CPH hält 2013 trotz Verlust an Dividendenpolitik fest – 2014 Gewinn erwartet

Peter Schildknecht

Peter Schildknecht, CEO Chemie & Paper Holding (Copyright: CPH)

Perlen – Die Chemie + Papier Holding (CPH) hat ihre definitiven Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt und dabei die bisherige Dividendenpolitik bestätigt. Der Verwaltungsrat beantrage der Generalversammlung im April eine Dividende auf Vorjahresniveau von 13 CHF pro Aktie, teilt das Unternehmen am Montag mit. Über die Erwartungen für das angelaufene Jahr äussert sich das Management zuversichtlich.

Die Gruppe erzielte 2013 einen Nettoumsatz von 481,3 Mio CHF und ein Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA von 30,9 Mio. Die Papierindustrie kämpft seit wenigen Jahren mit verschiedenen Problemen. Einerseits belastet CPH in der Schweiz der weiterhin hohe Franken, andererseits ist die Nachfrage nach Zeitungsdruck- und Magazinpapieren in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Aufgrund der geringeren Nachfrage bestehen heute Überkapazitäten, was sich negativ auf die Profitabilität des Geschäfts auswirkt.

Nur Verpackungsbereich mit Umsatzwachstum
Im Bereich Chemie habe sich die Nachfrage im Projektgeschäft von aus der Schweiz bedienten Märkten noch nicht nachhaltig erholt, heisst es weiter. Die Umsätze entwickelten sich 2013 nach einem guten Vorjahr wieder rückläufig. Auch die Umsatzsteigerung in den USA habe den Rückgang in der Schweiz nicht kompensieren können.

Beim Bereich Papier lag der Umsatz laut CPH bis im Oktober noch über dem Vorjahr. Der anhaltende Preiszerfall belastete jedoch die weitere Entwicklung, so dass der Umsatz unter Vorjahr ausfiel. Papier bleibt mit 64% der grösste Umsatztreiber der Gruppe

Im Bereich Verpackungen konnte CPH die Marktanteil ein Europa weiter ausbauen. Dies habe erneut zu einem Umsatzwachstum geführt, konnte aber die Rückgang der beiden anderen Bereiche nicht kompensieren. Verpackung trägt neu rund 24% zum Umsatz bei.

Europa bleibt für alle Bereiche der wichtigste Markt. Papier erzielt ihre Umsätze gar ausschliesslich auf dem alten Kontinent.

Anhaltender Verdrängungswettbewerb
Das Marktumfeld im Bereich Papier habe sich seit dem Investitionsentscheid für die Papiermaschine 7 im Jahr 2008 markant verändert, hält die Gruppe fest. Die Nachfrage nach Zeitungsdruck- und Magazinpapieren ist deutlich gesunken. Die dadurch entstandenen Überkapazitäten im europäischen Papiermarkt hätten einen heftigen Verdrängungswettbewerb ausgelöst, welcher zu einem massiven Preisrückgang von rund 30% geführt habe.

CPH versuchte mit höheren Volumen die Umsatzentwicklung zu stabilisieren. «Wir haben im vergangenen Jahr rund 200’000 Tonnen oder rund 60% mehr Papier verkauft, als noch vor fünf Jahren und dennoch fast den gleichen Umsatz erzielt wie im 2008», lässt sich CEO Peter Schildknecht zitieren. Aufgrund der sinkenden Nachfrage dürfte der Verdrängungswettbewerb in der Branche anhalten.

Im Bereich Chemie kämpft das Unternehmen mit Niedrigpreisanbietern aus China, die nach Europa und in den Mittleren Osten drängen. Zudem wird sich der Schweizer Franken kurzfristig nicht deutlich abwerten, was für zusätzlichen Druck sorgt.

In diesem Zusammenhang sah sich der Verwaltungsrat und die Gruppenleitung veranlasst, die Werthaltigkeit der Sachanlagen neu zu beurteilen. Sie seien zum Ergebnis gekommen, dass eine Wertberichtigung beim Anlagevermögen in der Schweiz von insgesamt 250,9 Mio CHF vorzunehmen sei. Der Grossteil betrifft dabei die Anlagen der Papierproduktion in Perlen, der kleinere Teil die Anlage- und Vorratsvermögen der Chemie in Uetikon.

Dies belastete denn auch das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT deutlich. Für 2013 liegt der Betriebsverlust deshalb bei 277,6 Mio CHF, ohne die Wertberichtigung lieg der Verlust bei 26,6 Mio CHF. Unter dem Strich erzielt CPH ein Nettoergebnis von -271,5 Mio CHF.

Dass der Verwaltungsrat dennoch eine Dividende ausschütten will, begründet er mit der der Kontinuität der Dividendenpolitik und dem Hinweis, dass die vorgenommenen Wertberichtigungen nicht liquiditätswirksam sind.

Gewinn für 2014 erwartet
Zum Ausblick für 2014 schreibt CPH, dass die Gruppe stark von der Entwicklung der Papiersparte abhängig sei. Der anhaltende Nachfragerückgang und die Überkapazitäten im Papiermarkt würden weiterhin Auswirkungen auf das Preisniveau zeigen. Dank Mehrmengen, Effizienzsteigerungen und Entlastungen auf der Kostenseite, insbesondere bei den Energiepreisen, sollte eine Verbesserung des Resultats aber möglich sein.

In den Bereichen Chemie und Verpackung legt die Gruppe den Fokus auf Produkte mit höheren Margen und die Erschliessung neuer Märkte in Wachstumsregionen. Die nach den Wertberichtigungen tieferen fortlaufenden Abschreibungen werden das Betriebsergebnis im 2014 mit rund 20 Mio CHF ebenfalls positiv beeinflussen. Auf Gruppenebene rechnet CPH deshalb für das laufende Geschäftsjahr mit einem Gewinn. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.