Conzzeta auch in Q2 von Coronakrise hart getroffen

Michael Willome
Conzzeta-CEO Michael Willome. (Foto: Conzzeta)

Zürich – Die sich in einer Transformationsphase befindende Conzzeta-Gruppe hat ein sehr schwieriges erstes Semester hinter sich. Nach einem bereits schwachen ersten Quartal hat sich der Abwärtstrend – wie im Juni anlässlich einer Gewinnwarnung angedeutet – im zweiten Quartal noch leicht beschleunigt. Sparmassnahmen wurden bereits im April angekündigt, wobei ein Stellenabbau nicht vorgesehen ist.

Der Umsatz brach im ersten Halbjahr um einen Viertel auf 576,2 Millionen Franken ein, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich auf vergleichbarer Basis noch immer ein zweistelliges Minus von gut 16 Prozent. Im ersten Quartal waren die Umsätze organisch noch etwas moderater geschrumpft, mit einem Minus von 14,5 Prozent aber auch schon zweistellig.

Der Umsatzrückgang in diesem Umfang ist keine Überraschung, nachdem Conzzeta bereits vor rund zwei Monaten hat wissen lassen, dass sich die Marktbedingungen im zweiten Quartal weiter verschlechtert hätten.

Störungen in den Produktions- und Absatzkanälen
Als wesentliche Ursache für die rückläufige Geschäftsentwicklung nennt das Unternehmen Störungen in den Produktions- und Absatzkanälen aufgrund der globalen Coronavirus-Pandemie. So sei es in den Sparten Blechbearbeitung (Bystronic) und Chemische Spezialitäten (FoamPartner) unter anderem zu Werkschliessungen gekommen. Und im Segment Outdoor mit der Marke Mammut sei mit der Schliessung der Ladengeschäfte der wichtigste Vertriebskanal weggebrochen. Dafür hat sich der Online-Umsatz beinahe verdoppelt.

Operatives Ergebnis knapp positiv
Auch auf Gewinnebene hinterliess das wegen der Corona-Krise garstige Umfeld Spuren. Der operative Gewinn (EBIT) reduzierte sich um rund 45 Prozent auf 49,9 Millionen Franken und der Reingewinn um gut 40 Prozent auf 46,6 Millionen. In diesen Ziffern ist allerdings der Gewinn aus dem Verkauf von Schmid Rhyner in der Höhe von 48,1 Millionen Franken enthalten. Ohne diesen Einmaleffekt hätte der EBIT mit 1,8 Millionen nur noch knapp im positiven Bereich gelegen.

Um die Auswirkungen des Umsatzeinbruchs aufzufangen, hatte Conzzeta bereits im April ein Kostensenkungsprogramm angekündigt, wobei ein Personalabbau nicht vorgesehen ist. Dieses hat im ersten Semester bereits einen Beitrag zum Ergebnis geleistet, wie es heute heisst.

Kosten sollen bis Ende Jahr um 40 Mio Franken reduziert werden
Bis Ende 2020 sollen die Kosten um rund 40 Millionen Franken reduziert werden. Etwa die Hälfte davon soll durch eine Reduktion der Betriebskosten erreicht werden und die andere Hälfte über die Personalkosten. Dazu sollen die Möglichkeiten der Kurzarbeit extensiv genutzt werden. Dieses Mittel steht nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland und anderen Ländern zur Verfügung.

An den Prognosen vom vergangenen Juni hält das Unternehmen fest. Demnach wird für das Gesamtjahr 2020 ein Betriebsergebnis im mittleren zweistelligen Millionen Bereich bei einem deutlich tieferen Umsatz als 2019 in Aussicht gestellt. In dieser Prognose ist der bereits kommunizierte Gewinn durch die Veräusserung von Schmid Rhyner enthalten.

Conzzeta befindet sich in einem Übergangsjahr, denn das traditionsreiche Zürcher Unternehmen will sich bekanntlich auf die Sparte Blechbearbeitung (Bystronic) konzentrieren. Die Sparten Outdoor mit der Marke Mammut und Chemische Spezialitäten werden demnach abgestossen. Die Vorbereitungen dazu seien abgeschlossen, so die Mitteilung. Für den Verkauf von FoamPartner fänden derzeit konkrete Gespräche statt. (awp/mc/pg)

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