bucher Specials auftrumpfen, wobei dies grösstenteils auf Akquisitionseffekte zurückzuführen ist. Im Rahmen des Übernahmeangebots für Jetter hielt Bucher zur Jahresmitte gut 84% der Aktien.

Kuhn Group als Sorgenkind
Das Sorgenkind im ersten Halbjahr war die grösste Division Kuhn Group, die Landmaschinen herstellt: Der Auftragseingang ging um 0,7% auf 513,5 Mio und der Umsatz um 2,4% auf 725,9 Mio CHF zurück. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte resultierten sogar Rückgänge um 4,3% und 2,3%.

Wie erwartet habe der Landmaschinenmarkt im ersten Halbjahr insgesamt nachgegeben, schreibt Bucher dazu. Dies sei vor allem im wichtigsten Markt Europa der Fall gewesen, in Nord- und Südamerika hätten die positiven Impulse hingegen angehalten.

EBIT auf Vorjahreshöhe
Das EBIT kam im Vorjahresvergleich 0,4% höher bei 141,5 Mio CHF zu liegen. Die EBIT-Marge sank damit auf 9,6% von 10,0%. Der Reingewinn stieg um 1,5% auf 96,5 Mio CHF.

Margenverbesserungen erzielten Hydraulics (11,3% nach 10,4%), Specials (7,5% nach 5,5%) und Emhart Glass (4,0% nach 3,0%). Für Municipal kann Bucher hingegen nur noch 5,3% nach 7,2% ausgewiesen werden, was jedoch mit einem einmaligem Devestitionseffekt im Vorjahreszeitraum begründet wird. Die Kuhn Group konnte die Marge trotz des Umsatzrückgangs beinahe halten (13,4% nach 13,8%). Dies sei dank des flexiblen Produktionsmanagements möglich gewesen.

Im Rahmen der Prognosen
Mit den vorgelegten Zahlen hat Bucher die Markterwartungen mehr oder weniger erfüllt. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 1,30 Mrd CHF, für den Umsatz bei 1,48 Mrd CHF, für den EBIT bei 145 Mio und für den Reingewinn bei 97 Mio CHF.

Für das ganze Geschäftsjahr 2014 peilt der Konzern eine Zunahme des Umsatzes an, bislang war von einer «leichten Zunahme» die Rede gewesen. Die rückläufige Nachfrage nach Landmaschinen werde zwar voraussichtlich anhalten. Dank der Übernahme des brasilianischen Unternehmens Montana erwartet Bucher für die Kuhn Group jedoch einen Umsatz leicht über dem Vorjahr. Auch für alle anderen Divisionen werden höhere Umsätze erwartet. Nach wie vor wird jedoch von einer moderaten Abnahme der Profitabilität ausgegangen. (awp/mc/pg)

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