Dätwyler in H1 mit höherem Umsatz und Gewinn

Paul J. Hälg
Paul J. Hälg, CEO Dätwyler Gruppe.

Paul J. Hälg, CEO Dätwyler Gruppe.

Altdorf – Der Mischkonzern Dätwyler hat im ersten Halbjahr 2013 nach einem tiefgreifenden Umbau mit Zu- und Verkäufen von Geschäftsteilen den Umsatz sowie den Gewinn deutlich gesteigert. Unter Ausklammerung der Akquisitionseffekte bleibt im weitergeführten Geschäft immerhin noch ein Wachstum im tiefen einstelligen Bereich. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden bestätigt.

Der Nettoumsatz aus dem weitergeführten Geschäft wuchs um 24% auf 706,4 Mio CHF. Dabei hätten die akquirierten Unternehmen Nedis, Zhonding Sealtech und Hankook Sealtech 109 Mio oder 19,2 Prozentpunkte dazu beigetragen, teilte die Gruppe am Freitag mit. Umsatzmässig kompensierten sie den per Ende 2012 erfolgten Verkauf des Konzernbereichs Cabling Solutions. Das organische Wachstum belief sich auf 2,6% und ohne Unterscheidung des weitergeführten Geschäfts legte der Umsatz um 3,8% zu.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT stieg um 28% auf 77,5 Mio CHF, die entsprechende Marge auf 11,8% nach 9,6% im Vorjahr. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 32% auf 56,9 Mio CHF. Die akquirierten Unternehmen trugen ebenfalls positiv zur Gewinnentwicklung bei, es gab aber auch belastende Faktoren. Im Gewinn seien in der Summe Restrukturierungskosten und operative Einmaleffekte von 3,0 Mio enthalten.

Anpassungen in der Pensionskasse
Zudem hat Dätwyler in der betrieblichen Pensionskasse wegen der tiefen Zinsen den technischen Zinssatz reduziert und die Periodentafeln auf Generationentafeln gewechselt. Die finanziellen Folgen seien durch einen freiwilligen Arbeitgeberbeitrag von 9,1 Mio CHF abgefedert worden. Demgegenüber steht ein einmaliger Gewinn aus Immobilienverkäufen von 6,2 Mio.

Vor Berücksichtigung der Sondereffekte resultierte ein bereinigter EBIT von 83,4 Mio CHF. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 11,8%.

Rückläufige Nachfrage bei Technical Components
Der Konzernbereich Technical Components kämpfe aufgrund seiner Fokussierung auf Europa mit einem schwierigen Marktumfeld und einer rückläufigen Nachfrage. Mit der erstmaligen Vollkonsolidierung der im September 2012 akquirierten Nedis stieg der Nettoumsatz aber um 18% auf 359,2 Mio CHF. Bereinigt musste ein Rückgang von 5,2% hingenommen werden.

Der Bereichs-EBIT ging leicht auf 27,0 (VJ 27,9) Mio CHF zurück. Der bereinigte EBIT nahm aber auf 29,9 Mio zu bei einer Marge von 8,3%. Man sei vom Wachstumspotenzial der Online-Distribution für Elektronik- und Automationskomponenten überzeugt und habe bewusst in den Marken- und Marktausbau investiert. Trotz ersten konjunkturellen Aufhellungen in Teilen Europas wird im zweiten Halbjahr jedoch noch nicht mit einer deutlichen Erholung gerechnet.

Profitables Wachstum in Sealing-Sparte
In der Sparte Sealing Solutions sind seit Anfang November 2012 die beiden bisherigen Konzernbereiche Pharma Packaging und Sealing Technologies zusammengefasst. Der Umsatz wuchs um 31% auf 348 Mio CHF, wobei die im Oktober 2012 akquirierten Unternehmen Zhonding Sealtech und Hankook Sealtech das Wachstum wesentlich beschleunigten. Bereinigt blieb immer noch ein Plus von 11%. Der ausgewiesene EBIT stieg dank guter Auslastung auf 50,5 Mio CHF von 32,7 Mio.

Marktanteile gewonnen habe das Pharma-Segment und bei Automotive wurden mit den Übernahmen Zhonding und Hankook die Märkte China und Korea erschlossen. Derweil war das Segment Civil Engineering in Europa mit einer stagnierenden Tiefbaukonjunktur konfrontiert.

Für den Sealing-Bereich bleibt Dätwyler optimistisch, man werde die globale Präsenz weiter stärken und überproportional von den Wachstumstrends in den bearbeiteten Marktsegmenten profitieren.

Ziele bestätigt
Dätwyler rechnet für 2013 nach wie vor mit einer EBIT-Marge zwischen 10 und 13% vor einmaligen Effekten. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen weiterhin 1,4 Mrd CHF. Die Zentralisierung der Logistikaktivitäten am Nedis Standort in Holland sowie die Schliessung der beiden bestehenden Lagerstandorte in Deutschland und Schweden werden im zweiten Halbjahr, wie angekündigt, zu Restrukturierungskosten in Höhe von rund 20 Mio CHF führen. Rund 12 Mio davon könnten mit dem Verkauf von Immobilien kompensiert werden. Bislang seien solche Transaktionen im Umfang von 6,6 Mio abgewickelt worden. (awp/mc/pg)

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