Dätwyler 2011: Frankenstärke belastet Umsatz

Paul Hälg

Dätwyler-CEO Paul Hälg.

Altdorf – Der Urner Mischkonzern Dätwyler ist im Geschäftsjahr 2011 organisch gewachsen, musste jedoch wegen negativer Wechselkurseinflüsse eine Umsatzeinbusse hinnehmen. Alle vier Konzernbereiche hätten eine «robuste» Nachfrage erfahren, wenngleich ohne einheitlichen Trend. Der Ausblick ist eine Spur zuversichtlicher.

Wie Dätwyler am Freitag mitteilte, sank der ausgewiesene Umsatz im Berichtsjahr um 2,2% auf 1,29 Mrd CHF. Durch den starken Franken ergab sich ein negativer Wechselkurseinfluss von 7,6% oder von 100,6 Mio CHF, das organische Umsatzwachstum belief sich entsprechend auf 5,4%. Mit den Zahlen hat Dätwyler die Markterwartungen (AWP-Konsens) von 1,31 Mrd CHF knapp verfehlt.

Marktumfeld von Unsicherheit geprägt
Das Marktumfeld sei in allen bearbeiteten Märkten und Branchen durch hohe Unsicherheit geprägt gewesen, heisst es weiter. Während die Konzernbereiche Pharma Packaging und Sealing Technologies ein «starkes» zweites Halbjahr verzeichnet hätten, habe die die Dynamik in den Konzernbereichen Technical Components und Cabling Solutions leicht abgenommen.

Starker Translationseffekt im Bereich Pharma Packaging

Der Konzernbereich Technical Components erzielte ein organisches Wachstum von 3,0% auf 626,4 Mio CHF (-3,7% in CHF). Während der Online- und Katalog-Distribution vor allem in Deutschland und Osteuropa kräftig zulegte, habe der Fachhandel mit rückläufigen Auftragsvolumen der Schweizer Industrie- und Gewerbekunden zu kämpfen gehabt. Der Translationseffekt war im Konzernbereich Pharma Packaging am stärksten: Ein währungsbereinigtes organisches Wachstum von 8,3% wandelte sich in einen Umsatzrückgang von 4,4%. Der ausgewiesene Nettoumsatz belief sich auf 265,1 Mio CHF. Dätwyler habe in den Schwellenländern ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum verzeichnet.

Cabling Solutions: Dynamische Entwicklung in China
Bei «Cabling Solutions» betrug das Wachstum in Lokalwährungen 5,5%. In Schweizer Franken ging der Nettoumsatz um 1,1% auf 240,9 Mio CHF zurück. «Sehr dynamisch» habe sich der Umsatz in China entwickelt, wo Dätwyler Marktanteile gewonnen habe. Sehr uneinheitlich sein die Entwicklung in Europa ausgefallen, mit der Schweiz an der Spitze und den südeuropäischen Ländern am Schluss der Liste. Dem Konzernbereich Sealing Technologies gelang es, den Umsatz um 7,0% auf 162,0 Mio zu steigern, in Lokalwährungen gerechnet betrug das Plus gar 10,7%. Dätwyler habe hier von neuen Serienprodukten für die Automobilindustrie und dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Nespresso profitiert, heisst es.

EBIT-Marge im Bereich von 9 bis 10%
Die Gruppe wird den Angaben zufolge im Berichtsjahr eine EBIT-Marge im Bereich von 9 bis 10% ausweisen. Dabei würden sich die Einmaleffekte aus Restrukturierungskosten und Erträgen aus Liegenschaftsverkäufen aufheben. Damit zeigt sich Gruppe etwas zuversichtlicher als zuletzt – zumindest was die mindestens erwartete Profitabilität angeht. So hatte Dätwyler noch letzten August verlauten lassen, es werde eine Herausforderung, den unteren Rand des Zielbandes für die EBIT-Marge von 9 bis 12% zu erreichen. Dies, falls der Schweizer Franken im zweiten Halbjahr auf damals herrschenden Niveau verharren sollte. Seinerzeit kostete der Euro etwas weniger als 1,14 Franken.

Die detaillierten Zahlen werden am 16. März veröffentlicht. (awp/mc/ps)

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