Cosmo 2017 wegen Aufbau von US-Vertrieb mit Verlust

Forschung

Zürich – Das an der Schweizer Börse kotierte Pharmaunternehmen Cosmo ist im Geschäftsjahr 2017 in die roten Zahlen gerutscht. Der Grund sind hohe Ausgaben für den Aufbau einer Vertriebs- und Marketingorganisation in den USA. Auch im laufenden Jahr erwartet Cosmo erneut einen Verlust, bevor für 2019 wieder ein Gewinn geplant ist.

Insgesamt erzielte das Unternehmen 2017 einen wenig veränderten Umsatz von 67,2 Mio EUR (VJ 67,7 Mio), wie Cosmo am Montag mitteilte. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 32,4 Mio EUR nach einem Gewinn von 19,3 Mio im Jahr davor. Die Aktionäre müssen auf eine Dividende verzichten, nachdem im Vorjahr noch eine Ausschüttung von 1,50 EUR je Titel erfolgt war.

91 US-Vertriebsmitarbeitende
Die Betriebsausgaben fielen mit 76,8 Mio EUR (VJ 33,8 Mio) mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Zurückzuführen war dies überwiegend auf den Aufbau der Marketing- und Vertriebsorganisation in den USA für den Verkauf der eigenen Produkte sowie auf die Lancierungskosten für das Kolonoskopie-Mittel Eleview. Für die US-Vertriebsorganisation stellte Cosmo 91 Mitarbeitende ein.

Im Verlust enthalten war auch ein Währungsverlust von 18,7 Mio EUR auf der USD-Liquiditätsposition, wie CEO Alessandro Della Chà an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich betonte.

Lancierung von Methylenblau
Für das laufende Geschäftsjahr richtet Cosmo das Augenmerk auf den weiteren Ausbau der Vertriebs- und Marketingkapazitäten in den USA, aber auch auf die Einführung des Diagnostik-Mittels Methylenblau MMX in den USA. Die US-Gesundheitsbehörde FDA soll die Prüfung des Mittels bis zum 21. Mai 2018 abgeschlossen haben. Mit einer US-Lancierung des Mittels rechnen die Cosmo-Verantwortlichen im zweiten Halbjahr 2018.

Allerdings müssten nach einer FDA-Genehmigung zunächst Verhandlungen über Rückvergütungen für das Mittel geführt werden, betonte der CEO. Den Umsatz mit Methylenblau erwarten sie im laufenden Jahr bei 10-15 Mio USD. In Europa will Cosmo das Zulassungsgesuch für das Mittel Ende November einreichen, eine Zulassung könnte dann im Herbst 2019 erfolgen. Für das 2017 lancierte Kolonoskopie-Medikament Eleview erwartet Cosmo für 2018 einen Umsatz von 12-18 Mio USD.

Hohe peak sales
Die US-Genehmigung für das Antibiotikum Rifamycin, für welches Cosmo vergangene Woche den Zulassungsantrag eingereicht hat, erwartet das Unternehmen im vierten Quartal 2018. Die Vorbereitungen für den Verkaufsstart seien bereits «unterwegs», erwartet werde die Lancierung im 1. Semester 2019, so der CEO. Für das Sedierungs-Mittel Remimazolam soll ein Zulassungsgesuch in den USA im vierten Quartal 2018 oder im ersten Quartal 2019 eingereicht werden.

«Sehr bald» solle zudem das Urteil im juristischen Streit mit dem Pharmaunternehmen Valeant folgen, hiess es an der Medienkonferenz. Cosmo befindet sich seit längerem im Streit mit dem Lizenzpartner Valeant und möchte die Vermarktung des Mittels Uceris wieder selbst in die Hand nehmen.

Längerfristig billigt Cosmo den neuen Medikamenten weiterhin beträchtliche Spitzen-Umsatzpotenziale zu. Das Mittel Metyhlenblau MMX könne in 7 bis 8 Jahren in den USA Umsätze von 600 bis 700 Mio USD erreichen, betonte Della Chà. Den Spitzenumsatz für Eleview in den USA bezifferte der CEO auf 65 bis 75 Mio USD. Für Rifamycin sieht er Spitzenumsätze von 200 bis 250 Mio USD und für Remimazolam von 150 bis 200 Mio USD.

Operativer Verlust für 2018
Im laufenden Jahr dürfte allerdings wegen dem Aufbau der US-Vertriebsorganisation und der Lancierung der neuen Medikamente zunächst noch ein weiterer Verlust resultieren: Insgesamt werde für 2018 ein operativer Verlust von rund 40 Mio EUR anfallen, bevor Cosmo im Jahr 2019 wieder profitabel sein will. (awp/mc/pg)

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